Die Geschichte der Schallplatte

Vom Phonographen bis zum Abspielen der ersten Schellackplatte

 


Phonograph nach Edison

Im Jahre 1877 entwickelte Thomas Alva Edison den ersten Phonographen. Zwar gab es schon zuvor eine Reihe von theoretischer und praktischer Vorabreitung zur Schallspeicherung, (das Registrieren von menschlichen Stimmen auf einer berußten Glasscheibe), aber der Phonograph gab erstmals die Möglichkeit, die gespeicherten Töne auch wiederzugeben. Die Erfindung wurde äußerst schnell publik und enthusiastisch aufgenommen. Es wurden einige hundert Exemplare des Ur-Phonographen gebaut und auf Jahrmärkten bestaunt. Während sich Edison der Erfindung der Glühbirne widemte, entwickleten andere Forscher, unter anderem Graham Bell und Charles S. Tainter die Grundidee des Phonographen weiter...



 

Der deutsche Emil Berliner wanderte nach Amerika aus und arbeitete zunächst in einer Druckerei (was sicherlich Einfluss auf seine späteren Entwicklungen auf dem Gebiet der Vervielfältigung der Schallplatte hatte), eignete sich dann später in Abendkursen Grundkenntnisse in Elektrotechnik an.


Im April verkaufte er sein in Washington zum Patent angemeldetes Fernsprechmikrofon an die Bell Telefongesellschaft. Mit Hilfe des aus diesem Verkauf resultierten Vermögen, widemete er sich den Weiterentwicklungen von Bell und Tainter (s.o.). Am 26. September 1877 meldet Emil Berliner seine zweite Erfindung zum Patent an: Ein plattenförmiger Laufträger, der die Schallinformation als spiralförmig eingravierte, zur Seite hin ausgelenkte Rille enthält. In der Anfangszeit benutzte er für seine Aufzeichnungsversuche eine Glasplatte mit einer Rußschicht, in die ein von der Aufnahmemembran bewegter Schreibschrift die Schallrille einkratzte. Auf fotogalvanoplastischem Weg ließen sich von dieser Vorlage Metallschallplatten herstellen. Der zweite Teil seiner Erfindung war ein entsprechendes Abspielgerät, daß sehr dem "Phon-Autographen" ähnelte.

Am 16. Mai 1888 gelang es Emil Berliner dann ein Gerät zu entwickeln, mit dem Schalldose und Trichter nun erstmals von der Rille selbst geführt wurden. Er taufte sein Wiedergabegerät Grammophon, was soviel wie "Tonschreiber" bedeutete.


Grammophon nach Berliner

Nach den einfachen Metallschallplatten, wurden Zinnbleschscheiben verwendet. Diese wurde mit einer dünnen, gleichmäßigen Wachsschicht überzogen, in die der Schneidestichel mit einer Platin-Iridium-Spitze die Schallinformation ritzte und dabei an diesen Stellen die Zinkoberfläche freilegte. Die Schallfurchen waren etwa 0,1mm tief; durch das Abspielen rauhte allerdings die Schallplatte so sehr auf, daß die Platte ein unerträgliches Oberflächengeräusch aufwies. Die Weiterentwicklung der Zinnschallplatte wurde dann nach einigen unbedeutenden Versuchen die Schallplatte aus Hartgummi. Sie kam 1895 auf den Markt und hatte den gleichen Durchmesser (12,5 cm, 5") wie die Zinkplatten Berliners und rotierten ebenso auf 150 Umdrehungen pro Minute. Als 1897 Emil Berliner plötzlich auf die Idee kam, für die Schallplatte die das gleiche Material zu verwenden aus dem auch seine Knöpfe bestanden, war die Schellackplatte geboren. Die ersten Schallplatten hatten einen Durchmesser von 12,5 Zentimetern, danach folgte die 7" (17,5cm), um die Jahrhundertwende dann die 10" (25cm) und ab 1903 die 12"-Schallplatte mit 30 Zentimeter Durchmesser. Die Platten waren einseitig bespielt und hatten eine Spiellänge zwischen einer Minute (5") und 5 Minuten (12").

Die genaue Weiterentwicklung bis zur heutigen CD ist in der nachfolgenden Tabelle chronologisch zu verfolgen:

Jahr

Größe

Material/

Verfahren

Seiten

Spieldauer

(in Min.)

UpM

(Umdrehungen
pro Min.)

Verpackung

1904

30 cm

Schellack

2

2 x 5

78

 

1925

30 cm

Schellack elektr. aufgenommen

2

2 x 5

78

Alben mit Titelaufdruck

1950

30 cm

Schellack Variable Mikrograde (Füllschrift)

2

2 x 10

78

 

1951

30 cm

Kunststoff (PVC)

2

2 x 30

33 1/3

Serien-klapptaschen + indiv. Aufdruck

1951

25 cm

Kunststoff

2

2 x 15

33 1/3

 

1952

 

 

 

 

 

Serien-stecktaschen + indiv. Aufdruck

1953

17 cm

Kunststoff

2

2 x 5

45 (N)

Serienhülle mit Mittelloch

1953

17 cm

Kunststoff verlängerte Spieldauer

2

2 x 10

45 (EP)

individuelle Stecktasche

1955

30 cm

Kunststoff

2

2 x 30

33 1/3

individuelle Klapptasche

1958

30 cm

Kunststoff stereo

2

2 x 30

33 1/3

Geschenk- kassetten für mehrplattige Werke

1961

17 cm

Kunststoff

2

2 x 5

45

 

1980

30 cm

Kunststoff (digital aufgenommen)

2

2 x 30

33 1/3

 

1982

12 cm

Compact Disc

Kunststoff

(Polycarbonat) optisch mit Laser gemastert und ausgelesen

1

60

250-500

variabel

Kunststoffboxen

(jewel-box)

1984

12 cm

CD-ROM

Datenspeicher- platte

(Polycarbonat)

1

60

250-500

Kunststoffboxen

1987

12 cm

CD-Maxi-Single (Polycarbonat)

1

20

250-500

schmale Kunststoffboxen (two-piece)