Fakultät für Soziologie
 
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Britta Leisering M.A.

Wiss. Mitarbeiterin, Monitoring-Stelle

Deutsches Institut für Menschenrechte
Zimmerstraße 26/27
10969 Berlin
Tel.: 030 25 93 59 - 451
leisering@institut-fuer-menschenrechte.de

Leisering  

Forschungsschwerpunkte

 

 


1. Vita

seit Mai 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Arbeitsgruppe Soziologische Theorien, Lehrstuhl Prof. Dr. Bettina Heintz
Juni – Dezember 2006 Fachreferentin für das französischsprachige Afrika und Asyl Afrika, Amnesty International, Berlin
Mai 2006 – April 2009 Doktorandin im DFG-Graduiertenkolleg „Weltgesellschaft“, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld

April 2006

Magister Artium (M.A.) der Geschichtswissenschaft und Soziologie, Universität Bielefeld

Sept 2003 – Juni 2004

Studium der Soziologie und Anthropologie an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS), Paris

Sept 2003

Maîtrise d’Histoire (MA), Université Paris 7

Sept 2002

Licence d’Histoire (BA), Université Paris 7

1999-2001

Grundstudium der Geschichtswissenschaft und Soziologie an der Universität Bielefeld


2. Lehre

Sommersemester 2012
Zur Soziologie und Geschichte der Menschenrechte (Seminar)  (mit Prof. Heintz)

Sommersemester 2011
Berger/Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit (Übung)

Wintersemester 2010/2011
Grundbegriffe der Soziologie (Übung zur Vorlesung)
Grundbegriffe der Soziologie (Übung zur Vorlesung)

Wintersemester 2009/10
Grundbegriffe der Soziologie (Übung zur Vorlesung)
Grundbegriffe der Soziologie (Übung zur Vorlesung)


3. Forschung

Recht und Raum: Zur gesellschaftlichen Institutionalisierung der extraterritorialen Geltung der Menschenrechte am Fall von Einwanderungskontrollen an den europäischen Außengrenzen (Dissertation)

Erstbetreuung: Prof. Dr. Bettina Heintz (Soziologie)
Zweitbetreuung: Prof. Dr. Ulrike Davy (Rechtswissenschaften)

Dass jeder Mensch zu der Erwartung berechtigt ist, dass seine Menschenrechte immer und ausnahmslos gewahrt bleiben, erscheint in unserer heutigen Zeit als Selbstverständlichkeit. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen wurde im Jahr 1948 erstmals die Idee von Rechten für alle Menschen, unabhängig von der staatsbürgerlichen Zughörigkeit geäußert und daraufhin in zwei großen völkerrechtlichen Verträgen, dem UN-Zivilpakt und dem UN-Sozialpakt, verrechtlicht. Diese internationalen Menschenrechte beanspruchen universelle Geltung für alle Personen in der Hoheitsgewalt der Vertragsparteien, unabhängig von deren Status oder ethnischer Zugehörigkeit. Diese Universalisierung des durch die Menschenrechte begünstigten Personenkreises markiert damit eine bemerkenswerte Entkopplung von Rechten und politischer Mitgliedschaft.

In meiner Forschung frage ich, wie es um die tatsächliche Garantie dieser universellen Rechte bestellt ist, wenn sich mögliche Rechtsträger außerhalb des staatlichen Hoheitsgebietes befinden. Anhand der empirischen Untersuchung von Migrationskontrollen in der Transitzone des Flughafens Charles de Gaulle und auf der Hohen See des Mittelmeeres zeige ich, wie europäische Regierungen bestreiten, dass die Menschenrechte jenseits ihrer staatlichen Grenzen überhaupt juristische Bindungswirkung entfalten, während sie gleichzeitig die Migrationskontrollen vor die Staatsgrenzen verlagern, um etwaige flüchtlingsrechtliche Verpflichtungen gegenüber Migranten zu vermeiden. Dieser räumlichen Entgrenzung politischer Macht, über die als Exekutivpolitik weitestgehend ohne parlamentarische Mitbestimmung und Kontrolle entschieden wird, begegnen Menschenrechtsbeobachter mit zunehmender Skandalisierung der „rechtsfreien Räume“ an den Außengrenzen. Nichtregierungsorganisationen beharren dabei auf der Ansicht, dass die Menschenrechte gelten, wann immer staatliche Beamte Hoheitsgewalt über Personen oder Gebiete ausüben. Indem sie Legitimität für ihre Perspektive unterstellen und alternativlos an dieser festhalten, bemühen sie sich um eine gesellschaftsweite Institutionalisierung der extraterritorialen Menschenrechtsgeltung. Meine Arbeit beschreibt diese Institutionalisierungsprozesse mit starkem Fokus auf den aktuellen empirischen Entwicklungen und rechtspolitischen Hintergründen und kommt von dort aus zu weiterführenden Erkenntnissen zu den Strukturbedingungen und der Funktionsweise von Recht und Politik in der Weltgesellschaft.

