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Martin Brand

Institut für Weltgesellschaft
- Graduiertenkolleg -
Fakultät für Soziologie
Universität Bielefeld
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
Deutschland

Kontakt:
martin.brand@uni-bielefeld.de
www.martin-brand.de
Raum: U10-128
Tel.: +49-521-106-67048

Martin Brand

Interessenschwerpunkte

Global Social Policy, Sozialpolitik, Osteuropa


Dissertationsprojekt

Globale Diffusion und internationale Akteure in der Sozialpolitik der osteuropäischen EU-Nachbarstaaten

In der Dissertation wird die Sozialpolitik in Osteuropa anhand der drei Fallbeispiele Russland, Belarus und Ukraine untersucht. Zentrale These der Arbeit ist, dass der Um- und Neuaufbau der Systeme sozialer Sicherung nach 1989 in der Region entscheidend von globalen Akteuren, Strukturen und Ideen sowie von der Weltregion der Europäischen Union geprägt wurde. Sie reiht sich damit ein in die wachsende global policy Forschung, insbesondere in das von Bob Deacon gegründete Forschungsfeld der globalen Sozialpolitik (global social policy). Anhand eines ausgewählten Sektors der Sozialpolitik werden die zum Teil sehr unterschiedlichen Politiken der globalen und weltregionalen Akteure in der Sozialpolitik in einer historischen Längsschnittanalyse untersucht. Hauptmethoden der Arbeit sind Dokumentenanalyse, insbesondere auch russischsprachiger Literatur, Experteninterviews sowie beobachtende Teilnahme an entsprechenden Konferenzen. Die Dissertation zielt darauf ab, den neo-institutionalistischen Weltkultur-Ansatz (world society) von J.W. Meyer theoretische für die Diffusion globaler Sozialpolitik nutzbar zu machen und um hegemonietheoretische Ansätze zu erweitern.

Ferner ist es Ziel der Dissertation, den institutionellen Charakter der Sozialpolitik in den drei Fallbeispielen empirisch zu beschreiben und danach zu fragen, ob sich in den osteuropäischen EU-Anrainern Wohlfahrtsstaaten im Sinne des umfassenden politisch-normativen Wohlfahrtsstaatskonzepts von Franz-Xaver Kaufmann entwicklet haben. Damit grenzt sich die Arbeit von klassischen Typisierungsversuchen (Esping-Andersen) ab, die per Definition von vorhandenen Wohlfahrtsstaaten ausgehen. Stattdessen wird Wohlfahrtsstaatlichkeit als Verknüpfung eines institutionellen Wohlfahrtssektors mit einem Staat untersucht, der eine explizite soziale Verantwortung für die Wohlfahrt der Bürger übernimmt und diese als individuelle soziale Rechte ausgestaltet.

Betreuer: Prof. Lutz Leisering
Zeitraum: 03/10-02/13