Fakultät für Soziologie
 
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Dr. Tobias Werron

Oberassistent


Universität Luzern
Frohburgstraße 3, Raum 3.A58
CH - 6002 Luzern
Tel.: +41 41 229 56 54

tobias.werron@unilu.ch

 

Portrait

 

Vita

Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Berlin; von Oktober 2003 bis August 2006 im Bielefelder Graduiertenkolleg „Weltbegriffe und globale Strukturmuster“; von September 2006 bis März 2009 Assistent am Soziologischen Seminar in Luzern, dort 2008 Promotion mit einer Arbeit zur Autonomie, Entstehung und Globalisierung des modernen Sports (summa cum laude; Dissertationspreis des Universitätsvereins der Universität Luzern); seit April 2009 Akademischer Rat a. Z. an der Soziologischen Fakultät der Universität Bielefeld. 

 

Forschungsinteressen


(1)    Theorie der Weltgesellschaft: Globalisierung/soziologische Theorie
(2)    Soziologie der Medien und der Öffentlichkeit
(3)    Sportsoziologie
(4)    Soziologische Theorie

 

(1)    Theorie der Weltgesellschaft: Globalisierung und soziologische Theorie

Die neuere Globalisierungsforschung und Globalgeschichtsschreibung fordert auch die soziologische Theorie heraus, ihre Begriffe und Forschungsprogramme im Licht neuen empirischen Wissens zu überdenken. Mein Interesse gilt gesellschaftstheoretischen und historisch-soziologischen Fragen wie den folgenden: An welchen Erklärungsmustern des primär an Westeuropa und Nordamerika entwickelten Verständnisses der Moderne kann festgehalten, welche müssen überdacht, aufgegeben oder modifiziert werden? Was sind die Haupttriebkräfte des Globalisierungsprozesses? Wie verhalten sich soziologische Begriffe von Modernisierung und Globalisierung zueinander? Was zeichnet eine soziologische Theorie der Weltgesellschaft im Vergleich mit anderen Globalisierungstheorien aus? Was sind die zentralen Mechanismen von Globalisierungsprozessen, wie sind sie mit der Geschichte moderner Kommunikationstechnologien verknüpft? Welche Rolle haben Sozialwissenschaftler und Soziologen selbst im Prozess der Globalisierung gespielt, und welche Konsequenzen könnte das Nachdenken über diese Rolle für das Selbstverständnis der Disziplin haben?


Publikationen zu diesem Themenbereich

(2)    Soziologie der Medien und der Öffentlichkeit

Trotz (oder wegen) einer wachsenden Literatur zu Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung ist der Öffentlichkeitsbegriff selbst bis heute vage und umstritten geblieben: Eine in den Medien- und Kommunikationswissenschaften dominierende Richtung hält Öffentlichkeit für einen Sachverhalt, der sich durch Befragungen oder das Studium massenmedialer Texte empirisch erheben lässt; ein zweiter, vor allem von Jürgen Habermas' "Strukturwandel der Öffentlichkeit" inspirierter Teil der Literatur interessiert sich vor allem für normative Potentiale und Gefährdungen der Öffentlichkeit als einer Instanz politischer Rationalität. Skepsis gegenüber diesen beiden Lagern hat schließlich zu dem dritten Vorschlag geführt, Öffentlichkeit als „robuste Fiktion“ aufzufassen, die historisch und wissenssoziologisch interessant, als wissenschaftlicher Begriff aber kaum tauglich sei (John Durham Peters). Mein Interesse gilt einer vierten Möglichkeit: der Idee, den Begriff öffentlicher Kommunikation diskurs- und kommunikationstheoretisch zu klären und für historisch-soziologische Analysen zu nutzen.


Publikationen zu diesem Themenbereich

(3)    Sportsoziologie

In soziologischen Theorien wird Sport häufig als eine Art exotisches Gehege aufgefasst, in dem gelangweilte, gestresste, orientierungslose oder sonst überforderte Individuen Ausgleich von den Belastungen des modernen Lebens suchen. Man kann Sport aber auch als ein Phänomen ernst nehmen, an dem sich charakteristische Entwicklungstendenzen der modernen Gesellschaft exemplarisch untersuchen lassen. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Geschichte des Sports seit dem späten 19. Jahrhundert, als in Großbritannien und den USA die noch heute charakteristischen Strukturen des modernen Sports entstehen und sich fast im Moment ihres Entstehens auch sogleich weltweit auszubreiten beginnen. In historisch-soziologischer Perspektive erweist sich der moderne Sport als exemplarische Globalisierungsgeschichte und Anregungsquelle für die Analyse paralleler Entwicklungen in anderen Gesellschaftsbereichen, etwa der Globalisierungsdynamik von Wirtschaft, Politik, Kunst oder Wissenschaft seit dem 19. Jahrhundert, oder der Effekte elektronischer Medien von der Telegraphie bis zum Internet.


Publikationen zu diesem Themenbereich

(4)    Soziologische Theorie

Diese Forschungsinteressen verbindet die Frage, welche Konsequenzen die vertiefte Auseinandersetzung mit der soziologischen und historischen Globalisierungsforschung für die soziologische Theoriebildung haben wird. Lassen sich z.B. aus der Analyse empirischer Globalisierungsprozesse vom mittleren 19. Jahrhundert bis heute Kriterien für die Wahl zwischen historisch-soziologischen Erklärungsmodellen gewinnen? Wie können soziologische Modelle von Konflikt, Konkurrenz, Netzwerken, Medien, Struktur/Semantik u.a. mit solchen Forschungserfahrungen abgestimmt werden? Was folgt daraus für das innerwissenschaftliche Verhältnis der Soziologie zu benachbarten Disziplinen wie Politik- und Geschichtswissenschaft? Und wie wirken sich solche Erfahrungen auf das disziplinäre Selbstverständnis der Soziologie aus?



Publikationen zu diesem Themenbereich

 

Publikationen


1.    Bücher
2.    Aufsätze
3.    Rezensionen
4.    Sonstiges

 

Bücher

 

Aufsätze

Rezensionen/Sonstiges

 



 

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