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Uni von A-Z
Universität Bielefeld
  

Beratung und Orientierung

Mit den Maßnahmen zur Verbesserung von Beratung und Betreuung verfolgen wir zwei Hauptziele:

1) Wir wollen, dass die Studierenden an der Universität Bielefeld die besten Voraussetzungen vorfinden, um das zu ihren Eignungen, Zielen und Interessen passende Fach studieren zu können. Orientierungsprozesse im ersten Studienjahr sollen unterstützt werden. In dieser Phase sollen Fachwechsel nicht als Misserfolg stigmatisiert, sondern als Bestandteil der Suche nach dem jeweils eigenen Weg im Übergang von der Schule zum Studium behandelt werden.

2) Wir möchten sicherstellen, dass unsere Studierenden von einer lebendigen Feedback- und Reflexionskultur profitieren und vom ersten Semester an aktiv und erfolgreich studieren können. Um diese Ziele zu erreichen, sind zentrale und dezentrale Maßnahmen, die mit den anderen Elementen unseres Konzepts (Hochschuldidaktik, Förderung mathematischer und literaler Kompetenzen) verknüpft sind:

Maßnahmen in den Fakultäten

Die Lehr- und Studienkulturen, die Beratungskonzepte und Betreuungsrelationen unterscheiden sich von Fach zu Fach erheblich. Deshalb sollen die Fakultäten die Möglichkeit haben, ihre Ziele zur konzeptionellen Verbesserung von Betreuung und Beratung im Rahmen der im Folgenden aufgelisteten Möglichkeiten selbst zu definieren. Aus der Bestandsaufnahme leiten wir hierfür folgende Schwerpunktbereiche ab:

Um Studierende dabei zu unterstützen, zu klären, was sie im jeweiligen Studiengang erwartet und was sie brauchen, um erfolgreich zu sein, können Selbstdiagnose-Verfahren, Pre-Tests, Propädeutika, Vorkurse, aber auch neue Beratungsangebote entwickelt werden. Studierende sollen Gelegenheit haben, ihre Eignung und ihr Interesse für die von ihnen ins Auge gefassten Studienfächer zu überprüfen. Solche Verfahren sollen Studierende insbesondere auch dabei unterstützen, sich mit den spezifischen, vor allem auch literalen und mathematischen Anforderungen des jeweiligen Studiengangs auseinanderzusetzen. Wenn die Fakultäten expliziter als bisher dafür sorgen, dass Studierende sich in der Studieneingangsphase und im ersten Studienjahr gezielt damit auseinandersetzen, was sie können und leisten müssen, um im jeweiligen Studiengang erfolgreich zu sein, kann die Abbrecherquote vor allem im ersten Studienjahr gesenkt und der Studienerfolg erhöht werden.

Pilotprojekte haben gezeigt, dass spezifische Lehr-Lernformen für einzelne Fächer besonders geeignet sein können, z. B. Problem Based Learning in den  Wirtschaftswissenschaften, forschendes Lernen in der Geschichtswissenschaft, Portfolioarbeit in der Erziehungswissenschaft, schreibintensive Lehr-Lernformen in den Sprachwissenschaften. Diesen Lehr-Lernformen ist gemeinsam, dass sie Studierende in besonders hohem Maß aktivieren und zu problemorientiertem Arbeiten anregen. E-Learning- und Blended-Learning-Methoden oder kooperative Lernformen (z. B. Peer Facilitated Learning) können aktives Studieren und ein hohes Maß an Feedback und Kommunikation im Prozess des Erarbeitens von Studienleistungen auch in großen Studierendengruppen möglich machen. Fakultäten können curriculare Elemente entwickeln, die den gezielten Einsatz solcher Lehr-Lernformen zur Verbesserung der Betreuung in der Lehre nutzen. Bei der Umsetzung werden sie durch Beratung und durch die Qualifizierung ihrer Tutorinnen und Tutoren als E-Tutoren oder als Tutoren für kooperative Arbeitsformen in Lehrveranstaltungen von zentralen Einrichtungen wie dem Service Center Medien und dem Arbeitsbereich Lehren & Lernen unterstützt.

Einige Fakultäten an der Universität Bielefeld haben mit großem Erfolg Anlaufstellen für fachliche Studienberatung geschaffen, in denen hauptamtliches Beratungspersonal eng mit der studentischen Studienberatung zusammenarbeitet. Erfahrungen zeigen, dass Studierende sich vertrauensvoller und auch mit ‚heiklen‘ Fragen an solche Beraterinnen und Berater wenden, wenn diese nicht gleichzeitig Lehrende und Prüferinnen bzw. Prüfer sind. Fakultäten, die noch nicht über derartige Anlaufstellen verfügen, können auf den Bedarf ihrer Studiengänge zugeschnittene Konzepte zur Professionalisierung ihrer fachlichen Beratung entwickeln und etablieren.

