Die Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle

 

Rundbrief
 
Handbuch
Soziale Probleme
 

Soziale Probleme

Zeitschrift für soziale Probleme und soziale Kontrolle

Editorial

Die Herausgeber 
1990 - 1997  Günter Albrecht, Manfred Brusten, Hans-Günther Heiland, Helge Peters (seit 1993), Karl-Heinz Reuband, Friedrich W. Stallberg, Laszlo Vascovics 
1998 - 2000 Axel Groenemeyer, Hans-Günther Heiland, Reinhard Kreissl, Helge Peters, Friedrich W. Stallberg
seit 2001 Günter Albrecht (Bielefeld), Axel Groenemeyer (Bielefeld), Hans-Günther Heiland (Bremen), Susanne Karstedt (Keele, GB), Wolfgang Kühnel (Berlin), Karl-Heinz Reuband (Düsseldorf), Michael Schetsche (Bremen)

Redaktion (seit 13. Jahrgang 2002)

Hans-Günther Heiland

Axel Groenemeyer

 

Kontakt: soziale.probleme@uni-bielefeld.de

Die Zeitschrift „Soziale Probleme“, die seit 1990 halbjährlich erscheint, hat sich zum Ziel gesetzt, zu einem zentralen Diskussionsforum der sozialwissenschaftlichen Forschung über soziale Probleme zu werden. 

Seit dem 13. Jahrgang, 2002 wird die Soziale Probleme als Peer-Review Zeitschrift herausgegeben, d.h. die eingereichten Manuskripte werden in anonymisierter Form von mindestens zwei Fachkolleginnen und Fachkollegen begutachtet.

Mit ihrer Gründung verbindet sich die Hoffnung, Voraussetzungen für einen Fortschritt in der theoretischen und empirischen Analyse sozialer Probleme zu schaffen und damit die Konsolidierung einer eigenständigen Forschungsdisziplin zu ermöglichen. 

Im deutschsprachigen Raum erscheinen einschlägige Arbeiten über soziale Probleme entweder sehr vereinzelt und verstreut innerhalb der diversen Fachzeitschriften, oder aber sie bilden im Kontext spezialisierter Publikationsorgane (etwa der Kriminologie) „Fremdkörper“, die nicht geeignet sind, einen fortlaufenden wissenschaftlichen Diskurs anzuregen. Darüber hinaus wird bei einigen Fachzeitschriften das Kriterium des Praxis- bzw. Anwendungsbezugs so streng ausgelegt, daß theoretische und grundlagenorientierte Arbeiten über soziale Probleme kaum Publikationschancen haben. 

Wichtige theoretische und empirische Fortschritte lassen sich in der Soziologie sozialer Probleme aber nur erzielen, wenn die theoretische Perspektive problemübergreifend angelegt ist und sie auch die kausalen Zusammenhänge zwischen verschiedenen sozialen Problemen im Auge behält. Aus diesem Grund erscheint es dringend geboten, die gegenwärtige Spezialisierung der Publikationsorgane insofern zu korrigieren, als in Zukunft soziale Probleme nicht mehr in unterschiedliche „Zuständigkeiten“ bestimmter Disziplinen und Praxisbereiche fallen, sondern in ihrer ganzen Bandbreite in einem Organ thematisiert werden. Sowohl der gesellschaftliche Kontext sozialer Probleme als auch die jeweiligen Beziehungen zwischen ihnen sollen deutlicher erkennbar werden. Erklärtes Ziel der Zeitschrift ist es daher, gerade auf die Breite des Gegenstandes besonderen Bezug zu nehmen. Selbstverständlich begibt sie sich damit nicht zuletzt auch in die Nähe von Ökonomie, Rechtswissenschaft, Medizin, Psychiatrie und anderen Disziplinen, die sich mit sozialen Problemen befassen und im Rahmen eines interdisziplinären Diskurses nicht ausgespart werden können. 

Daß in der sozialwissenschaftlichen Fachöffentlichkeit und in der Öffentlichkeit insgesamt Interesse an einem Organ dieser Art besteht, läßt sich daran ablesen, daß beispielsweise in den USA mit „Social Problems“ eine seit Jahrzehnten erfolgreiche Zeitschrift existiert. Durch Fokussierung der laufenden Diskussionen hat sie einen ganz entscheidenden Fortschritt in der wissenschaftlichen Analyse sozialer Probleme bewirken können. 

Die hier neugegründete Zeitschrift präsentiert Ergebnisse und Wege der Beschäftigung mit Ursachen, Verlauf, Entdeckung, Auswirkungen und Kontrolle sozialer Probleme. 

Die Herausgeber wünschen sich Beiträge vor allem zu den folgenden Themenbereichen:

 
Empirische Analyse der für die Entstehung sozialer Probleme bedeutsamen Strukturen und Prozesse;
Erforschung der Konstitutionsbedingungen sozialer Probleme;
Diskussion und Weiterentwicklung der zentralen Ansätze zur „Theorie sozialer Probleme“;
Untersuchung des Verlaufs sozialer Probleme und sozialer Bewegungen;
Analyse von Bedeutung, Zusammenhang und Wirkungen einzelner Instanzen der Problemdefinition;
Untersuchungen zur Lebenslage sozialer Rand- und Problemgruppen;
Erklärung und Untersuchung einzelner sozialer Probleme, von den klassischen Mißständen (z.B. Armut) bis zu den neuesten „Übeln“ (Aids, Umweltprobleme etc.);
Analysen zum Zusammenhang sozialer Probleme mit verwandten Phänomenen (soziale Bewegungen, soziale Abweichung);
Theorie und Analyse der Politik sozialer Probleme;
Soziologische Analyse der Organisation/Instanzen sozialer Kontrolle, ihrer normativen Grundlagen und ihres Handlungswissens;
Evaluation von Prävention und Intervention im Bereich sozialer Probleme;
Beiträge zur methodologischen Fundierung der Problemforschung
Besonderen Wert legen die Herausgeber darauf, daß die Zeitschrift für das gesamte Spektrum sozialwissenschaftlicher Theorierichtungen offen ist. Ferner betonen sie, daß auch in bezug auf das Empirieverständnis Pluralismus Programm ist. Darüber hinaus sind die Herausgeber um ein ausgewogenes Verhältnis von theoretischen und empirischen Beiträgen bemüht. 

Die Entwicklung unserer Zeitschrift ruht auf einer relativ schmalen sachlichen und personellen Grundlage. Das fordert von uns, den Herausgebern, ein entsprechend hohes Maß an Einsatz und Ausdauer. Von der künftigen Leserschaft erhoffen wir uns Geduld, Verständnis für die am Beginn einer neuen Zeitschrift vermutlich nicht ganz zu vermeidenden Mängel und Bereitschaft, negative wie positive Eindrücke mitzuteilen. Äußerst wichtig für den Erfolg der Zeitschrift wird sein, daß Autoren und Herausgeber zusammenfinden. Wir bitten die vielen, die unserer Meinung nach derzeit wissenschaftlich interessante Beiträge zur Problemforschung leisten, mit ihren Texten oder Ideen auf uns zuzukommen. Wir werden soviel wie möglich davon aufgreifen; zu allem aber zumindest Stellung nehmen.
 

Im Oktober 1990 

 

Die Herausgeber

 

 

Kontakt:  soziale.probleme@uni-bielefeld.de
 

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Letzte Änderungen: 29. August 2002

Axel Groenemeyer