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Adrian Hermann adrian.hermann@uni-bielefeld.de Raum: U10-126
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Unterscheidungen des Religiösen in der Weltgesellschaft.
Studien zu 'Religion' und 'Wissenschaft' in Europa, Südostasien und Nordamerika (Arbeitstitel)
Ausgangspunkt der Arbeit ist der Versuch, 'Unterscheidungsprozesse' in den Mittelpunkt einer theoretisch-systematischen Konzeption des religionswissenschaftlichen Gegenstandsbereichs zu stellen. Dieser Ansatz versteht sich als eine Reaktion auf die Kritik an der Kategorie „Religion“, die in den letzten Jahrzehnten in begriffsgeschichtlichen Studien und aus postkolonialer Perspektive geäußert wurde (u.a. von J.Z. Smith, D. Sabbatuci T. Asad, D. Chidester, T. Fitzgerald und D. Dubuission). Gleichzeitig soll damit an neuere Konzepte Europäischer Religionsgeschichte angeschlossen werden, die „das Gesamtspektrum an religiösen Orientierungen“ (B. Gladigow) in den Blick nehmen und den Religionsbegriff auf immer neue Phänomene ausweiten („Nationalsozialismus als Religion“, „Wissenschaft als Religion“, „Fußball als Religion“).
Der Fokus meines Dissertationsprojekts liegt dabei auf Studien zur theoretischen und historischen Unterscheidungsbildung von Religion und Wissenschaft als Beitrag zu einer Neuperspektivierung des religionswissenschaftlichen Gegenstandsbereichs. Ich gehe von der Hypothese eines allgemeinen Feldes gesellschaftlicher Sinnproduktion aus, welches in seiner Struktur von Unterscheidungsbildungen beeinflusst wird. Damit soll ein dritter Weg der Analyse von Entwicklungen und Veränderungen in der modernen Religionsgeschichte ermöglicht werden, indem „Religion“ nicht substantiell definiert wird, jedoch auch nicht 'nur' als diskursive Konstruktion behandelt wird.
Die Unterscheidungsbildung wird dabei vor allem mit Hilfe systemtheoretischer Beschreibungen der funktionalen Ausdifferenzierung eines globalen Religionssystems bzw. Wissenschaftssystems rekonstruiert. Diese Perspektive soll durch historische Betrachtung schon länger zurückliegender bzw. angelegter Unterscheidungsprozesse ergänzt werden.
Mit der Fokussierung auf Unterscheidungsprozesse nimmt die Arbeit jedoch nicht nur die Herausbildung von Unterscheidungen und deren Einfluss auf Gestalt und Struktur des allgemeinen Feldes gesellschaftlicher Sinnproduktion in den Blick, sondern genauso auch Phänomene der Negierung und Reintegration der entsprechenden Unterscheidung („Wissenschaft als Religion“). Die Unterscheidung von „Religion“ von anderen gesellschaftlichen Bereichen wirkt in einer solchen Betrachtung nicht nur einschränkend („Säkularisierung“) sondern auch produktiv : Es kommt zur Entstehung von neuartigen, hybriden Orientierungsmustern.
Die Unterscheidungsprozesse um „Religion“ und „Wissenschaft“ sollen dabei nicht nur im Rahmen der westlichen Geschichte, sondern als Phänomen der Weltgesellschaft untersucht werden. Der Vergleich dreier geographischer Räume (Europa, Südostasien und Nordamerika) soll die gegenseitige Beeinflussung europäischer und außereuropäischer Veränderungen auf dem Feld gesellschaftlicher Sinnproduktion in der Moderne aufzeigen. Auf diese Weise soll die Hypothese einer Umstrukturierung lokaler Felder der Sinnproduktion durch die Entstehung und Etablierung globaler Strukturmuster von „Religion“ und „Wissenschaft“ im Rahmen von Europäischer Expansion, Mission, Kolonialismus und Globalisierung plausibilisiert werden.
Beispielhafte intensive Textanalysen ergänzen die theoretischen Überlegungen und allgemeinen historischen Betrachtungen. Dabei wird besonders die Unterscheidung Religion/Wissenschaft und deren Konstruktion und Forcierung (z.B. in Chaophraya Thiphakorawongs „Kitchanukit“ oder in Schriften von Jonathan Edwards) beziehungsweise die Negation und Reintegration dieser Unterscheidung (in Schriften von Samak Burawat, Schriften Ernst Haeckels und der „Gnose de Princeton“) in den Blick genommen.
Theorie und Methodik der Religionswissenschaft, Religionsästhetik, Außereuropäische Christentumsgeschichte, Pentekostalismus in Lateinamerika, Europäische Religionsgeschichte, Theatergeschichte
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Seit Juli 2006 |
Stipendiat im DFG-Graduiertenkolleg „Weltbegriffe und globale Strukturmuster“ der Universität Bielefeld. Promotion zum Thema „Unterscheidungen des Religiösen in der Weltgesellschaft. Studien zu 'Religion' und 'Wissenschaft' in Europa, Südostasien und Nordamerika“ (Betreuung Prof. Hartmann Tyrell, Religionssoziologie, Bielefeld / Prof. Jürgen Mohn, Religionswissenschaft, Basel) |
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2006 |
Sekretariatsvertretung und Hilfskraft bei Prof. Klaus Koschorke (Kirchengeschichte, Ev.-Theol. Fakultät, LMU München) |
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Februar 2006 |
Abschluss des Magisterstudiums an der LMU München. Magisterarbeit zum Thema „Theater als Religion. Zur Rolle religiöser Theaterkonzeptionen in der Europäischen Religionsgeschichte 1900 – 1970“ |
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2002-2006 |
Studium der Theaterwissenschaft, Religionswissenschaft und Amerikanischen Literaturgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München |
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2002 |
Abitur, Maximiliansgymnasium München |
Religion in der Weltgesellschaft (seit Janur 2007)
- "Das Alte Testament und die Entstehung Afrikanischer Unabhängiger Kirchen im Malawi der 1920er Jahre", in: K.Koschorke. African Identities and World Christianity in the Twentieth Century, Wiesbaden: Harrassowitz, 2006

