Fakultät für Soziologie
 
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Soziologische Untersuchung

Ziel der soziologischen Untersuchung ist es, zu bestimmen, was das "Produkt" Elektromobilität in gewerblichen Fuhrparken ausmacht, welches Image Elektromobilität bei Nutzern von Firmenflotten hat, worin dies begründet liegt und ob es über den Nutzungszeitraum zu Veränderungen kommt. Insbesondere wird der Fokus darauf gerichtet, welche Vor- und Nachteile sich durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Fuhrpark ergeben, wie eine Fuhrparkelektrifizierung den Arbeitsalltag beeinflusst und ob beispielsweise Belastungen für die Mitarbeiter entstehen. Zudem wird untersucht, ob Bedenken oder Vorurteile eine Elektrifizierung erschweren. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen dazu gegeben,

Im Zentrum der Untersuchung steht ein Pflegedienstfuhrpark, ein Einsatzgebiet, das schon heute optimal mit E-Autos abgedeckt werden kann, aber auch andere Firmenfuhrparke aus unterschiedlichen Branchen, die (teilweise) elektrifiziert wurden, werden in die Untersuchung einbezogen.

Das für diese soziologische Untersuchung gewählte rekonstruktive Forschungsdesign, das in der Grundlagenforschung entwickelt, aber auch in der Praxis erfolgreich erprobt ist, unterscheidet sich von den in anderen Studien gewählten Herangehensweise dadurch, dass grundsätzlich auf der Basis weniger, nach dem Kriterium maximaler Kontrastivität systematisch ausgewählter Fälle gesicherte Aussagen gemacht werden können. Mit Hilfe der gewählten Vorgehensweise wird eine Forschungslücke geschlossen, die sich dadurch ergibt, dass in den vorliegenden Studien entweder ideengenerierende, explorative Verfahren gewählt, sehr kleine Grundgesamtheiten quantitativ untersucht oder großangelegte Umfragen mit Autofahrern, von denen nur wenige über Erfahrungen mit E-Fahrzeugen verfügen, durchgeführt wurden. Ein weiterer zentraler Vorteil des rekonstruktiven Untersuchungsdesigns ist, dass unbewusste Einordnungen, Urteile, aber auch Vorurteile, Bedenken und Ängste erschlossen werden, sogar wenn die Nutzer auf diese selbst keinen "Zugriff" haben und sie nicht explizit artikulieren können.

Konkret werden je drei Interviews mit Mitarbeitern des DRK Bielefeld, die die E-Autos in der ambulanten Pflege fahren, vor und während des E-Flottenbetriebs geführt und analysiert, sowie die Einführungen und Schulungen der Pflegekräfte dokumentiert und ausgewertet. Hinzu kommen Interviews mit Nutzern anderer E-Flotten, um Aussagen über gewerbliche Flotten im Allgemeinen treffen zu können.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf Konferenzen vorgestellt sowie in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und im Rahmen der Transferanstrengungen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft zur Verfügung gestellt.

Verantwortlich: Prof. Dr. Alfons Bora
Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie

Kontakt: Projektbüro Pfleg!E-mobil
Mirjam-Elisabeth Möllmann
Stefanie Fehse



 

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