Fakultät für
Soziologie

Lesen, memorieren und exzerpieren

SQ3R und PQ4R sind keine Druiden im Krieg der Sterne, sondern die Kürzel von Lesestrategien. Das Lesen wissenschaftlicher Texte ist letztlich ein Handwerk, das Tricks, Kniffe, und Abkürzungen bereit hält. Jede und jeder kann es mithilfe expliziter Reflektion lernen. Die konkreten Anlässe sind schließlich vielfältig: Die Dozentin, deren Veranstaltung wir besuchen, nimmt die Lektüre der im Seminarplan genannten Literatur tatsächlich ernst. Oder wir stellen mal wieder fest, dass wir uns sehr lange mit einem Text beschäftigt haben, ihn fast komplett markiert haben, aber ahnungslos sind, was eigentlich seine Kernaussage ist. Oder wir haben für eine Studienarbeit einen Berg Bücher angehäuft, nur leider läuft die Uhr bis zur Abgabe des Texts.

Nur mit Lesen ist die Arbeit natürlich nicht getan. Wir empfehlen die sofortige schriftliche Auseinandersetzung mit dem gelesenen Text, d.h. einen eigenen Text zu Ihrer Lektüre zu verfassen. Das Ziel ist, seine Kernüberlegungen bestmöglich im Gedächtnis zu behalten bzw. sich Gedächtnisstützen zu bauen. Im Grunde gibt es zwei Varianten dafür, das Memo und das Exzerpt.

 

Memos schreiben

Memos ähneln den Kurzzusammenfassungen bzw. Abstracts, die vielen Aufsätzen in Fachzeitschriften vorangestellt sind. Sie geben in Form eines Fließtexts einen knappen Überblick darüber, um was es in dem Text geht. Ihre Memos sollen daher die zentrale Aussage des Texts in eigenen Worten wiedergeben und dabei 100 Wörter nicht überschreiten. Erläutern Sie dabei kurz, wie die Autorin oder der Autor des von Ihnen memorierten Texts zu dieser Aussage kommt, d.h. ob und wie sie eigentlich begründet wird.

 

Exzerpte machen

Exzerpte sind das klassische Werkzeug, um erworbenes Literaturwissen zu verarbeiten und zu archivieren. Sie sind etwa zwei bis drei Seiten lang und sind als Fließtext verfasst, bei Bedarf enthalten sie kommentierte Schaubilder. Machen Sie, bevor sie beginnen ruhig einen so genannten Exzerptkopf, d.h. setzen Sie Ihren Namen (und ggf. Ihre Studiendaten), die bibliografischen Daten des behandelten Texts und das Exzerptdatum an den Anfang. Nun paraphrasieren Sie entweder zentrale Aussagen Ihrer Lektüre oder nutzen direkte Zitate, um Kerngedanken des Texts zu erfassen. Orientieren Sie sich dabei idealerweise an der Argumentationsstruktur des Gelesenen. Oft ist es sinnvoll, Abschnittüberschriften in das Exzerpt zu übertragen.

 

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Wie lese ich wissenschaftliche Texte? PDF

Wie hält man gefundenen Aussagen bestmöglich fest, wie lassen sie sich ordnen und sortieren? Externer Link

Ruth Großmaß, Jürgen Frese, Stefanie Haacke und Daniel Wilhelm über die Kunst des Exzerpierens: PDF