Aktuelle Informationen zu § 52a UrhG
 
 
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FAQs zu Inhalten auf elektronischen Lernplattformen

Aktuelle Information vom 15. Dezember 2016:
Die Kultusministerkonferenz (KMK), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort haben vereinbart, die pauschale Abgeltung der Ansprüche der VG Wort bis zum 30. September 2017 fortzuführen.

Konkret bedeutet das: Auch über den 31. Dezember 2016 hinaus dürfen in den digitalen Lernplattformen urheberrechtlich geschützte Schriftwerke stehen. Die auf dieser Webseite verkündeten Regelungen sind zunächst nicht mehr gültig.

Die Universität Bielefeld begrüßt diese Entwicklung sehr. KMK, HRK und VG Wort haben zudem angekündigt, in den kommenden Monaten eine "praktikable und sachgerechte Lösung" (Zitat aus dem Schreiben des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW) zu entwickeln. Aktuelle Entwicklungen werden auf dieser Webseite veröffentlicht.

Schreiben des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW


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+Digitale Kopien

Dürfen in elektronischen Lernplattformen Kopien von Publikationen zur Verfügung gestellt werden?
Nein. Mit dem Nichtbeitritt zum Rahmenvertrag der VG Wort fällt die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken nach §52a UrhG weg, weshalb das Hochladen und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken nach dem 01.01.2017 nicht mehr erlaubt ist. Ausnahme: Es liegt eine Genehmigung des Rechteinhabers (z.B. Lizenzverträge) vor.

Dürfen Lehrende digitale Kopien von Publikationen per E-Mail an Studierende schicken?
Nein. Mit dem Nichtbeitritt zum Rahmenvertrag der VG Wort fällt die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken nach §52a UrhG weg, weshalb das Hochladen und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken nach dem 01.01.2017 nicht mehr erlaubt ist. Dies umfasst auch die Verbreitung per E-Mail. Ausnahme: Es liegt eine Genehmigung des Rechteinhabers (z.B. Lizenzverträge) vor.

Dürfen Lehrende ihren Studierenden digitale Kopien von Publikationen auf Speichermedien wie USB-Sticks oder gebrannten CDs zur Verfügung stellen?
Nein. Mit dem Nichtbeitritt zum Rahmenvertrag der VG Wort fällt die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken nach §52a UrhG weg, weshalb das Hochladen und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken nach dem 01.01.2017 nicht mehr erlaubt ist. Dies umfasst auch die Verbreitung über alle elektronischen Speichermedien. Ausnahme: Es liegt eine Genehmigung des Rechteinhabers (z.B. Lizenzverträge) vor.

Dürfen ausländische Publikationen in Lernplattformen eingestellt werden?
Auf Inhalte, die über elektronische Lernplattformen an der Universität Bielefeld bereitgestellt werden, findet das deutsche Urheberrecht Anwendung. Dies gilt unabhängig, davon ob es sich um eine ausländische Publikation (bspw. ein Artikel aus einem amerikanischen Journal) oder um eine inländische Publikation handelt. Auch ausländische Publikationen dürfen daher nicht in elektronische Lernplattformen eingestellt werden, sondern lediglich verlinkt werden. Letzteres setzt voraus, dass die Bibliothek, die Inhalte lizenziert hat oder dass diese vom Urheber frei im Internet zur Verfügung gestellt worden sind.

In welchem Rahmen dürfen Studierende ihre digitalen Kopien von Fachliteratur an andere Studierende weitergeben?
Studierende dürfen ihre digitalen Kopien nicht an andere Studierende weitergeben - weder digital (per E-Mail, Online-Gruppen, etc.) noch in ausgedruckter Form. Ein Ausdruck oder eine Kopie kann nur für den eigenen, wissenschaftlichen Gebrauch angefertigt und genutzt werden! (vgl. §53 UrhG Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch)

Was dürfen Lehrende den Studierenden raten?
  • Bereits hochgeladene Texte aus allen Lernplattformen herunterladen und abspeichern
  • Frei zugängliche oder durch die Bibliothek lizenzierte Texte mithilfe von Verlinkungen mit anderen Studierenden teilen

Dürfen Abbildungen, die aus Büchern oder Zeitschriften gescannt wurden, in elektronische Lernplattformen eingestellt werden?
Ja, einzelne Abbildungen und Fotos, die aus Büchern und Zeitschriften entnommen wurden, dürfen über elektronische Lernplattformen zur Verfügung gestellt werden. Hierbei sollten die Quelle, aus der die Abbildung entnommen wurde, angegeben werden. Für Abbildungen und Fotos gilt ein Gesamtvertrag mit der VG Bild und Kunst, der die Vergütung der Urheber zentral und pauschal regelt.

