Erklärung der Frauengleichstellungskommission,
des AStA und der Verkehrsgruppe
Planungsvorschläge
(BUZ) Nach ausführlicher Diskussion der Entwürfe der drei Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs "Umfeld Stadtbahnhaltestelle Universität" haben die Frauengleichstellungskommission der Universität Bielefeld, der Allgemeine Studierendenausschuß (AStA) und die Verkehrsgruppe eine gemeinsame Erklärung abgegeben und betont, daß insbesondere bei der Realisierung des ersten Preises einige Veränderungen vorgenommen werden müßten, "damit die Gestaltung der Stadtbahnhaltestelle und ihres Umfeldes den Bedürfnissen von Frauen entspricht".
Die Frauengleichstellungskommission, der AStA und die Verkehrsgruppe nennen in ihrer Erklärung folgende Elemente im Entwurf des Herdecker Architekturbüros, die geändert werden müßten:
Die 'Orangerie' scheint uns nicht glücklich plaziert, da sie den Weg zur Haltestelle verkleinert und die Einsehbarkeit behindert. Die Fahrbahn zwischen Parkhaus 1 und Parkhaus 3 muß eindeutig aufgehoben werden. Wie bereits vom Preisgericht angemerkt, muß das Gebäude 'Forum Wissenschaft' auf der westlichen Seite kleiner sein, damit sich Busspur und Fußgängerverkehr nicht behindern. Die Nutzung des Gebäudes sollte so geplant werden, daß es möglich ist, dieses auf dem Weg zur Haltestelle zu durchqueren. Hierdurch wird ein wenigstens teilweise vor Witterung geschützter Weg zur Haltestelle möglich. Des weiteren muß, solange das Parkhaus 3 steht, ein Zugang über die Brücke gewährleistet sein. Für Frauen wäre es eine deutliche Verschlechterung der Situation, wenn das Parkhaus nur über Treppenhäuser zugänglich wäre, die einen Gefahren- und Meidungsort darstellen. Bei der Gestaltung der Brücke ist darauf zu achten, daß sie in die Baustruktur integriert wird und nicht abrupt endet. Der mit dem 2. Preis honorierte Entwurf bietet hierfür Ideen an. Eine Abdeckung der Parkhäuser zum Platz kann städtebaulich sinnvoll sein, sollte jedoch das Innere des Parkhauses nicht unnötig verdunkeln. Ein barrierefreier Zugang zu der Haltestelle muß geschaffen werden, der Rollstuhffahrerlnnen und Menschen mit Kinderwagen nicht von den übrigen Nutzerinnen trennt. Wenn der 'Garten der Wissenschaften' nicht zeitgleich mit der Stadtbahnhaltestelle realisiert wird, ist eine Gestaltung für die Übergangszeit zu planen, die diesen Bereich nicht zu einen Meidungsbereich macht. Zu denken wäre an eine offene Rasenfläche, aber auch an Sportnutzung wie eine Skaterbahn. Wichtig ist, daß im unmittelbaren Bereich der Haltestelle Gastronomie angesiedelt wird, damit die fehlende Sichtbeziehung zum Universitätshauptgebäude ausgeglichen wird. Außerdem sollte in diesem Bereich ein sehr gut ausgeleuchteter Wartepunkt geschaffen werden und es ist auf eine gute Ausleuchtung des Bereichs zwischen Forum und Haltestelle zu achten. Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit für die Sichtbeziehung zum Hauptgebäude besteht in einer geringen Verschiebung der Haltestelle nach Westen mit Einführung der betrieblichen Regelung, daß die Stadtbahnzüge in beiden Richtungen nahe am westlichen Bahnsteigende halten. Ein gestalterisches Problem dieses Vorschlags könnte allerdings in einer Einengung der Fußwegverbindung in den Grünzug Rottmannshof gesehen werden.
Die Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern, der AStA und die Verkehrsgruppe hoffen, daß diese Anmerkungen und Vorschläge Eingang in die weiteren Planungen finden und so dazu beitragen, eine Stadtbahnhaltestelle zu schaffen, die den Bedürfnissen aller zukünftigen Fahrgäste der Unilinie Rechnung trägt."
Pressestelle, 1999-02-25