| Motivationale und studiumsbedingte Aspekte der Prokrastination | (info) |
| Lernen unter Bedingungen multipler Handlungsoptionen und motivationale Konflikte | (info) |
| Gabe und Verarbeitung von instruktionalen Erklärungen | (info) |
| Epistemologische Überzeugungen | (info) |
| Intrinsische Motivation und ihre Förderung | (info) |
Epistemologische Überzeugungen
Eine heftige Debatte zum Thema epistemologische Überzeugungen betrifft die Frage, ob neben laienphilosophischen Überzeugungen auch laienpsychologische Überzeugungen über Lernen und Intelligenz als epistemologische Überzeugungen zu betrachten sind. Die Verfechter der weiten Begriffsfassung berufen sich auf die Annahme, Schüler/innen und Studierende würden vermutlich gar nicht zwischen beiden Überzeugungstypen unterscheiden. In der geplanten Untersuchung sollen ca. 40 Schüler/innen oder Studierende Karten mit laienphilosophischen und laienpsychologischen Aussagen sortieren. Die Untersuchung soll klären, ob Schüler/innen bzw. Studierende zwischen beiden Überzeugungstypen unterscheiden oder nicht und wie sie ihre Unterscheidung gegebenenfalls begründen.
Die Struktur epistemologischer Überzeugungen wurde in der Pädagogischen Psychologie zumeist mit Faktorenanalysen untersucht. Ein Nachteil dieses Ansatzes besteht darin, dass sie offen lässt, welche Beziehungen eine Person zwischen verschiedenen Überzeugungen sieht. So wäre z.B. denkbar, dass eine Person davon ausgeht, das Wissen in einer bestimmten Domäne (z.B. den Naturwissenschaften) sei sicher, weil es auf empirischen Daten beruht und nicht auf subjektivem Empfinden, usw. In der geplanten Untersuchung soll die Binnenstruktur epistemologischer Überzeugungssysteme mit der Causal-mapping-Technik analysiert werden. Die Aufgabe der Teilnehmer/innen (ca. 40 Schüler/innen oder Studierende) besteht darin, mit Hilfe von Pfeilen Beziehungen zwischen den verschiedenen vorgegebenen Überzeugungen herzustellen. Diese Aufgabe wird für verschiedene Domänen wiederholt (z.B. Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften).
Eine zentrale Frage der Forschung zu epistemologischen Überzeugungen betrifft ihre Spezifität für unterschiedliche Domänen. In den meisten Untersuchungen zu dieser Frage bearbeitet jeder/jede Teilnehmer/in die gleichen Items mit Blick auf unterschiedliche Domänen (z.B. Natur , Geistes und Sozialwissenschaften). Ein methodisches Problem bei diesem Vorgehen besteht darin, dass auf diese Weise leicht demand characteristics erzeugt werden können: Die wiederholte Präsentation der gleichen Items zu unterschiedlichen Domänen würde den Teilnehmern/innen demzufolge nahelegen, man erwarte von ihnen, unterschiedliche Einschätzungen abzugeben - was sie dann aus "Hilfsbereitschaft" auch tun. In der geplanten Untersuchung soll der Einfluss solcher Verzerrungen experimentell isoliert werden. Zu diesem Zweck bearbeiten die Teilnehmer/innen die gleichen Items zur Erfassung epistemologischer Überzeugungen entweder (a) nur für die Naturwissenschaften, (b) nur für die Sozialwissenschaften oder (c) sowohl für die die Naturwissenschaften als auch die Sozialwissenschaften. Die Untersuchung kann als Online-Erhebung durchgeführt werden.
Wenn eines dieser Themen Ihr Interesse geweckt hat, kann ich Ihnen gerne weitere Informationen und Literaturangaben zukommen lassen sebastian.schmid@uni-bielefeld.de.
