Fakultät für Soziologie
 
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Soziologische Theorien

Soziologische Theorien sind Instrumente, die niemals fertig sind; sie wachsen und wandeln sich mit den Problemen, die sie konstruieren, und mit den Überraschungen, auf die sie in der sozialen Wirklichkeit stoßen. Diese Überzeugung verbindet – bei allen Unterschieden in den Forschungsinteressen – die Mitglieder der Arbeitsgruppe. Für unsere Forschung und Lehre bedeutet dies, dass wir die Konsistenzansprüche klassischer und neuerer soziologischer Theorien ernst nehmen, uns aber stets auch durch eigene empirische Forschung zur Formulierung neuer Probleme und Begriffe anregen lassen wollen.

 

Exemplarische Forschungsfragen

Diese Auffassung von Theoriearbeit erproben wir an ganz unterschiedlichen Theorien und empirischen Problemen. So ergänzen wir z.B. die Weltgesellschaftstheorie um eine interaktionstheoretische Perspektive und fragen nach der strukturbildenden Bedeutung von globalen Interaktionen (Bettina Heintz); untersuchen anhand einer wissens- und medientheoretischen Analyse von internationalen Statistiken und Weltkonferenzen, mit welchen Beobachtungskategorien Länder in ein Vergleichsverhältnis gesetzt werden und seit wann und auf welche Weise der globale Zusammenhang als eigenständige Einheit – als Weltgesellschaft – beschrieben wird (Bettina Heintz/Marion Müller); untersuchen die Skandalisierung „rechtsfreier Räume“ an und außerhalb der nationalstaatlichen Grenzen als gesellschaftliche Institutionalisierungsprozesse hin zu einer räumlich entgrenzten Menschenrechtsgeltung (Britta Leisering); befragen soziologische Theorien darauf, ob ihre Begriffe sozialer Ungleichheit auf die Ebene der Weltgesellschaft übertragen und zur Erklärung globaler Ungleichheit eingesetzt werden können (Bettina Mahlert); fragen nach der Bedeutung von ethnischen, nationalen und geschlechtlichen Differenzen gerade in solchen Bereichen, für die Theorien der modernen Gesellschaft eher das Verschwinden oder Zurücktreten solcher Differenzen zu unterstellen pflegen (Marion Müller); oder nehmen die Geschichte des modernen Sports und mediensoziologische Untersuchungen zum Anlass, verbreitete Vorstellungen zur Globalisierungsdynamik von Feldern zu präzisieren und in eine historische Forschungsperspektive zu integrieren (Tobias Werron).

 

Schwerpunkt Weltgesellschaftsforschung

Wie diese Beispiele illustrieren, liegt ein thematischer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe im Bereich der Weltgesellschaftsforschung, d.h. auf Fragen, die mit der Herausforderung soziologischer Gesellschaftstheorien durch die sozialwissenschaftliche und historische Globalisierungsforschung zu tun haben. Aus diesem thematischen Schwerpunkt ergibt sich ein enger institutioneller Bezug sowohl zum Institut für Weltgesellschaft (IW) wie auch zu dem am IW angesiedelten, von der deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkolleg 844 „Weltgesellschaft – Die Herstellung und Repräsentation von Globalität“

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