Neue Verfahren in der Epilepsie
(BUZ) Prof. Dr. Elisabeth Gülich, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Sachbeihilfe für das zusammen mit Prof. Dr. Peter Wolf (Epilepsie-Zentrum Bethel) beantragte Forschungsprojekt "Linguistische Differentialtypologie epileptischer und anderer anfallsartiger Störungen - Diagnostische und therapeutische Aspekte".
Das Projekt, das gemeinsam mit dem Oberarzt Dr. Martin Schöndienst am Epilepsie-Zentrum Bethel durchgeführt wird, geht von der Annahme aus, daß die systematische linguistische Analyse der sprachlichen Darstellungen der Patienten zur Entwicklung neuer Verfahren der epileptologischen Diagnostik beitragen kann. Zwei Dimensionen der Erkrankung sind herauszuarbeiten:
syndromatologische und gegebenenfalls lokalisatorische Aspekte: Dabei geht es um die Frage, ob bestimmte typische Formulierungsverfahren Rückschlüsse auf die Art der Anfallskrankheit erlauben, das heißt beispielsweise Indizien dafür bereitstellen, ob es sich bei einem Patienten um epileptische oder pseudo-epileptische Anfälle handelt, ob eine generalisierte oder eine fokale Epilepsie vorliegt, wo sich gegebenenfalls der Herd lokalisieren läßt und wie der Anfall verläuft;
"coping"-Aspekte: Hier wird untersucht, wie die Patienten die
ihnen aus der Krankheit erwachsenen Zumutungen erleben und verarbeiten
bzw. wie sich diese Erfahrungen syndromspezifisch in der sprachlichen Darstellung
niederschlagen.