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Uni von A-Z
Bielefeld University > Abteilung für Psychologie > Psychotherapeutische Ambulanz der Universität Bielefeld > Forschung
  

 

Studie zu Zusammenhängen zwischen belastenden Lebenserfahrungen und psychischer Gesundheit

 

Inhalte und Ziele der Studie

Belastende Lebenserfahrungen werden häufig als auslösende und auch aufrechterhaltende Faktoren von psychischen Störungen diskutiert. Eine Vielzahl vergangener klinischer Studien legt nah, dass insbesondere die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung, aber auch affektiver Störungen dadurch begründet ist, wie vielen traumatischen und stressvollen Lebensereignissen die betreffende Person ausgesetzt war. Oftmals liegt der Fokus solcher Forschungsansätze in der Erfassung „klassischer Traumata“, wie dem Erleben von körperlichen oder sexuellen Übergriffen, von schweren Unfällen oder familiärer Gewalt. In Zusammenarbeit mit der Arbeitseinheit „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ der Universität Bielefeld (Leitung Prof. Dr. Frank Neuner) wird ab Januar 2009 eine wissenschaftliche Studie mit dem Ziel durchgeführt, ein breiteres Spektrum ganz unterschiedlicher belastender Faktoren zu erfassen, die von mangelnder elterlicher Fürsorge über das Erleben von sozialem Ausschluss im Schulalter bis zu diversen traumatischen Erlebnissen in der gesamten Lebensspanne reichen. In einem ausführlichen klinischen Interview sollen darüber hinaus aktuell vorliegende Symptome psychischer Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Substanzabhängigkeit sowie auch somatische Beschwerden erfragt werden. Hauptziel dieses Vorgehens ist es, Aussagen über Zusammenhänge zwischen bspw. einer bestimmten Kategorie von belastenden Erfahrungen mit einem spezifischen psychischen Symptombild bzw. einer psychopathologischen Erkrankung treffen zu können. Solche Erkenntnisse sind nicht nur wichtig, um die Entstehungsbedingungen psychischer Störungen besser beschreiben zu können, sondern haben darüber hinaus auch wichtige Implikationen für das therapeutische Vorgehen. Die Planung effizienter Behandlungsansätze auf der Grundlage der erworbenen Kenntnisse über Ätiologie und klinische Zusammenhänge wird in Zukunft einen weiteren Schritt unserer Forschung darstellen.

 

Teilnehmer

Die psychologische Untersuchung wird allen Klienten/-innen angeboten, die nach einem erfolgten Erstgespräch auf einen Therapieplatz in der Psychotherapeutischen Ambulanz warten. Die Teilnahme an der Erhebung ist freiwillig und bedarf der Zustimmung des Klienten/Klientin. Der Vorteil für die teilnehmenden Personen liegt darin, dass gegebenenfalls die in der Untersuchung erworbenen Informationen auf die Planung der später stattfindenden Psychotherapie Einfluss nehmen können.

 

Ablauf der Untersuchung

Die Untersuchung erfolgt durch klinisch ausgebildete PsychologInnen, die als TherapeutInnen an der Psychotherapeutischen Ambulanz der Universität Bielefeld arbeiten.   

Das klinisch-diagnostische Gespräch umfasst Fragen zum bisherigen Leben und zu möglicherweise als belastend erlebten Ereignissen in der Vergangenheit. Ein zweiter Schwerpunkt der Untersuchung liegt in der Erfassung des aktuellen psychischen Gesundheitszustands, der zum Teil ebenfalls in Interviewform, zum anderen Teil durch die angeleitete Bearbeitung von Fragebögen erfolgt.  

 

Verwendung der gewonnen Informationen

Alle Inhalte, die im Rahmen der Studie erhoben werden und zur Sprache kommen, werden streng vertraulich behandelt. Die Daten werden zu Forschungszwecken anonymisiert weiterverwendet, ohne dass Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind.

Stimmen die Klienten/-innen zu, können die Ergebnisse der ausführlichen klinischen Untersuchung dem behandelnden Therapeuten später zugänglich gemacht werden. Somit liegen schon zu Beginn der Therapie ausführliche biographische sowie klinische Informationen vor, die bei der Planung der Therapie berücksichtigt werden können.

 

Kontakt

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Claudia Catani, Dipl. Psych.

claudia.catani@uni-bielefeld.de

Tel. 0521-106-4492