Prof. Dr. Jean Cleymans, Universität Kapstadt, hat den Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Der Preis in Höhe von 115 000 Mark soll international anerkannten Spitzenforschern die Möglichkeit geben, bis zu einem Jahr an einer deutschen Hochschule ihrer Wahl zu arbeiten. Professor Cleymans Spezialgebiet ist die Untersuchung von Materie unter extremen Bedingungen, insbesondere die mögliche Erzeugung von Quarkmaterie in hochenergetischen Kern-Kern-Stößen. Cleymans nutzt die ihm durch den Humboldt-Forschungspreis gegebene Möglichkeit, um in Bielefeld an der Fakultät für Physik in der Gruppe von Professor Helmut Satz mitzuarbeiten. Bielefeld, meint Cleymans, sei eines der führenden Forschungszentren in seinem Arbeitsgebiet, weshalb diese Gelegenheit für seine Arbeit von außerordentlichem Wert sei. Zudem erlaubt ihm der Aufenthalt in Bielefeld auch Besuche des europäischen Kernforschungszentrums CERN in Genf, an dem zur Zeit die wichtigsten Experimente in seinem Arbeitsgebiet durchgeführt werden. Bielefeld ist für Cleymans, der ursprünglich aus Belgien stammt, kein Neuland. Nach seiner Promotion in Leuwen und mehrjährigen Forschungsaufenthalten in Aachen, Stanford und am CERN hat er von 1975 bis 1983 bereits an der Universität Bielefeld gearbeitet, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und nach seiner Habilitation im Jahr 1977 als Privatdozent und außerplanmäßiger Professor. Seit 1986 ist er Professor an der Universität Kapstadt. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er 1993 als Fellow in die Royal Society of South Africa aufgenommen.
Prof. Dr. Ulrike Davy, zuvor Europäisches Zentrum für
Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien und von 1996 bis 1998 Lehrstuhlvertreterin
auf einer Jean-Monnet-Professur für European Labour Law, Labour Relations
and Social Policy an der Bielefelder Rechtswissenschaftlichen Fakultät,
ist zur Professorin für "Öffentliches Recht, deutsches und internationales
Sozialrecht, Rechtsvergleichung" an der Universität Bielefeld ernannt
worden. Ulrike Davy wurde 1955 in der Steiermark geboren. Sie studierte
Rechtswissenschaft an der Wiener Universität und wurde dort 1980 promoviert.
Danach arbeitete sie als Assistentin an der rechtswissenschaftlichen Fakultät
und habilitierte sich über Asyl- und internationales Flüchtlingsrecht.
1996 erhielt sie von der Universität Graz die Lehrbefugnis für
Österreichisches und vergleichendes Verfassungs- und Verwaltungsrecht.
Ulrike Davys Forschungsgebiete sind Menschenrechtsfragen, Asyl- und Ausländerrecht,
europäische Sozialpolitik und Sozialrecht.
Dr. Helmuth Feilke, zuletzt Hochschuldozent an der Universität-Gesamthochschule Siegen, ist zum Professor für "Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik; Schwerpunkt: Sprachlich-kulturelle Sozialisation" an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Helmut Feilke, in Wissen an der Sieg geboren, studierte Germanistik, Soziologie, Politologie und Ökonomie (Lehramt Sekundarstufe II mit Erweiterungsprüfung, Sekundarstufe I Deutsch und Sozialwissenschaften). Feilke, ab 1983 gefördert als Stipendiat der Studien-stiftung des Deutschen Volkes, schloß sein Erstes Staatsexamen 1986 ab und nahm im selben Jahr seine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Germanistische Sprachwissenschaft des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaften an der Universität-Gesamthochschule Siegen auf. Im Jahre 1992 ist sein Promotionsverfahren eröffnet worden. 1993 wurde er mit der Dissertation "Common-Sense-Kompetenz. Überlegungen zu einer Theorie des 'sympathischen Meinens und Verstehens'" promoviert. 1996 habilitierte er sich mit der Arbeit "Sprache als soziale Gestalt. Ausdruck, Prägung und die Ordnung der sprachlichen Typik" und erhielt die Venia legendi für "Germanistische Linguistik und Didaktik der deutschen Sprache". In seiner Dissertation als auch in der Habilitationsschrift geht Feilke, der 1995 den Hugo-Moser-Preis für Germanistische Sprachwissenschaft erhielt, disziplinär fundiert und interdisziplinär orientiert Problemen des Zusammenhangs von Kommunikation, Kognition und Kompetenz nach und schlägt dabei eine Brücke zwischen den bis dahin weithin unvereinbaren Perspektiven und Konzepten einer eher formalwissenschaftlichen und einer mehr kulturwissenschaftlichen Linguistik.