Gabe und Verarbeitung von instruktionalen Erklärungen
Mädchen und Jungen unterscheiden sich in der Schule in ihrer mathematischen Kompetenz und in ihrer Kompetenz, Texte (u. a. instruktionale Erklärungen) zu lesen und zu verstehen. Sowohl in der PISA-Studie 2003 als auch in der PISA-Studie 2006 zeigten sich insgesamt höhere Werte mathematischer Kompetenz für Jungen als für Mädchen, wobei in Deutschland der Unterschied besonders groß ist. Hinsichtlich der Kompetenz, Texte zu lesen und zu verstehen zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Jungen bleiben diesbezüglich mehr als ein Schuljahr hinter den Mädchen zurück. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Defizite von Jungen und Mädchen empfiehlt der Aktionsrat Bildung einen individualisierten Unterricht mit einem differentiellen Lernangebot für Mädchen und Jungen. Für solche differentiellen Lernangebote bieten computerbasierte Lernumgebungen, in denen eine Makroadaptation (Anpassung an generelle Voraussetzungen der Lernenden) vorgenommen werden kann, viel versprechende Möglichkeiten. In diesem Projekt soll eine solche computerbasierte Lernumgebung zur Förderung der Verarbeitung instruktionaler Erklärungen in der Mathematik unter Berücksichtigung von Geschlechterdifferenzen in der Schule entwickelt und ihre Effekte auf Lernprozesse, Selbstkonzept und Lernerfolg analysiert werden.
"Einen Fehler darf jeder mal machen. Das gilt für Schüler genauso wie für Lehrer. Nobody is perfect. Aber wenn sich in Lehrbüchern inhaltliche Fehler und didaktische Schwächen häufen, dann ist das schon bedenklich." So beginnt die Stiftung Warentest ihren Bericht über die Analyse von Biologie- und Geschichtsbüchern. Die Ergebnisse zeigen, dass in Schulbüchern viel zu viele Fehler enthalten sind (auf jeder 5. Seite!), und dass die in den Schulbüchern enthaltenen Erklärungen sehr wissenschaftlich und kompliziert formuliert sind. Vor diesem Hintergrund soll in dieser Untersuchung analysiert werden, wie gut oder schlecht Erklärungen in Schulbüchern sind, und welche unterschiedlichen Typen von Erklärungen sich unterscheiden lassen.
Auch weitere Themen rund um Erklärungen, Selbsterklärungen, Lerntagebuch, multiple Repräsentationen und Kontrastierung von Beispielen betreue ich mit großem Interesse. Ich freue mich, wenn Sie diesbezüglich mit mir Kontakt aufnehmen: kirsten.berthold@uni-bielefeld.de
2011
Der Staubsauger kann warten! Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zur Erfassung von Prokrastination in den Bereichen Haushalt und Gesundheit (Bachelorarbeit von Renate Schmid, betreut von Katrin Jorke)
Konstruktion und Optimierung eines Fragebogens zur Erfassung von Gründen und Konsequenzen akademischer Prokrastination (Diplomarbeit von Nina König, betreut von Stefan Fries, Justine Patrzek und Carola Grunschel)
Prokrastination: Eine Analyse aus Sicht des Transtheoretischen Modells (Diplomarbeit von Lena Schopenhauer, betreut von Stefan Fries, Justine Patrzek und Carola Grunschel)
Schulische Gutachten und Empfehlungen. Welche Faktoren berücksichtigen Grundschullehrkräfte bei der Erstellung von Schullaufbahnempfehlungen. (Bachelorarbeit von Anja Busse, betreut von Stefan Fries und Katrin Jorke)
Unter welchen Bedingungen ist jeder ein Aufschieber? Eine vignettenbasierte Untersuchung über den Einfluss von Aufgabenmerkmalen auf Aufschiebeverhalten unter Berücksichtigung verschiedener Persönlichkeitsaspekte (Diplomarbeit von Sebastian Illig, betreut von Stefan Fries und Axel Grund)
2010
Ansatzpunkte und Methoden zur Verringerung von akademischer Prokrastination - Eine Analyse der Selbstberichte von Studierenden und Studienberatern (Bachelorarbeit von Melanie Hürthe, betreut von Carola Grunschel und Justine Patrzek)
Prokrastination durch Vergesslichkeit? Eine Exploration über den Zusammenhang von Prokrastination und prospektivem Gedächtnis (Diplomarbeit von Merle Dammann, betreut von Stefan Fries und Katrin Jorke)
Prokrastination im Lehrerberuf (Diplomarbeit von Katrin Benölken, betreut durch Stefan Fries und Katrin Jorke)
Untersuchung von Prokrastination in unterschiedlichen Lebensbereichen im Rahmen einer Studie zur Validierung eines Fragebogens zur Erfassung domänenspezifischer Prokrastination unter Studierenden (Bachelorarbeit von Laura Thau, betreut von Katrin Jorke)
2009
Prokrastination in der Schule: Eine empirische Studie zum aufschiebenden Verhalten bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I (Masterarbeit, betreut von Stefan Fries)