Dürfen Kopien von Teilen eines Videos in Lernplattformen eingestellt werden?
Ja, Filmausschnitte, die nicht länger als 5 Minuten sind und deren deutscher Kinostart mind. 2 Jahre zurückliegt dürfen eingestellt werden, ansonsten muss die Genehmigung des Rechteinhabers eingeholt werden.
+Verlinkung

Dürfen in elektronischen Lernplattformen Links zur Verfügung gestellt werden?
Ja, grundsätzlich können ohne weiteres frei im Internet zugängliche Inhalte wie auch Inhalte, die die Bibliothek lizenziert hat, verlinkt werden. Bei Letzteren handelt es sich insbesondere um Online-Journals oder E-Books. Das Verlinken von Inhalten ist oftmals nicht nur technisch einfacher, als eine Datei hochzuladen, es ist zudem in der Regel urheberrechtlich unproblematisch. Auf offensichtlich rechtswidrige Angebote wie z.B. sog. "Schattenbibliotheken" oder "Piraterieplattformen" darf allerdings nicht verlinkt werden.

Dürfen Bilder, Videos und Texte in die Lernplattformen eingebettet werden, so dass Sie direkt auf den Seiten erscheinen?
Ja, das Einbetten von Bildern, Videos und Texten, die frei im Internet verfügbar sind, ist grundsätzlich erlaubt, sofern die Inhalte nicht widerrechtlich (d.h. ohne Erlaubnis des Urhebers) veröffentlicht wurden. Der Vorgang ist allerdings oft komplexer und es müssen möglicherweise noch zusätzliche Bedingungen erfüllt sein, als beim bloßen Verlinken auf das Material, welches ebenfalls bedenkenlos möglich ist.

Darf auf E-Books und Online-Journals, die von der Bibliothek lizenziert wurden, verlinkt werden?
Ja, auf E-Books und Online-Journals, die von der Bibliothek lizenziert wurden, darf verlinkt werden. Es sollten keine Kopien der lizenzierten Werke in elektronischen Lernplattformen eingestellt werden, da die Lizenzbedingungen hier unterschiedlich sind. Der Bibliothekskatalog gibt umfassend und aktuell Auskunft über die lizenzierten Inhalte. Lehrende, die ein Werk vermissen, können über die zuständigen Fachreferate die Lizenzierung weiterer E-Books und E-Journals anregen. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und der verlagsseitig angebotenen Lizenzierungsoptionen kommen die Fachreferate Ihren Wünschen gerne nach.

Wie können Links auf ein E-Book bzw. ein Kapitel oder ein paar Seiten eines E-Books geteilt werden?
Bei E-Books und anderen von der Bibliothek lizenzierten elektronischen Dokumenten stehen in den allgemeinen Informationen zum Werk (z.B. Springer "About this Book") Identifikationsnummern in den Formaten DOI oder URN. Wenn die Nummer bereits anklickbar und somit verlinkt ist, kann die Verlinkung ohne Ergänzung übernommen und zum Beispiel in der Lernplattform eingestellt oder in einer E-Mail verschickt werden. Sollte die Verlinkung zum E-Book fehlen, muss die dazugehörige Identifikationsnummer mit einer Erweiterung der Webseitenadresse versehen werden: DOI => http://doi.org/DOI-IDentifikationsnummer | URN => https://nbn-resolving.org/URN-Identifikationsnummer. Weitere Informationen hierzu befinden sich auf den Webseiten der Bibliothek: http://www.ub.uni-bielefeld.de/digital/ebooks/verlinkung.htm

