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Rahmen
Gegenstand
Ort
& Anreise
Beschreibung
ProgrammDer Workshop wird vom Interdisziplinären Zentrum für Medienwissenschaft (IZM) durchgeführt und am 11. und 12. Januar 2007 in der Universität Bielefeld stattfinden.
Der Workshop soll den zurzeit beobachtbaren Medienwandel unter dem Aspekt des Wandels von Formen der Interaktion zwischen natürlichen oder künstlichen Agenten als Mitglieder sozio-technischer Gemeinschaften untersuchen. Es geht um die interdisziplinäre Auslotung der Möglichkeiten und Grenzen, welche die in diesem Wandel aufkommenden Interaktionsformen besitzen. Ferner soll untersucht werden, wie diese Formen tradiert sind und inwiefern sie althergebrachte Interaktionsformen übersteigen.
Der Workshop findet im Senatssaal der Universität Bielefeld statt:
Universität Bielefeld
Raum A3-126 (Senatssaal)
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Auf der Universitätswebseite finden Sie genaue Anreiseinformationen sowie einen Hallenplan.
Der beschleunigte Wandel von Kommunikationsmedien stellt eine Herausforderung für die Medienwissenschaft dar, und zwar im Hinblick auf die qualitative und quantitative Strukturanalyse dieses Wandels — ausgehend von frühen europäischen Medienkulturen bis hin zum so genannten Web 2.0. Dieser Aspekt der Medienforschung soll im Zentrum der Tagung stehen. Dabei kommen erstens Entwicklungen im Wechsel von Massenmedien zu neuen, "interaktiven" Medien in den Blick. Dies betrifft den Wandel von den alten Medien in Form von Einwegkommunikation zu den neuen Medien in Form von Netzkommunikation. Im Unterschied zur einseitigen Kommunikationsform der Massenmedien sollen neue, computergestützte Formen der Medienkommunikation "interaktiv" sein, d.h. gesteigerte Rückkopplungs- und Eingriffsmöglichkeiten für die Adressaten und Nutzer bieten. Sozialwissenschaftlich bedeutsam ist dabei die Einschätzung der Qualität dieser Möglichkeiten.
Mit dem Aufkommen des Web 2.0 vollzieht sich zweitens ein weiterer, kaum vorhergesehener Medienwandel. An die Stelle des
klassischen WWW-Nutzers in Form des passiven Informationskonsumenten tritt vielfach der aktive Informationsproduzent, der sein
Informationsangebot als Mitglied sozio-technischer Gemeinschaften und somit in Kooperation mit Gleichgesinnten erbringt. Das
Web formiert sich in einigen Bereichen als ein Medium der verteilten Kognition, und zwar unter Verwendung von so genannter Social
Software ausgehend von Newsgroups über vernetzte Weblogs bis hin zu den unzähligen Wikis u. a. der Wissens- und
Technikkommunikation — in allen diesen Fällen weitgehend ohne jede zentrale Kontrollinstanz. Parallel zu dieser Entwicklung
der Netzkommunikation etablieren sich über die Grenzen der Informatik hinweg künstliche Agenten und Roboter als
dienstbare Lebensgefährten, deren Vernetzung zu künstlichen Gemeinschaften (Beispiel Robocup 2006) die Grundlage eines
neuen Wissenschaftsparadigmas bildet, und zwar in Form von Multiagenten-Simulationen. Aus dieser Ko-Evolution von Social Software
als Grundlage der Netzkommunikation und künstlichen Agenten ergibt sich die Perspektive auf die Herausbildung
sozio-technischer Gemeinschaften, an denen natürliche oder künstliche Agenten zum Zweck der kooperativen/konkurrierenden
Aufgabenbewältigung teilhaben.
Damit stehen wir vor der Frage, welche Konsequenzen aus dieser Entwicklung für den Begriffsapparat der Medienwissenschaft resultieren.
Dies betrifft insbesondere den Begriff der Interaktion, welcher nicht mehr nur unter Loslösung von der Face-to-Face-Kommunikation zu
untersuchen ist, sondern die Integration künstlicher Agenten wie auch die medienbasierte Vernetzung zu großen sozio-technischen
Gemeinschaften zu bewältigen hat. Der Wandel von Interaktionsformen lässt sich dabei generell auf fünf, teils konkurrierenden
Ebenen beschreiben:
Vor diesem Hintergrund stellen sich unter anderem folgende Forschungsfragen: Was kann die "Interaktivität" neuer Medien bedeuten und welche neuen Möglichkeiten können damit realistischerweise verbunden werden? Welche Möglichkeiten und Grenzen besitzen die im Zuge des Medienwandels aufkommenden Interaktionsformen? Wie sind sie tradiert und inwiefern übersteigen sie althergebrachte Interaktionsformen? Die Beantwortung dieser Fragen erfordert ein interdisziplinäres Vorgehen, das unter anderem folgende Bereiche integriert, ohne auf diese beschränkt zu sein:
zuletzt aktualisiert am 04.09.2007 // IZM-Admin & Medienlabor der Fakultät für Soziologie // Impressum