In vielen Studiengängen gibt es im ersten Studienjahr Lehrveranstaltungen/Module, deren Bestehen von zentraler Bedeutung für den weiteren Studienverlauf ist. Problematisch wird es, wenn eben diese Lehrveranstaltungen überdurchschnittliche hohe Durchfallquoten aufweisen. Deshalb soll im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt werden, zentrale Grundlagenveranstaltungen jeweils in den vorlesungsfreien Zeiten ein zweites Mal anzubieten und damit denjenigen Studierenden, die die Anforderungen im vorherigen Semester nicht gemeistert haben, die Chance der unmittelbaren Wiederholung zu geben, damit sie den Anschluss an das darauf folgende Semester ohne Zeitverlust schaffen können. Zugleich kann besonders leistungsstarken Studienanfängern die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben werden, so dass sie das erste oder zweite Semester komprimiert absolvieren können. Dieses Modell soll zunächst an der Fakultät für Mathematik für die zwei Grundmodule (Analysis I und II und Lineare Algebra I und II) erprobt werden. 

Später soll das Modell auf zentrale Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge übertragen werden, die im Rahmen des Studienerfolgs-Monitorings im Hinblick auf die Durchfallquote als besonders problematisch identifiziert wurden.

 Fachübergreifende Maßnahmen:

Wenn Studierende in ihren Studiengängen nicht zurechtkommen, sollen sie die Unterstützung fachübergreifender Einrichtungen wie der Zentralen Studienberatung in Anspruch nehmen können. Insbesondere bei Studienfachwechsel oder Studienabbruch ist eine professionelle Beratung erforderlich, die Fachstudienberatungen allein nicht leisten können. Lehrende in den Fächern sollen bei der Einführung neuer Lehr-Lernformen ebenfalls auf die Unterstützung durch überfachliche Einrichtungen zurückgreifen können, z. B. bei der Weiterentwicklung von kooperativen und/oder E-Learning-gestützten Lehrveranstaltungen. Um Studierenden mehr Gelegenheiten für Feedback und die Reflexion und Erweiterung eigener Lern- und Studienstrategien zu geben, sollen Möglichkeiten des kooperativen und autonomen Lernens an der Universität Bielefeld ausgeweitet werden.

Die Zentrale Studienberatung ist personell verstärkt worden, um bei Fachwechseln zielführender beraten und Ursachen von Fachwechseln systematisch erfassen und ihr Beratungsangebot stärker mit den Fachstudienberatungen vernetzen zu können.

Die Fakultäten werden bei der Konzeption von feedbackintensiven Lehrveranstaltungen beraten und durch die Qualifizierung ihrer Tutorinnen und Tutoren als E-Tutoren und Tutoren für kooperative Lehr-Lernformen unterstützt.

Im Jahr 2011 wurde in der Bibliothek der Universität eine Fläche von 350 m² für kooperative Lernformen mit Lounge-, Präsentations-, Beratungs- und Gruppenarbeitsbereichen geschaffen. Wie die Bibliothek ist dieses Lernzentrum täglich bis in den Abend hinein geöffnet. Zur Unterstützung der Nutzer des Lernzentrums sollen studentische Tutorinnen und Tutoren mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen für peer to peer Beratung qualifiziert werden. Hierbei soll u. a. auf erfolgreich erprobte Ansätze für kooperative Studienaktivitäten zurückgegriffen werden, die im Rahmen des Projekts „Peer Learning“ entwickelt wurden.

Effekte der dezentralen und zentralen Maßnahmen zur Verbesserung von Beratung und Betreuung werden durch die Prozessbegleitung regelmäßig zusammengeführt und evaluiert. Es wird dafür gesorgt, dass diese Maßnahmen gut auf die Maßnahmen zur Vermittlung mathematischer und literaler Kompetenzen abgestimmt sind.

Für diesen Arbeitsbereich wurden 2 Stellen für Peer Learning im Arbeitsbereich Lehren & Lernen, 1 Stelle für E-Learning im Servicecenter Medien, 1 Stelle in der Zentralen Studienberatung, sowie 8 Stellen für Beratung in den Fakultäten und Abteilungen geschaffen.