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Abteilung Philosophie
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Der philosophische Sommervortrag 2015

Zur gegenwärtigen politischen Diskussion um die Sterbehilfe

Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing (Tübingen)

am 10. Juni 2015 um 18:00 Uhr in Hörsaal 7

 

Ferdinand Hodler, Valentine Godé-Darel im Krankenbett

 

Das Thema

Die Frage, ob man das Leben eines schwerkranken Menschen unter Umständen vorzeitig beenden dürfe oder ob man es so lange wie möglich erhalten müsse, wird in der medizinischen Ethik schon seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kontrovers diskutiert. Hinsichtlich der "passiven" Sterbehilfe, also des Verzichts auf lebensverlängernde medizinische Maßnahmen zugunsten eine palliativen Sterbebegleitung, herrscht mittlerweile weitgehende Einigkeit. "Aktive" Sterbehilfe ist hingegen nach wie vor umstritten. Das gilt insbesondere für den assistierten Suizid, also die Selbsttötung mit ärztlicher Hilfe oder mit Unterstützung so genannter Sterbehilfe-Vereine. Der Deutsche Bundestag hat 2014 diese öffentliche Diskussion aufgenommen und plant noch dieses Jahr, über mögliche Gesetzesänderungen zu entscheiden.

Der Verein für Philosophie hat sich deshalb entschlossen, die Sterbehilfe zum Thema seines diesjährigen Sommervortrags zu machen, und hat dafür einen der prominentesten Experten Deutshclands gewonnen, Prof. Dr. Urban Wiesing aus Tübingen.

 

Der Referent

Urban Wiesing ist Professor für Ethik in der Medizin und Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen. Er war lange Jahre Vorsitzender der zentralen Ethik-Kommission der Bundesärztekammer und ist Mitglied des Medical Ethics Committee des Weltärztebunds, in dessen Rahmen er an der kürzlich erschienenen revidierten Fassung der Deklaration von Helsinki mitgewirkt hat.

Zusammen mit drei Kollegen hat Wiesing letztes Jahr einen Gesetzentwurf zur Änderung der Sterbehilfe-Gesetzgebung veröffentlicht, der großes öffentliches Aufsehen erregt hat (Borasio/Jox /Taupitz/ Wiesing 2014): Selbstbestimmung im Sterben - Fürsorge zum Leben. Ein Gesetzesvorschlag zur Regelung des assistierten Suizids, Stuttgart: Kohlhammer). In ihm schlagen die Autoren vor, den ärztlich assistierten Suizid für einen eng beschränkten Anwendungsbereich zuzulassen, andere Formen der "aktiven" Sterbehilfe hingegen zu verbieten bzw. verboten zu lassen.

Prof. Wiesing wird in seinem Vortrag sowohl eine allgemeine Einführung in das Thema geben wie auch seine eigene Position zur Diskussion stellen.

 

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