Fakultät für
Soziologie

Richtig zitieren

Machen wir es kurz. Um in eigenen Texten richtig zu zitieren, gibt es im Grunde nur zwei zentrale Regeln:

Regel 1 - Sie entscheiden sich für einen Zitierstil.

Regel 2 - Sie wenden diesen Zitierstil über den ganzen Text hinweg konsistent an.

Alle weitere Informationen finden Sie in dem hervorragenden Leitfaden "Zitieren und Bibliographieren", den die Kolleginnen und Kollegen des Seminars für Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster geschrieben haben (externer Link). In der Broschüre finden Sie auch Angaben zum angemessenen Umgang mit Online-Quellen. Ebenso hervorragend ist die Handreichung "Quellenangaben und Zitate in wissenschaftlichen Texten" der Schreibberatung an der Pädagogischen Hochschule/Fachhochschule Nordwestschweiz (externer Link).

Das ist Ihnen jetzt doch zu kurz? Dann sollten Sie sich idealerweise noch mit der Funktion von direkten Zitaten auseinandersetzen. Vorweg: Der Titel dieser Seite lautet "Richtig zitieren", nicht "Richtig plagiieren". Es ist eine Selbstverständlichkeit, sich nicht mit fremnden Federn zu schmücken und jeden Gedanken, den sie von einer anderen Autorin oder einem anderen Autor übernehmen, deutlich zu kennzeichen! (Schauen Sie dazu, wie das genau funktioniert, wiederum in die Münsteraner oder in die Nordwestschweizer Broschüre.)

Überlegen Sie jedoch genau, ob Sie den übernommenen Gedanken paraphrasieren oder wörtlich zitieren. Unsere Empfehlung ist, so viel wie möglich mit Paraphrasen zu arbeiten. Sie zeigen dadurch einerseits, dass Sie in der Lage sind, komplizierte Sachverhalte in eigenen Worten auszudrücken. Außerdem haben Sie dadurch eine Lernoption. Sie verbessern sich stetig, wenn Sie sich zwingen, komplizierte Gedanken eigenständig und nachvollziehbar für andere zu reformulieren.

Falls Sie tatsächlich ein direktes Zitat verwenden möchten, machen Sie sich bitte bewusst, ob und welche Funktion es eigentlich für Ihren Text hat. In Anlehnung an Thomas Forrer und Jürgen Spitzmüller (externer Link) sollten wörtliche Wiedergaben mindestens eine dieser fünf Funktionen haben:

  1. Sie PRÄSENTIEREN eine Textpassage, mit der man Sie sich anschließend auseinandersetzen. Damit erleichtern Sie den Lesenden den Nachvollzug Ihres Gedankengangs.
  2. Sie BELEGEN eine von Ihnen getroffene Aussage mit einer Stelle aus einem Quellen- oder einem Forschungstext. 
  3. Sie REFERIEREN einen Text, um die Herkunft von Ideen, Ergebnissen, Überlegungen und Daten anzugeben, die weder von Ihnen selbst stammen können noch unbestrittenes Wissen bilden. 
  4. Sie verwenden ein EXPONIERENDES Zitat und geben eine Textpassage wieder, weil es hier auf den exakten Wortlaut ankommt.
  5. Sie nutzen ein direktes Zitat AUTORITATIV, d.h. Sie zitieren eine  anerkannte (!) Arbeit, um sich selbst argumentativ zu entlasten. Verwenden Sie jedoch niemals ein autoritatives Zitat am Ende eines Absatzes, eine Kapitels oder eines ganzen Texts. Sie erwecken damit den Eindruck, dass Sie Ihren Argumentationsgang nicht in eigenen Worten abschließen können.

 

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Leitfaden "Zitieren und Bibliographieren" der Kolleginnen und Kollegen des Seminars für Volkskunde/Europäische Ethnologie an der WWU Münster: externer Link

Thomas Forrer und Jürgen Spitzmüller über die Funktionen von Zitaten: externer Link

Handreichung "Quellenangaben und Zitate in wissenschaftlichen Texten" der Schreibberatung an der Pädagogischen Hochschule/Fachhochschule Nordwestschweiz: externer Link