Fakultät für
Soziologie

Erste Forschungswerkstatt Ethnomethodologische Konversationsanalyse

9.-10. November 2017

Die Konversationsanalyse ist heute eine anerkannte und viel verwendete Methode zur Untersuchung von natürlichen Interaktionen. Ihr Potential wird auch außerhalb der Soziologie von vielen Disziplinen erfasst. Die Verlangsamung und Befremdung, die die technische Konservierung und detailgenaue Verschriftlichung von Gesprächen ermöglicht, erlaubt einen äußerst fruchtbaren Zugang zu sprachlicher Interaktion.

Oft wird jedoch in der Verwendung konversationsanalytischer Methoden übersehen, dass deren Wurzeln in der Ethnomethodologie liegen. Sie ist damit wesentlich Teil eines Forschungsprogramms, das sich mit der Frage auseinandersetzt, wie soziale Phänomene lokal, situiert, zeitlich strukturiert und reflexiv durch kompetente Gesellschaftsmitglieder hergestellt werden. Die (oftmals gewollte) Sperrigkeit ethnomethodologischer Forschung erschwert allerdings deren unmittelbare Anschlussfähigkeit, wohingegen die verführerische Kumulativität konversationsanalytischer Ergebnisse selektive und dekontextualisierte Anschlüsse leicht zulässt. Dabei tritt allerdings das ethnomethodologische Erkenntnisinteresse nach der Herstellung von Sozialität und sozialer Ordnung zunehmend in den Hintergrund.

Die Forschungswerkstatt möchte deshalb ein regelmäßiges Forum für Forscher*innen bieten, die sich vor einem ethnomethodologischen Hintergrund mit natürlichen Daten befassen und sich methodisch und analytisch austauschen möchten. Herzlich eingeladen sind Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, die im Rahmen von Qualifikationsarbeiten (Dissertation, Habilitation) oder Forschungsprojekten natürliche empirische Daten analysieren. Die Teilnehmer*innen bringen natürliche Daten aus ihren eigenen Forschungszusammenhängen mit, an welchen in der Forschungswerkstatt in Datensitzungen gemeinsam gearbeitet wird.

Zur ersten Forschungswerkstatt am 9. und 10. November 2017 laden wir herzlich ein. Prof. Dr. Antonia Krummheuer, Universität Aalborg, wird als Diskutantin die Datensitzungen begleiten und einen Vortrag zum Thema "Verteilte Handlungsträgerschaft und die Konstruktion des selbständigen Akteurs. Konversationsanalytische Perspektiven auf Interaktionen mit Menschen mit erworbenen Hirnschäden" halten. Der Vortrag findet am 9. November um 12:15 Uhr in X-C3-107 statt.

Bei Rückfragen und zur Anmeldung wenden Sie sich gerne an Dr. Sarah Hitzler: sarah.hitzler@uni-bielefeld.de

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.