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 International Bielefeld Conference 2008

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Prekäres Aufwachsen. Marginalisierung, Alltagskultur und Möglichkeiten der kommunaler Jugendhilfepolitik.
Internationale Bielefelder Fachtagung 2008
Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld.
 31. Januar - 2. Februar

Die Lebensführung wird für benachteiligte Gruppen immer riskanter. Am stärksten ist die nachwachsende Generation von dieser neuen Marginalisierung betroffen. Die ersten beiden Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung weisen auf eine Infantilisierung von Armut hin und die großen Jugendstudien der letzten Jahre haben auf eine ansteigende Zukunftsangst von Jugendlichen vor allem hinsichtlich von Erwerbslosigkeit und Verarmung aufmerksam gemacht. Diese Erkenntnisse haben aber bisher zu keinen grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Reaktionen geführt.
 
Die Kinder- und Jugendhilfe folgte in den 1990er Jahren weitgehend den modernisierungstheoretischen Annahmen, Aufwachsen berge in modernen Gesellschaften zwar ein hohes Maß an Risiken, strukturelle Ungleichheiten wichen aber einer tendenziell herkunftsunabhängigen Multi-Optionalität und einer individuellen Gestaltbarkeit der eigenen Lebensplanung und -führung. Diese weit verbreitete Rede von einer „Risikogesellschaft“ bewahrheitet sich inzwischen in anderer Form: Das Aufwachsen ist für die nachwachsende Generation riskant geworden.

Prekarität erfahren aber nicht nur die Angehörigen benachteiligter Milieus. Jüngere Untersuchungen zeigen, dass ein Gefühl der Unsicherheit bereits weite Teile der bundesrepublikanischen Gesellschaft erfasst hat. Mit der Rede von einer „neuen Unterschicht“ versucht sich die Mittelschicht deshalb gegen dieses Bedrohungsgefühl abzuschotten. Marginalisierten Bevölkerungsgruppen wird auch von wissenschaftlicher und politischer Seite eine spezifische Alltagskultur zugeschrieben, die sich unter anderem durch einen „mangelnden Aufstiegswillen“ und eine „kulturelle Entbürgerlichung“ auszeichne. Zugleich ist aber über die Alltagskulturen von Kindern und Jugendlichen in marginalisierten Lebenslagen in der Kinder- und Jugendhilfe systematisch nur wenig bekannt.

Im Mittelpunkt der Internationalen Bielefelder Fachtagung 2008 stehen daher die Fragen nach der Gestalt dieser Alltagskulturen von Kinder und Jugendlichen in marginalisierten Milieus und angemessenen fachlichen wie jugendhilfepolitischen Reaktionen:

Wie realisieren Kinder und Jugendliche ihre Lebensführung in einer alltäglichen Prekarität?

Inwiefern erweisen sich bestehende Angebote der Sozialen Arbeit als angemessen oder unangemessen für eine Entwicklungs- und Förderperspektive?

In welcher Weise kann und muss sich die Kinder- und Jugendhilfe politisch in diese Entwicklungen einschalten?


Bielefeld, August 2007

Fabian Kessl/Hans-Uwe Otto



Anmeldungen können nicht mehr entgegengenommen werden



Referentinnen:
 Helga Cremer-Schäfer (GER), Eldin Fahmy (UK), Robert Mac Donald (UK), Uwe Sander (GER), Sabine Andresen (GER), Cindy Katz (USA), Heinz Sünker (GER), Marianne Friese (GER), Ann A. Phoenix (UK), Christian Reutlinger (CH), Andreas Oehme (GER), Nadine Dolby (USA), Paul Michael Garrett (IRE), Heinz-Hermann Krüger (GER), Bruno Hildenbrandt (GER), Christine Riegel (GER), Jean-Michel Bonvin (CH), John Clarke (UK), Niels Rosendahl Jensen (DK), Albert Scherr (GER), Peter Wetzels (GER), Bernd-Rüdeger Sonnen (GER) u.v.A.....

 Leitung:

Hans-Uwe Otto/ Fabian Kessl

Die Tagung beginnt am 31 Januar 2008 und endet am 2. Februar 2008. Der Tagungsort ist das Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch, die Tagungsbeiträge sowie Diskussionen werden simultan übersetzt. Wir bitten um frühzeitige Anmeldung, da die Teilnahmeplätze begrenzt sind.


Anmeldung:

Universität Bielefeld
Fakultät für Pädagogik/AG8
c/o Stephan Dahmen
stephan.dahmen@uni-bielefeld.de
Tel: (0049) 0521/ 106 3322
Fax: (0049) 0521/ 106 89037
 Postfach 10031
33501  Bielefeld (Deutschland)







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