Pressemitteilung Nr. 34/1999

29.  März 1999
 
"Qualitätspakt" des Wissenschaftsministeriums mit den Hochschulen
Stellungnahme des Rektorats der Universität Bielefeld

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Hochschulen des Landes einen "Qualitätspakt" angeboten. Er sieht vor, daß die Hochschulen bis zum Jahre 2010 insgesamt 2000 Stellen abgeben sollen. Im Gegenzug legt das Land einen Innovationsfonds in Höhe von jährlich bis zu 100 Millionen DM auf und garantiert Planungssicherheit bis zum Jahre 2004; Stellenbesetzungssperren entfallen künftig.

Das Land hat jetzt die Zahlen bekannt gegeben, die für jede Hochschule als Orientierungsgröße gelten. Danach soll die Universität Bielefeld bis zum Jahr 2010 insgesamt 78 Stellen abgeben; darin sind 49 Stellen enthalten, deren Wegfall bereits festgelegt ist ("kw-Stellen"). Der derzeitige Stellenbestand der Universität Bielefeld beträgt 1620. Die Orientierungsgrößen wurden vom Land unter Berücksichtigung des Lehrauslastung der einzelnen Hochschulen und der von ihnen eingeworbenen Forschungsmittel (Drittmittel) innerhalb der letzten fünf Jahre berechnet.

Die Hochschulen sind aufgefordert, ihre Vorstellungen zur Entwicklung eines eigenen Profils unter Berücksichtigung ihrer Stärken und Schwächen in Forschung und Lehre bis Oktober 1999 zu formulieren. Das Land beruft einen Expertenrat unter der Leitung des Münsteraner Professors Dr. Hans-Uwe Erichsen, derzeit Präsident der Europäischen Hochschulrektorenkonferenz, ein, der die Stellungnahmen der Hochschulen bewerten und Empfehlungen zur Stellenkürzung aussprechen wird.

Das Rektorat der Universität Bielefeld bedauert den Abzug der 78 Stellen. Der Verlust von 5% ihres Stellenbestandes bedeutet eine erhebliche Belastung.

Das Rektorat sieht dennoch keine andere Möglichkeit, als dem Senat der Universität Bielefeld zu empfehlen, den "Qualitätspakt" anzunehmen. Es geht jetzt darum, den Blick nach vorne zu richten und die Strukturvorstellungen für die Zukunft so zu formulieren, daß die Stärken der Universität Bielefeld in Forschung und Lehre noch deutlicher herausgearbeitet und profiliert werden.

Hierzu werden Rektorat und Senat der Universität Bielefeld gemeinsam mit den Fakultäten und Einrichtungen unverzüglich intensive Beratungen aufnehmen. Zur regionalen Abstimmung werden die Gespräche mit benachbarten Universitäten fortgesetzt werden.
 



Pressestelle, 1999-30-03