Handwerk Philosophie
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Dr. Oliver Schliemann

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Handwerk Philosophie

Das Projekt Handwerk Philosophie ist eine Initiative der Abteilung Philosophie zur Förderung der philosophischen Grundkompetenzen Textverständnis, philosophisches Schreiben und Recherche. Zu diesem Zweck stellen wir unseren Studierenden auf unserer Hilfsmittelseite verschiedene Anleitungen und Tipps zum philosophischen Lesen und Schreiben sowie zum Recherchieren zur Verfügung.

 

Das Projekt

Neben der Bereitstellung von Anleitungen und Tipps für Studierende zum Philosophischen Schreiben ist der wesentliche Arbeitsbereich des Projekts die Koordination und Weiterentwicklung der Kurse zum Philosophischen Schreiben, die an der Abteilung Philosophie angeboten werden. Dazu gehören außer der Organisation eines regelmäßigen Austauschs der Lehrenden über diese Kurse vor allem deren Evaluation sowie deren Unterstützung durch verschiedene Peer-Learning-Programme.

 

Philosophisches Schreiben 1, 2,3

Zu Beginn ihres Studiums sind viele Studierende zunächst überrascht von den rigiden Anforderungen der Philosophie hinsichtlich gedanklicher Klarheit, argumentativer Schärfe sowie fundierter Text- und Sachkenntnis. Damit aus dieser Überraschung kein Frust wird, legt die Abteilung Philosophie besonderen Wert auf die systematische Vermittlung des philosophischen Handwerks in eigens dafür konzipierten Veranstaltungen der Studieneingangsphase.

Neben den auch anderswo üblichen Veranstaltungen zur formalen Logik und Argumentationstheorie sind die Veranstaltungen zum Philosophischen Schreiben eine Bielefelder Besonderheit. In eigens dafür vorgesehenen Seminaren lernen die Studierenden hier schrittweise, wie man philosophische Texte liest und schreibt und wie man die nötige Literatur für seine Texte findet. Diese Veranstaltungen sind teilnehmerbeschränkt, intensiv betreut und übungsorientiert.

Den Kern dieses Ausbildungskonzepts bilden dabei die beiden aufeinander aufbauenden Pflichtkurse Philosophisches Schreiben 1 und 2. Anhand mehrerer kurzer schriftlicher Beiträge üben die Studierenden im Philosophischen Schreiben 1 grundlegende Techniken des Interpretierens philosophischer Texte und des Schreibens philosophischer Arbeiten. Dazu gehört z.B. die Übung in textnaher Interpretation, das Rekonstruieren von Argumenten, das korrekte Zitieren oder das Paraphrasieren ohne zu plagiieren. Im Philosophischen Schreiben 2 erlernen die Studierenden dann weiterführende Fertigkeiten wie die Entwicklung und Vermittlung eigener Gedanken und Argumente oder das Strukturieren und Überarbeiten eigener Texte. Angeleitet und durch mehrere Feedbackschleifen hindurch schreiben die Studierenden in diesen Seminaren schrittweise einen eigenen philosophischen Aufsatz.

Im Philosophischen Schreiben 3 haben die Studierenden außerdem die Möglichkeit, sich in der gezielten Literaturrecherche mithilfe entsprechender Datenbanken und der systematischen Erstellung eines einschlägigen Literaturberichts zu üben. Dieser Seminartyp ist als freiwilliges Forschungsseminar konzipiert, in dem sich die Studierenden gemeinsam und unter Anleitung ein Forschungsfeld erschließen, um eine größere wissenschaftliche Arbeit, wie z.B. eine größere Hausarbeit oder die Bachelorarbeit, inhaltlich vorzubereiten.

 

Evaluation

Verzahnt mit der Entwicklung lernzielorientierter Seminartypen erprobt das Handwerk Philosophie zwei neue Evaluationsformen, die vom Arbeitsbereich Lehren & Lernen entwickelt und schrittweise an die Bedürfnisse der Philosophie angepasst wurden, die sogenannte Teaching Analysis Poll (TAP) und die Lernzielorientierte Evaluation. Beide Verfahren erheben insbesondere den Lernerfolg gemessen an den zuvor definierten Lernzielen. Sie eignen sich aufgrund ihrer Form tendenziell für unterschiedliche Seminartypen.