Was muss beachtet werden, wenn Links auf E-Books an Lehrende oder Studierende weitergegeben werden?
Alle lizenzierten E-Books sind aus dem Universitätsnetz der Universität Bielefeld frei zugänglich. Hochschulangehörige können auch von extern über eine VPN-Verbindung zugreifen. Anleitungen dazu finden Sie beim Hochschulrechenzentrum und der Universitätsbibliothek.
Die Volltexte der Artikel/Kapitel dürfen nur zum persönlichen Gebrauch und zu Lehr- und Forschungszwecken ausgedruckt oder gespeichert werden. Weitere Informationen
Artikel/Kapitel dürfen weder elektronisch noch in ausgedruckter Form an Dritte weitergegeben werden.
Weitere Informationen auf den Webseiten der Bibliothek
+Öffentliches Material

Dürfen Texte, Bilder und sonstiges urheberrechtlich geschütztes Material, das vom Urheber im Internet verfügbar gemacht wurde, als Kopie in elektronischen Lernplattformen abgelegt werden?
Dass die Inhalte mit Zustimmung des jeweiligen Urhebers im Internet verfügbar gemacht wurden bedeutet nicht, dass diese kopiert und in elektronische Lernplattformen eingestellt werden dürfen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Urheber durch eine freie Lizenz deutlich macht, dass er hiermit einverstanden ist. Freie Lizenzen sind bspw. Creative Commons Lizenzen (?CC-Lizenzen?). Die Verwendungsmöglichkeiten dieser unter eine CC-Lizenz gestellten Inhalte sind den jeweils verlinkten Lizenzbedingungen zu entnehmen und durch Symbole gekennzeichnet. Texte, die nicht durch eine freie Lizenz gekennzeichnet sind, dürfen in elektronischen Lernplattformen nur verlinkt werden.

Welche Arten freier Lizenzen gibt es und was muss dabei beachtet werden?
Creative Commons
"Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet. Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. Durch CC-Lizenzen geben die Inhaber von Urheber- und Leistungsschutzrechten allen Interessierten zusätzliche Freiheiten. Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt." Weitere Informationen

DPPL - Digital Peer Publishing Lizenz
"Die Digital Peer Publishing Lizenz bietet die lizenzrechtliche Grundlage für eine entsprechende Verbreitung von Dokumenten in E-Journals. Die Lizenz gestattet jedermann die Weitergabe des Dokuments in elektronischer Form, z.B. es in Netzwerken öffentlich zur Verfügung zu stellen. Die Weitergabe durch andere ist allerdings an Pflichten geknüpft, insbesondere im Hinblick auf die Nennung der Autoren und Rechtsinhaber und die verwendeten bibliographischen Angaben, um eine einheitliche Zitierweise zu gewährleisten. Ein Recht zur Nutzung veränderter Versionen der Werke wird durch die Lizenz nicht eingeräumt." Weitere Informationen

Ab wann sind urheberrechtliche Werke gemeinfrei und dürfen damit in elektronische Lernplattformen eingestellt werden?
Der Urheberrechtsschutz erlischt mit Ablauf von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres in dem der Urheber gestorben ist, §§ 64, 69 UrhG. Werke von Urhebern, die im Jahr 1945 gestorben sind, sind somit mit Ablauf des 31.12.2015 gemeinfrei geworden. Werke von Urhebern, die im Jahr 1946 gestorben sind, werden mit Ablauf des 31.12.2016 gemeinfrei. Kopien von gemeinfreien Werken können Sie in elektronischen Lernplattformen ablegen und ihren Studierenden so verfügbar machen. Häufig sind Werke, die vor 1920 erschienen sind, gemeinfrei, da der Urheber seit mehr als 70 Jahren verstorben ist.
+Selbst erstelltes Lehrmaterial

Dürfen Lehrende selbst erstelltes Lehrmaterial in elektronische Lernplattformen einstellen?
Ja, da sie selbst Urheber dieser Materialien sind, dürfen sie diese auch in elektronischen Lernplattformen bereitstellen. Hierzu gehören neben Präsentationsfolien und Vorlesungsskripten auch sonstiges selbst erstelltes Material wie Seminarpläne, Ablaufpläne, Lehrveranstaltungskonzepte, Literaturlisten, Übungsaufgaben mit Musterlösungen, Zusammenfassungen, Fallbeschreibungen oder Protokolle.

