Bielefelder Universitätszeitung Nr. 196/1999, 12. Februar 1999

 

Literaturwissenschaft / Pädagogik

Theaterpädagogik

(BUZ) Theaterinitiativen an der Universität Bielefeld und solche, die aus der Universität Bielefeld hervorgegangen sind, gibt es einige: so die English Drama Group, das Atelier de Théatre français, die Theaterwerkstatt und das Theaterstudio, die Studiobühne, das Theaterlabor und das Mobile Theater. Theater-Spiel allerdings, so meint Dr. Frieder Schülein von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, "ist an der Universität Bielefeld in Lehre und Forschung wenig repräsentiert".

Schülein weist darauf hin, daß "'Theatralität' in den Kulturwissenschaften heute eine steigende Aufmerksamkeit gewinnt, wenn sich Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik, Psychologie, Literaturwissenschaft und Linguistik usw. der Metapher der Akteure auf der Bühne des alltäglichen Handelns einerseits und der Rolle des 'Ästhetischen Denkens' in 'postmodernen' Gesellschaften andererseits zuwenden. Es sei also kein Zufall, daß die Deutsche Forschungsgemeinschaft unlängst einen Schwerpunkt "Theatralität" gebildet hat. Hier sei ein Diskurs entstanden, der mehr Aufmerksamkeit in der gängigen Praxis der Forschung und Lehre in der Universität verdient.

Dem Theater-Spiel in der Universität Bielefeld eine stärkere Bedeutung zu verleihen, ist ein Ziel, welches sich die "Theaterwerkstatt", das "Theaterstudio" und das "Kolloquium zur Theatertheorie und Theaterpädagogik" in Zusammenarbeit mit den Fakultäten Pädagogik und für Linguistik und Literaturwissenschaft und in einer Kooperation mit der "Landesarbeitsgemeinschaft für Spiel und Theater", einem freien Träger der Jugendkulturarbeit, gesetzt haben.

Im soeben zu Ende gehenden Wintersemester beschäftigte sich das "Kolloqium" mit Theaterpädagogik in unterschiedlichen Handlungsfeldern. Hierzu hatten die Veranstalter des Kolloquiums, Frieder Schülein, Dr. Holger Grabbe von der Fakultät für Pädagogik und Michael Zimmermann, zwei Akteure der theaterpädagogischen Diskussion in der Bundesrepublik, Prof. Dr. Florian Vaßen aus Hannover und Prof. Dr. Gerd Koch Berlin, zu Vorträgen eingeladen.


Pressestelle, 1999-02-25