Die TAP verläuft in Form einer Diskussion der Seminarteilnehmer untereinander und eignet sich insofern eher für Veranstaltungen mit einer überschaubaren Teilnehmerzahl. Sie ermöglicht ein relativ freies Feedback. Die Lernzielorientierte Evaluation fokussiert in dieser Hinsicht aufgrund ihrer Fragebogenform stärker auf bereits vorgegebene Fragen, lässt sich aber, da sie online durchgeführt wird, auch in größeren Veranstaltungen nutzen. Beide Methoden werden regelmäßig zur beständigen Optimierung der Kurse zum Philosophischen Schreiben genutzt.

Informationen für Lehrende finden Sie hier.

 

Peer-Learning

Schreiben ist ein individueller Prozess, der viel Rücksprache, Austausch und Feedback erfordert, und nicht immer sind die Lehrenden die richtigen Ansprechpartner für diese Anliegen. An der Abteilung Philosophie gibt es zur Unterstützung der Studierenden ein viergliedriges Peer-Learning-Programm.
Das Tutorium zum Philosophischen Schreiben flankiert die Kurse zum Philosophischen Schreiben und bietet den Studierenden Gelegenheit, die
in diesen Kursen gestellten Aufgaben oder behandelten Texte untereinander zu besprechen. Er soll die Studierenden vom Anfang Ihres Studiums an dazu anleiten, philosophisches Schreiben als kommunikativen Prozess zu begreifen, der dem jeweiligen Schreibprojekt in vielerlei Hinsicht förderlich ist.
Der Schreibraum ist ein Angebot, welches in den Semesterferien angeboten wird. Unabhängig von Semester oder Thema können sich die Studierenden hier in lockerer Atmosphäre zusammenfinden, um miteinander an ihren indivuduellen Haus-und Abschlussarbeiten oder Essays zu arbeiten. Der gemeinsame Austasch kann dazu dienen, Schreibblockaden zu lösen, das Thema der Arbeit weiter einzugrenzen oder die eigenen Gedanken besser zu strukturieren.
Die Lernpartnerbörse bietet eine Online-Plattform, die den Austausch erleichtern soll. Dort können Studierende leicht Lerngruppen und Tandempartnerschaften bilden oder das Forum als allgemeine Diskussionsplattform nutzen.

 

Geschichte des Projekts

Die Vermittlung philosophischen Handwerks in eigens dafür vorgesehenen Kursen hat eine lange Tradition an der Bielefelder Abteilung Philosophie. Schon in den neunziger Jahren, als von der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen noch keine Rede war, gab es in Bielefeld das Individuelle Essay Training (IET) und die Hausarbeit in Intensiv betreuten Teilschritten (HIT). In diesen Kursen erhielten die Studierenden regelmäßig Feedback auf Schreibprodukte, die sie mehrmals pro Semester einzureichen hatten. Mit der Einführung der Bachelorstudiengänge im Wintersemester 2002/2003 wurde eine ganze Reihe von Veranstaltungstypen geschaffen, die der ausdrücklichen Vermittlung von „philosophischen“ Kompetenzen dienten. Neben den Kursen zum Philosophischen Schreiben und zum Textverständnis sah der Modulkatalog Veranstaltungen zur Philosophischen Analyse von Alltagsproblemen und Präsentation vor sowie Lektüre- und Orientierungskurse. Seit dem Wintersemester 2011/12 sind die verschiedenen Inhalte dieser Kurse in zwei Pflichtkursen zusammengezogen, dem Philosophischen Schreiben 1 und 2. Während es im Philosophischen Schreiben 1 vor allem darum geht, philosophische Texte angemessen zu verstehen und sich korrekt auf sie zu beziehen, geht es im Philosophischen Schreiben 2 darum, in aufeinander folgenden Teilschritten eine philosophische Hausarbeit zu entwickeln.

