Fakultät für
Soziologie

Empfehlungen folgen

Mit unserer Seite versuchen wir, Ihnen möglichst zielgenaue Empfehlungen zu geben, wie Sie schließlich zu einer fertigen wissenschaftlichen Arbeit kommen. Wir bemühen uns dabei um Prägnanz und Kürze, um schnell (wieder) den Schritt in das eigene Lesen und Schreiben zu machen.

Wer es dagegen etwas ausführlicher möchte, hat vor allem die Option, einschlägige Monografien zum wissenschaftlichen Arbeiten zu nutzen. Doch Vorsicht! Der Markt der Ratgeberliteratur zu der Frage, wie man am Besten wissenschaftlich arbeitet, ist nahezu unüberschaubar.

Legt man jedoch zwei Kriterien an, wenn man hier für sich nach passender Lektüre sucht, ist die Auswahl im Grunde gar nicht mehr so groß. Zum einen sollten Sie sich fragen, ob das Buch überhaupt praktische Tipps zu möglichst vielen Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens enthält. Glücklicherweise ist die Situation hier günstig für Sie. Wir empfehlen die hervorragende Broschüre "Tipps zu Studientechniken und Lernmethoden", die die Zentrale Studienberatung der Universität Bielefeld (ZSB) herausgibt (externer Link).

Uneingeschränkt lesenswert für Studierende aller Qualifizierungsphasen sind zudem:

Frank, A., S. Haacke & S. Lahm, 2013: Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf. Stuttgart; Weimar: J.B. Metzler.

Kruse, O., 2010: Lesen und Schreiben: Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Stuttgart: UTB.

Zum anderen ist entscheidend, ob ein Ratgeberbuch eigentlich zum eigenen Studienfach passt. Wird erläutert, wie man eine soziologische Fragestellung entwickelt? An welcher Stelle soziologische Theorien und Methoden zum Einsatz kommen sollten und welche Funktion sie jeweils haben? Wie man seine eigene Entdeckung am sinnvollsten darstellt, um gut verstanden zu werden? - Auch hier entwickelt sich die Literaturlage mittlerweile recht günstig. Einsteigenden sei vor allem ein Büchlein ans Herz gelegt, das im Sommer 2016 erscheint:

Strulik, T., 2016: Schreiben im Soziologiestudium. Tipps und Übungen zum Einstieg in das Denk- und Schreibkollektiv „Soziologie“. Leverkusen: UTB.

Fortgeschritte sollten dagegen wie gehabt

Becker, H., 2000: Die Kunst des professionellen Schreibens. Frankfurt am Main; New York: Campus.

lesen. In einer lesenswerten Rezension gibt Alexander Engemann einen guten Eindruck, was Sie von Beckers Buch erwarten dürfen (PDF).

 

Nicht wissenschaftlich genug?

Immer wieder äußern Studierende gegenüber uns ihre Sorge, dass ihre Arbeiten "nicht wissenschaftlich genug" seien. Wir erhalten diese Antwort vor allem dann, wenn wir sie danach fragen, warum ihre Hausarbeitsideen, aber auch ihre fertigen Texte nur so vor theoretischen Konzepten wimmeln, ohne dass der Gegenstand klar ist, den sie untersuchen, noch die Fragestellung, an der sie sich beim Schreiben orientieren. Es stellt sich dann schnell heraus, dass sie Wissenschaftlichkeit mit möglichst viel "Theorie" verwechseln, die möglichst kompliziert klingen sollte.

Folgt man in diesem Punkt dem britischen Sozialwissenschaftler Michael Billig (2013), dann befinden sich die betreffenden Studierenden in 'guter Gesellschaft'. Er kritisiert, dass soziologische Texte viel zu viele komplizierte Worte für Sachverhalte verschwenden, die sich wesentlich einfacher ausdrücken lassen. Seine These ist, dass die betreffenden Machwerke letztlich 'Überkompensationen' sind. Indem die Autorinnen und Autoren sehr viele Fremdwörter und theoretische Konzepte in ihre Texte hineinschreiben, verschleiern sie, dass sie eigentlich gar nichts herausgefunden haben (Billig 2013: 51).

Den Verdacht, dass Sie von ihrer eigenen Umkenntnis ablenken wollen, möchten Sie doch gar nicht erst riskieren, oder? Setzen Sie sich daher doch am Besten zum Ziel, verstanden werden zu vollen. „Einen Text klarer und verständlicher zu machen heißt, Erwägungen über seine potentiellen Leser anzustellen", hebt Howard Becker (2000: 35) hervor. Selbst vermeintliche Superwissenschaftlerinnen und Superwissenschaftler lesen ungern Sachen, die unverständlich geschrieben sind. Vielleicht probieren Sie es daher einfach mal mit fünf einfachen Schreibregeln (Reiter 2011: 45-61)?

  1. Benutzen Sie schlichte Wörter und konkrete Begriffe.
  2. Geizen Sie mit Worten.
  3. Bevorzugen Sie Verben und verzichten Sie auf Nominalkonstruktionen.
  4. Bauen Sie übersichtliche Sätze.
  5. Verzichten Sie auf stilistische Marotten.

Dann können Sie sicher auch mit Genuss zu diesen beiden Monografien greifen:

Billig, M., 2013: Learn to Write Badly: How to Succeed in the Social Sciences. Cambridge; New York: Cambridge University Press.

Groebner, V., 2011: Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung. Konstanz: Konstanz University Press.

 

Verwendete Literatur

Becker, H., 2000: Die Kunst des professionellen Schreibens. Frankfurt am Main; New York: Campus.

Billig, M., 2013: Learn to Write Badly: How to Succeed in the Social Sciences. Cambridge; New York: Cambridge University Press.

Reiter, M., 2011: Schreibtipps für Studierende. Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

 

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Broschüre "Tipps zu Studientechniken und Lernmethoden" der Zentralen Studienberatung der Universität Bielefeld (ZSB): externer Link

Alexander Engemann über Howard Beckers "Die Kunst der professionellen Schreibens": PDF