Forschung

Forschungsprofil

Die Forschung der AG Transnationalisierung, Entwicklung und Migration ist von der Perspektive der Transnational Studies inspiriert. Unsere Projekte beleuchten die Genese und Reproduktion dichter und kontinuierlicher Sets grenzüberschreitender Transaktionen und ihre Auswirkungen auf lokale, nationale und globale Prozesse geographischer Migration. Dabei stehen soziale Mobilität, sozialer und politischer Wandel und Transformations- und Entwicklungsprozesse im Mittelpunkt. Während sich die Erforschung von Migration, Mobilität und Entwicklung üblicherweise entweder auf die OECD-Welt oder auf Regionen in Asien, Afrika und den Amerikas konzentriert, wirft die AG Transnationalisierung, Entwicklung und Migration einen systematischen Blick auf die Beziehungen zwischen diesen disparaten Welten; zwischen "Norden" und "Süden", "Osten" und "Westen". Im Fokus stehen dabei Fragen der Mitgliedschaft, insbesondere der Staatsbürgerschaft, beispielsweise multiple Staatsangehörigkeiten. Einen neueren Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit der transnationalen soziale Frage sowie mit sozialen Ungleichheiten und mit Adaptationsstrategien als Folge des Klimawandels.


Forschungsprojekte

Laufende Projekte der AG Transnationalisierung, Entwicklung und Migration


Laufende Projekte der AG Sozialanthropologie


Abgeschlossene Projekte der AG Transnationalisierung, Entwicklung und Migration


Abgeschlossene Projekte der AG Sozialanthropologie

  • Pluralität, (Un-)Gleichheit und sozialer Wandel in Südasien - Austauschkooperation mit der University of Calcutta und der Rabindra Bharati University (2010-2013), "A New Passage to India": Flexible Mobilitätsförderung, Deutsche Akademischer Austausch Dienst (DAAD)
  • Ethnisierung und De-Ethnisierung des Politischen. Medien, Akteure und Sematiken des Ethnischen im transnationalen Kommunikationsraum (2008-2012), SFB 584, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • EURASIA-NET: Supranational Policies and Instruments for the Promotion of Human Rights and the Management of Minority Issues. Associate member. (2007-2011), 7. Rahmenprogramm der Europäische Kommission
  • The Politics of Belonging in the Himalayas: kollaboratives Konferenz- und Publikationsprojekt (2007-2010), British Academy, Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), Maison de la Science de l?Homme (MSH), Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Ethnisierung und De-Ethnisierung des Politischen. Aushandlungen um Inklusion und Exklusion im andinen und südasiatischen Raum (2004-2008), SFB 584, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Religiöse Vergemeinschaftung in der Migration (2006-2008), Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) / Institut für Weltgesellschaft Projektdurchführung: Dr. Susanne Kröhnert-Othman

    Welche Wechselwirkungen religiöse Vergemeinschaftung und Integration in gegenwärtigen Einwanderungsgesellschaften entfalten, ist ein zentrales und derzeit scharf diskutiertes Thema der Migrationsforschung. Die vielfach geäußerten Thesen über die defizitäre Integration und Abschottung oder Selbstexklusion von Migrantengemeinschaften sind jedoch bisher in Bezug auf den Einfluss religiöser Gemeinschaften noch nicht ausreichend empirisch geprüft worden. Von März 2006 bis Februar 2008 wird das Projekt des Arbeitsbereichs Sozialanthropologie - angesiedelt am Institut für Weltgesellschaft der Universität Bielefeld - für diesen Bereich weitere Forschungsdimensionen und Erkenntnisse erarbeiten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert damit eine Forschungsarbeit, die die Analyse von Wechselwirkungen zwischen religiöser Vergemeinschaftung und Integration von Migrantinnen und Migranten in die deutsche Einwanderungsgesellschaft im Kontext moderner Transnationalisierung und Lokalisierung von Religionen ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellt. In einem "arabischen" Moscheeverein und einer "afrikanischen" Pfingstgemeinde im Ruhrgebiet werden symbolische Grenzverhandlungen der Inklusion und Exklusion sowie Wirkungen des Aufbaus symbolischen Kapitals von Seiten der Mitglieder für ihre Integrationschancen in die Einwanderungsgesellschaft erforscht. Beide Gemeinden sind keine "ethnischen Organisationen" im traditionellen Sinne, sondern integrieren ihrerseits Mitglieder der Aufnahmegesellschaft und Mitglieder mit vielfältigen transnationalen Bezügen.

    Die Gemeinden werden für das Projekt jeweils als Orte religiöser Organisation verstanden, die eine besondere Scharnierfunktion in der Vermittlung von Orientierungen der religiösen Lebensführung ihrer Mitglieder mit Anforderungen des Integrationsgeschehens erfüllen. Mit sozialanthropologischen und anderen qualitativen Methoden sollen daher im Besonderen Prozesse der symbolischen Regulation innerhalb der Gemeinden und ihre Wechselwirkungen mit Anforderungen des alltäglichen Lebens außerhalb der Gemeinden erfasst werden. Denn es wird davon ausgegangen das diese Regulationen schließlich eine Verschiebung von Anerkennungsverhältnissen in der Aufnahmegesellschaft und damit eine Erweiterung der Lebenschancen von Migrantinnen und Migranten ermöglichen. Die Untersuchung der Mikroebene alltäglicher und interaktiver Verhandlungen über religiöse Diversität und neue Handlungsspielräume in Einwanderungsgesellschaften kann in ihren Bezügen zur Makroebene aktueller globaler symbolischer Abgrenzungen religiös-kulturell definierter Gemeinschaften neue Aufschlüsse über Realitäten und Optionen der Grenzoffenheit und Grenzneubildung zu Tage fördern. Die Forschung möchte damit einen weiterführenden Beitrag zur Einschätzung der konstruktiven Potenziale religiöser Migrantenorganisationen und zu Institutionalisierungsperspektiven religiöser Vielfalt in Einwanderungsgesellschaften leisten.

  • MIDEA-Projekt (EU Asia-Link-Programm) "The (Micro)Politics of Democratisation: European-South Asian Exchanges on Governance, Conflict and Civic Action" Informationen sind auch als PDF-Datei erhältlich