Mit Mitteln des vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschriebenen Wettbewerbs Exzellente Lehre konnte im Rahmen des Förderprogramms Zeit für Lehre dann im Wintersemester 2010/11 das Projekt Handwerk Philosophie offiziell auf den Weg gebracht werden. Der Antrag ging auf die Initiative von Juniorprofessorin Dr. Maria Kronfeldner und die Anregung von Studierenden zurück, die an einem von Frau Kronfeldner durchgeführten ersten Seminar des neuen Typs Schreiben 3 teilgenommen hatten. Der Antrag sah wesentlich ein mit den Studierenden entwickeltes Fünf-Stufen-Konzept vor, demgemäß der Erwerb wissenschaftlicher Professionalität in der Philosophie systematisch, problemnah und über das ganze Studium verteilt gestaltet werden sollte. Die Umsetzung dieses Konzepts berücksichtigt dabei insbesondere die lernzielorientierte Profilierung der beiden Kurse Philosophisches Schreiben 1 und 2 gemäß dem Modulkatalog der Abteilung. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Pilotseminaren für den Seminartyp Schreiben 3 (Explorativ Forschen Lernen) initiiert und weitergeführt. Im Rahmen des Projekts wurden außerdem Handreichungen für Studierende und Lehrende weiterentwickelt, die lernzielorientierte Evaluation (s.o.) eingeführt und allgemein der Austausch über gute Lehre unter den Lehrenden intensiviert. Mit dem Werkzeugkasten wurde außerdem eine elektronische Plattform geschaffen, auf der die Lehrenden von Ihnen verwendetes Mateiral und Ideen aus den Kursen zum Philosophischen Schreiben untereinander austauschen können.

In der ersten zweijährigen Phase waren als Lehrende v.a. Juniorprofessorin Dr. Maria Kronfeldner und Prof. Dr. Véronique Zanetti an der Umsetzung des Projekts beteiligt. Die Leitung hatte Juniorprofessorin Dr. Maria Kronfeldner. Seit dem Sommersemester 2012 liegt die Projektleitung des Handwerks Philosophie bei Dr. Oliver Schliemann. Im Rahmen des Programms richtig einsteigen. konnte eine Stelle eingeworben werden, die der Vermittlung literaler Kompetenzen in der Studieneingangsphase im Fach Philosophie dient und das Handwerk Philosophie zunächst bis Dezember 2016 hauptamtlich leitet. Zu den Hauptaufgaben zählt nun neben der weiterzuführenden Koordination der Veranstaltungen zum Philosophischen Schreiben die Vernetzung mit den anderen am richtig einsteigen.-Programm beteiligten Fächern und die Verknüpfung der schreibintensiven Lehre in der Philosophie mit der aktuellen schreibdidaktischen Forschung.

Am Projekt Handwerk Philosophie waren und sind seit seiner Gründung viele Personen engagiert und beteiligt. Ein herzliches Dankeschön an alle!

 
 

 

 

 

Projektbeteiligte


Sven Petzold (Projektassistenz, Tutor)

 

Oliver Schliemann (Projektleitung ab Sep 2012)

 

Marko Wenzel (Evaluation)

 

Véronique Zanetti (Studiendekanat)

 


Ehemalige Projektbeteiligte


Hannah Grebe (Handreichungen Studierende)

 

Nikolai Klimmek (Didaktik, Schule)

 

Stephan Kopsieker (Antragstellung, Tutor)

 

Judith Köhler (Studiendekanat)

 

Maria Kronfeldner (Projektleitung bis Aug 2012)

 

Insa Lawler (Lupenkurse)

 

Sven Maier (Evaluation)

 

Daniel Milne (Lupenkurse)

 

Gesine Schepers (Satellitenkurse)

 

Laura Schweppe (Projektassistenz, Schreibraum)

 

Zita Schwier (Projektassistenz)

 

Christian Tietze (Evaluation)

 

Dario Wimmer (Projektassistenz)

 

 

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