Forschungsaufenthalte zur Datenerhebung:

April – Mai 2009 Mitarbeit im Büro des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), Valletta, Malta, Forschung zum politischen Umgang mit Migranten auf dem Mittelmeer
Aug – Sept 2008 Forschung zu Migrationskontrollen am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle in Paris

2007 – 2009

Teilnahme an mehreren Fachtagungen im Bereich des Menschen- und Flüchtlingsrechts

 

4. Publikationen

Leisering, Britta (2008): Menschenrechtsschutz in politisch bestimmten Räumen – zur Effektivität juristischer Kontrollmechanismen, Working Paper 03/2008, Institut für Weltgesellschaft, Universität Bielefeld.
Zum Download unter: http://www.uni-bielefeld.de/soz/iw/

 

5. Tagungsveranstaltung

„Menschenrechte in der Weltgesellschaft – Zur Entstehung, Verbreitung und Umsetzung der Menschenrechte aus globaler Perspektive”, 27. und 28. Juni 2008, Bielefeld.
Die Tagung wurde von der Arbeitsgruppe „Menschenrechte“ des Graduiertenkollegs „Weltgesellschaft“ veranstaltet.

 

6. Beteiligung an wissenschaftlichen Tagungen und Veranstaltungen

Sept 2011 Grenzverschiebungen. Kommunikative Kämpfe um den Menschen im "rechtsfreien Raum". Vortrag auf dem Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologievereinigungen "Der Kampf ums Recht", 1.-3. Sept. 2011 in Wien
April 2011 Die Hohe See des Mittelmeeres als „rechtsfreier Raum“? Kämpfe um die Institutionalisierung der Menschenrechte auf extraterritorialem Gebiet. Vortrag im „Arbeitskreis Staatstheorie“ am Frankfurter Institut für Sozialforschung
Juni 2010 Menschenrechtsschutz in politisch kontrollierten Räumen: Die Transitzone des Pariser Flughafens Charles de Gaulle. Vortrag in der Reihe „Menschenrechte in Deutschland und Europa“, veranstaltet vom Institut für Sozialwissenschaften, AG Soziologische Theorie, Universität Oldenburg
Dez 2009 Ethnographie als theoretische Sozialforschung. Vortrag im Panel „Gesellschaftstheorie und empirische Forschung“, Klausurtagung des Instituts für Weltgesellschaft der Universität Bielefeld, Bad Salzuflen

Sept 2008

Zur (In-)Effizienz des Weltrechts: Menschenrechtsschutz in politisch kontrollierten Räumen. Vortrag auf dem Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen, „Wie wirkt Recht?“, 4.-6. September 2008, Luzern

Juni 2008 Zur (In-)Effizienz des Weltrechts: Menschenrechtsschutz in politisch kontrollierten Räumen. Vortrag auf der Tagung „Menschenrechte in der Weltgesellschaft – Zur Entstehung, Verbreitung und Umsetzung der Menschenrechte aus globaler Perspektive”, 27. und 28. Juni 2008, Mövenpick Hotel, Bielefeld

Juni 2008

Zur Ausdifferenzierung des Weltrechts – Menschenrechte als Teil des globalen Rechtssystems. Arbeitspapier und Kurzvortrag im Forschungsseminar „Soziologische Theorien“, veranstaltet von Prof. Dr. Bettina Heintz, Universität Bielefeld

Mai 2008

Extraterritoriale Migrationskontrolle und Menschenrechte. Vortrag im MA-Seminar „Globalisierung, Migration und Mitgliedschaft“, veranstaltet von Dr. Margit Fauser, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld

Nov 2007

Räume eingeschränkten Menschenrechtsschutzes und ihre Legitimation - Migrationskontrollen an europäischen Außengrenzen. Vortrag im Kolloquium des Instituts für Weltgesellschaft, Fakultät für Soziologie, 27. November 2007, Universität Bielefeld

Juli 2007

The human rights of migrants in the context of control provisions at the European borders –How to research a sensitive area? Vortrag im Workshop „Methods of Qualitative Research“, veranstaltet von Prof. Dr. Jörg Bergmann, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld

 



 

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