Was ist bei Zitaten in selbst erstellten Materialien zu beachten?
In Vorlesungsskripten und Präsentationsfolien können andere Werke zitiert werden. Unter einem Zitat versteht man die unveränderte Übernahme fremden Geistesgutes unter Angabe der Quelle. Hierbei sind die Grenzen des § 51 UrhG zu beachten. Stets ist die Quelle des Zitats anzugeben. Hierzu gehören die Fundstelle (bibliographische Angaben) und der Name des Autors. Die bloße Quellenangabe reicht aber nicht aus. Nach § 51 UrhG muss das Zitat in seinem Umfang stets durch den Zitatzweck gerechtfertigt sein. Ein Zitat kann unterschiedliche Zwecke haben. Es kann Belegcharakter haben, es kann auch hilfsweise zur Unterstützung und Untermauerung des eigenen Gedankengangs angeführt werden. Es muss stets eine geistige Auseinandersetzung des zitierenden Werkes mit dem zitierten Werk stattfinden und ein "innerer Zusammenhang" hergestellt werden. Kein Zitat rechtfertigt eine Übernahme fremden Geistesgutes, wenn sich der Zitierende nur eigene Ausführungen ersparen oder das zitierte Werk nur leichter zugänglich machen will. Ebenso wenig können bloße Ausschmückungen ohne inhaltlichen Bezug ("inneren Zusammenhang") ein Zitat rechtfertigen.

Dürfen Lehrende eigene Publikationen in elektronische Lernplattformen einstellen?
Bei eigenen Werken, die Sie bereits veröffentlicht haben, kommt es darauf an, was Sie mit dem Verlag vereinbart haben. Sofern Sie ausschließliche Nutzungsrechte zur Online-Nutzung nach § 19a UrhG an einen Verlag abgetreten haben, müssen Sie mit diesem Rücksprache halten und um Erlaubnis bitten, die Inhalte ihren Studierenden in elektronischen Lernplattformen bereitstellen zu dürfen. Auskunft geben hier schriftliche Vereinbarungen zwischen Ihnen und Ihrem Verlag. Sofern diese Ihnen nicht mehr vorliegen, sollten Sie den Verlag bitten Ihnen ggf. eine Kopie zukommen zu lassen.
+Semesterapparate

Sind Semesterapparate generell nicht mehr zulässig?
Herkömmliche Semesterapparate in Form von gedruckten Büchern sind weiterhin zulässig. Zur Einrichtung von Semesterapparaten wenden sich die Lehrenden an die zuständigen Mitarbeiter der jeweiligen Fachbibliotheken. Nähere Informationen hierzu befinden sich auf den Webseiten der Bibliothek. Die Studierenden finden die Semesterapparate in einem eigenen Regal in der jeweiligen Fachbibliothek, wo die Semesterapparate alphabetisch nach dem Namen des Lehrenden geordnet werden.

Dürfen gebundene Reader in der Zentralen Vervielfältigung auf Papier hergestellt und zum Selbstkostenpreis an die Studierenden abgegeben werden?
Nein, die Zentrale Vervielfältigung (ZV) der Universität stellt keine Kopien von urheberrechtsgeschütztem Material her.
+Sonstiges

Welche Verbesserungsmöglichkeiten schafft die Universität für die Lehrenden und Studierenden, um die Situation zu verbessern?
Die Kopier- und Scanmöglichkeiten in der Bibliothek sollen ausgebaut werden. Die Lehrenden können der Bibliothek über die Fachreferate Anschaffungswünsche für E-Books und E-Journals, wie auch für Bücher zukommen lassen. Bitte nutzen Sie hierzu das Anschaffungsvorschlagsformular der Bibliothek. Die Fachreferate werden ihren Wünschen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und der verlagsseitig angebotenen Lizenzierungsoptionen nachkommen.

Was sollten Lehrende jetzt tun?
Lehrende sollten alle für das laufende Semester relevanten Materialien gem. § 52a in den Lernplattformen hochladen und ihre Studierenden dazu auffordern diese bis zum 31.12.2016 herunterzuladen und abzuspeichern. Darüber hinaus muss die Löschung aller unter § 52a veröffentlichten Sprachwerke zum 01.01.2017 veranlasst werden. Weitere Informationen zur Löschung der Inhalte werden demnächst bekannt gegeben.

Was sollten Studierende jetzt tun?
Studierende sollten alle bereits hochgeladenen Materialien vor dem 31.12.2016 herunterladen und sicher abspeichern (Festplatte, Cloud, USB-Stick, usw.).