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Michael Roll, BPhil Raum: L4-126 Institut für Weltgesellschaft |
Im Rahmen einer auf ein Jahr befristeten Stelle als Forschungsstudierender bearbeite ich ein Projekt, das gegenwärtig den folgenden Arbeitstitel trägt: "Managing Global Poverty: On the Global Structuration of Political Spaces through the New Aid Architecture". Es handelt sich um eine Untersuchung der gegenwärtigen ‚Architektur' der Entwicklungspolitik und ihrer Instrumente, die sich aus verschiedenen Gründen seit dem Ende der 90er Jahre dramatisch verändert haben. Die ‚Architektur' und ihre Instrumente sollen in Hinsicht darauf untersucht werden, wie Sie sich auf die politischen Räume in den davon betroffenen Ländern sowie vor allem auf die politischen Räume, in denen die jeweiligen Länder im weltpolitischen System agieren, auswirken. Das zentrale Instrument der ‚neuen Entwicklungspolitik' ist das 1999 von Weltbank und Internationalem Währungsfond (IWF) eingeführte Poverty Reduction Strategy Paper (PRSP), das insgesamt von etwa 70 Ländern weltweit erarbeitet wurde oder wird, um einen Teil der Auslandsschulden erlassen zu bekommen und/oder neue Kredite zu besonders günstigen Konditionen aufnehmen zu können. Rund um dieses PRSP hat sich die Entwicklungspolitik einschließlich angrenzender Politikbereiche neu organisiert. Meine These ist, dass sich der politische Handlungsspielraum der betroffenen Länder weder eindeutig vergrößert hat (Argumentation von Weltbank und IWF), noch, dass es keine entscheidenden Veränderungen im Vergleich zu den vorangegangenen Strukturanpassungsmaßnahmen gegeben hat (Argumentation vieler NGOs). Stattdessen bildet sich eine Form von Staatlichkeit heraus, die sich zum einen stark von europäisch-westlichen Modellen und Vorstellungen unterscheidet (auch wenn sie nach deren Vorbild entworfen wird) und die zum anderen sehr stark und in der Regel asymmetrisch in ein weltpolitisches System eingebunden ist. Meiner Ansicht nach zeigt sich hier eine neue Form genuin globaler Strukturierung politischer Räume, die es so zuvor nicht gegeben hat und die massive Folgen für die Art von Staatlichkeit in diesem Kontext hat. Am Beispiel von Mosambik, einem der Protagonisten der neuen entwicklungspolitischen Konzepte, das zugleich als ‚Erfolgsmodell' für deren Umsetzung gilt, soll empirisch untersucht werden, ob und wie sich politische Räume und Staatlichkeit jeweils verändert haben. Dazu kann u.a. auf umfangreiches Datenmaterial zurückgegriffen werden, dass während eines mehrmonatigen Forschungsaufenthalts zu einem ähnlichen Thema im Land gesammelt wurde. Ziel dieses Projektes ist des Weiteren auch, die sonst im Rahmen von Globalisierungs- und Weltgesellschaftsforschung eher vernachlässigten ‚Entwicklungsländer' einzubeziehen und die Auswirkungen der massiven (entwicklungs)politischen und verwaltungstechnischen Interventionen in diesen Ländern vor dem Hintergrund eines weltpolitischen und weltgesellschaftlichen Systems angemessen zu berücksichtigen.
-Entwicklungssoziologie und -anthropologie;
-Politische Anthropologie;
-Wirtschaftssoziologie;
-Qualitative Sozialforschung, v.a. Ethnographie;
-Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit;
-Südliches Afrika und Südasien.
1998-2000 Philipps-Universität Marburg: Soziologie (Diplom), Volkswirtschaftslehre, Friedens- und Konfliktforschung, Betriebswirtschaftslehre
2000 University of Stellenbosch, Südafrika: Sozialanthropologie, Volkswirtschaftslehre
Seit 2000 Universität Bielefeld: Soziologie (Diplom; Praxisschwerpunkt: Entwicklungssoziologie), Sozialanthropologie, Volkswirtschaftslehre
2001 Bachelor of Philosophy (BPhil) in "Society, Culture and Identity" (Sozialanthropologie) mit Auszeichnung von der University of Stellenbosch, Südafrika
1997 Vierwöchiges Workcamp in Tansania
1998 Neunwöchiger Arbeitsaufenthalt in Indien
1999 Zweiwöchige Tagung des "Roundtable Projekt für Entwicklung zwischen Tansania und Deutschland" in Tansania
2001 Dreimonatiges Praktikum in der Zentrale der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn
2002 Dreimonatiges Praktikum im Intercountry Team für das Östliche und Südliche Afrika des Joint United Nations Programmes on HIV/AIDS (UNAIDS) in Pretoria, Südafrika
Seit 2002 Studentischer Sprecher der Wissenschaftlichen Einheit VIII "Entwicklungs-soziologie und Sozialanthropologie" an der Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld
2002 Dreimonatiger Forschungsaufenthalt in Sri Lanka
2002-2003 mehrfach Anstellung als studentische Hilfskraft in der Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld
2003 Dreimonatiger Forschungsaufenthalt in Mosambik
Seit 2003 Forschungsstudierender im Graduiertenkolleg des Instituts für Weltgesellschaft, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld
Roll, Michael (2003): "Let us not talk politics." Autonomous Politicians, Clientelist Structures and 'Civil Society' in Southern Sri Lanka. (Lehrforschungsbericht, Sociology of Development Research Centre, University of Bielefeld). Verfügbar unter: www.uni-bielefeld.de/sdrc/teaching/lehrforschung/roll.pdf.
Roll, Michael (im Erscheinen): State-Society Relations and Politics in Sri Lanka: Patronage, Conflict and Democracy. In: Internationales Asienforum. International Quarterly for Asian Studies.