Prof. Dr. Feng-Yu Wang von der Beijing Normal University in Beijing ist bis zum 30. November 1999 als Humboldt-Stipendiat Gast der Fakultät für Mathematik. Sein Spezialgebiet ist die Stochastische Analysis. Während seines Aufenthalts in Bielefeld wird er als Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Röckner insbesondere an Problemen in der Spektraltheorie von Differentialoperatoren in unendlich vielen Variablen arbeiten.
Prof. Dr. Stephan Merl, Fakultät für Geschichtswissenschaft
und Philosophie der Universität Bielefeld, ist von der Jaroslawler
Staatlichen Pädagogischen Uschinski-Universität für "seine
hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft und
seinen großen Beitrag zur Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit"
mit der Ehrendoktorwürde der Universität Jaroslawl ausgezeichnet
worden. Hierzu hat ihm im Namen der Fakultät Dekan Prof. Dr. Peter
Lundgreen herzlich gratuliert. Seit Jahren verfolge er - so Lundgreen -
die "vielfältigen Aktivitäten in Sachen 'Osteuropa' mit Bewunderung
und Staunen, und da ich persönlich hier und dort als Zeuge dabei war,
weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich sage, daß diese Anerkennung
hoch verdient ist. Mit besonderer Freude begrüße ich dich daher
in unserer Mitte als Prof. Dr. Dr. h.c. Stephan Merl."
Prof. Dr. Alfred Pühler, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, ist vom Bundespräsidenten auf gemeinsamen Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Hochschulrektorenkonferenz und der Max-Planck-Gesellschaft mit Wirkung vom 1. Februar 1999 bis 31. Januar 2002 zum Mitglied des Wissenschaftsrates berufen worden. Der Wissenschaftsrat, dem auch Prof. Dr. Thomas Christaller von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld angehört, berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung sowie des Hochschulbaus.
Dr. Johannes Roggenhofer ist neuer Geschäftsführer
des Zentrums für interdisziplinäre Forschung der Universität
Bielefeld. Er löst Gerhard Sprenger ab, der die Geschäfte des
ZiF von 1971 bis 1998 führte und jüngst für seine rechtsphilosophischen
Aktivitäten, aber auch für sein langjähriges hervorragendes
Wissenschaftsmanagement am ZiF zum Honorarprofessor an der Universität
Bielefeld ernannt worden ist. Johannes Roggenhofer stammt aus Regensburg.
Er ist Linguist und Philosoph und war zuletzt als persönlicher Referent
des Präsidenten der Universität Mainz tätig. Roggenhofer
übernimmt von Sprenger die Leitung einer weltweit bekannten Institution
mit einem kleinen, gut eingespielten und engagierten Mitarbeiterteam. Das
Wissenschaftliche Direktorium des ZiF ist mit seiner Wahl sehr zufrieden,
wie Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff, Geschäftsführende Wissenschaftliche
Direktorin des ZiF, schon jetzt feststellen kann: "Sachkundig, kommunikativ
und effizient hat Herr Roggenhofer sich seine Leitungsaufgabe am ZiF innerhalb
überraschend kurzer Zeit zu eigen gemacht und sowohl in die Verwaltungsabläufe
als auch in die Forschungsplanung, an der er als Mitglied des ZiF-Direktoriums
mitwirkt, neue Ideen eingebracht. Es gehört nicht wenig Selbstvertrauen
und Kompetenz dazu, ein Amt anzunehmen und auszufüllen, das fast dreißig
Jahre lang ein so verdienter Vorgänger wie Gerhard Sprenger ausgefüllt
hat. Das Direktorium ist sehr froh darüber, daß es mit Herrn
Roggenhofer eine Person von diesem Selbstvertrauen und dieser Kompetenz
gewinnen konnte."
Dr. Heiko Schrader, Privatdozent an der Fakultät für
Soziologie der Universität Bielefeld, ist an der Staatsuniversität
St. Petersburg zum Professor für Sozialanthropologie ernannt worden.
Daniel Stephan, Regisseur des Handballbundesligisten TBV Lemgo
und Student an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
der Universität Bielefeld (Diplomstudiengang Sport), ist erneut zum
"Handballer des Jahres 1998" gewählt worden. Bei einer Umfrage der
"HandballWoche" erhielt der Bielefelder Student 4365 Stimmen und wiederholte
damit seinen Erfolg im Jahr zuvor. Gummersbachs koreanischer Handballspieler
Kyung-Shin Yoon erhielt 1317 Stimmen, der Magdeburger Stefan Kretzschmar
1085. "Noch nie in der 21jährigen Geschichte dieser Wahl", so schrieb
die "Neue Westfälische", "lag ein Spieler so hoch in der Gunst der
Leserschaft wie Daniel Stephan."