Die Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle

 

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Deutsche Gesellschaft für Soziologie

Sektion

Soziale Probleme und soziale Kontrolle

 

Mitglieder-Rundbrief

Mitteilungen Nr. 1/2003

Mitteilungen Nr. 2/2002

Mitteilungen Nr. 1/2002

Mitteilungen Nr. 1/2000

Sektion Soziale Probleme und Soziale Kontrolle
in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Mitteilungen Nr. 1/2003

 

Inhalt

 

1.      Soziologiekongress 2002 in Leipzig

2.      Calls for Papers

3.      Zeitschrift Soziale Probleme

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der neue Vorstand hat sich konstituiert und damit begonnen, Aktivitäten für das laufende Jahr zu planen. Von daher besteht ein Großteil dieses Rundbriefs aus Tagungsankündigungen und Calls for Papers.

Wir werden im Herbst unsere traditionelle Jahrestagung diesmal zusammen mit der Sektion Stadtsoziologie unter dem Thema „Sicherheit und soziale Kontrolle in Städten“ durchführen. Damit greifen wir ein Thema auf, dem bereits seit einiger Zeit innerhalb unserer Sektion eine außerordentlich hohe, auch politische Relevanz zugeschrieben wird. Bei diesem Thema verspricht gerade die Verbindung mit der Stadtsoziologie besonders fruchtbare Diskussionen und wechselseitige Anregungen.

Bereits im Sommer greifen wir ein weiteres hochaktuelles Thema auf, das bereits im letzten Jahr anvisiert worden war und sich auch im Titel unserer Sitzung auf dem Soziologiekongress in Leipzig widerspiegelte: „Globalisierung sozialer Probleme“. Es hatte sich bei den Anmeldungen und Vorschlägen für die Tagung in Leipzig allerdings gezeigt, dass die Thematik der „Ethnisierung sozialer Konflikte“ deutlich mehr Resonanz erzeugte, so dass wir dort dann auch den thematischen Schwerpunkt gesetzt haben. Der Workshop im Juli zielt nun mit einer bewusst breiteren Fragestellung eher auf eine Sondierung des Themas „Globalisierung“ im Kontext von Themen, die unsere Sektion betreffen. Von daher wurde auch bewusst der Charakter eines Workshops gewählt, auf dem nicht unbedingt nur „fertige“ Analysen diskutiert werden, sondern auch Ideen und Fragestellungen für ein Forschungsprogramm entwickelt werden sollen, das einer wachsenden Inter- und Transnationalisierung Rechnung tragen könnte.

Darüber hinaus möchte ich noch auf eine Tagung zum Thema „Gewalt und Geschlecht“ hinweisen, die von Siegfried Lamnek an der Universität Eichstätt organisiert wird. Dass auch dieses Thema unmittelbar einschlägig für unsere Sektion ist, leuchtet unmittelbar ein.

Schließlich schicke ich Ihnen als attachment das Programm der diesjährigen GIWK-Tagung, die in Zusammenhang mit dem Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie in Wien durchgeführt wird. Da es doch etliche personelle Überschneidungen zwischen der Sektion und der Gesellschaft für Interdisziplinäre Wissenschaftliche Kriminologie gibt, werden einige von Ihnen das Programm bereits über den Rundbrief von Gabi Löschper erhalten haben, aber auch den anderen sei diese Tagung wärmstens empfohlen.

Diesen Ankündigungen vorangestellt ist ein kurzer Bericht über die beiden Sitzungen der Sektion auf dem Soziologiekongress in Leipzig, und zu guter letzt fehlt auch diesmal nicht eine kurzer Bericht über und Hinweis auf die Zeitschrift Soziale Probleme. 

 

Viele Grüße

Axel Groenemeyer

 

1.      Soziologiekongress 2002 in Leipzig

Der diesjährige Soziologiekongress fand unter dem Thema „Entstaatlichung und soziale Sicherheit“ statt. Die Sektion Soziale Probleme und Problemintervention war mit zwei Sitzungen vertreten: „Wandel sozialer Kontrolle, neue Konstruktionen sozialer Ordnung und die Herstellung von Sicherheit“ sowie gemeinsam mit der Sektion Jugendsoziologie: „Globalisierung sozialer Probleme und die Ethnisierung von Alltagskonflikten in modernen Wohlfahrtgesellschaften“.

Beide Sitzungen waren mit etwa 30-40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vergleich zu anderen Sektionssitzungen und in Anbetracht der starken zeitlichen Überschneidung mit anderen Sitzungen außerordentlich gut besucht. Aber auch das Niveau der Vorträge und der Diskussionen konnte sich durchaus sehen lassen, so dass ich den Eindruck habe, dass sich die Sektion sehr gut präsentiert hat, auch wenn kritisch angemerkt werden muss, dass der Kern aktiver Sektionsmitglieder kaum vertreten war und deshalb die Mitgliederversammlung mangels Masse ausfallen musste.

Das Thema der Sitzung zum Wandel sozialer Kontrolle war bewusst breit angelegt worden, um so unterschiedliche Aspekte aktueller Entwicklungen sozialer Kontrolle thematisieren zu können. So berichtete Richard Blath über Entwicklungen und Veränderungen in strafrechtlichen und strafrechtsrelevanten Bestimmungen, um damit die These einer neuen „Risikoorientierung“ des Strafrechts einer kritischen empirischen Prüfung zu unterziehen. Nach seinem Ergebnis gibt es zwar durchaus einige Veränderungen, die im Kontext eines Paradigmenwechsels interpretiert werden könnten, das Gros der empirischen Belege spricht allerdings dagegen oder zeigt zumindest eine sehr uneinheitliche Tendenz, wobei sich deutliche Aspekte der Entkriminalisierung ebenso finden lassen wie auch Strafverschärfungen und Verfahrensregelungen, die liberal rechtsstaatliche Prinzipien tangieren.

Auf ganz andere, sehr subtile Mechanismen sozialer Kontrolle wies Lars Frers mit seinem Beitrag hin. In seiner Untersuchung über den Potsdamer Platz in Berlin zeigte er eindruckvoll, wie soziale Kontrolle durch Architektur und die Gestaltung von Räumen ausgeübt wird und damit das soziale Leben im öffentlichen Raum auf bestimmte Funktionen und im Hinblick auf Sicherheit und Ordnung reguliert wird. Eine ausführlichere Fassung des Beitrags kann im Internet abgerufen werden: http://userpage.fu-berlin.de/~frers.

Jens Wurtzbacher berichtete über ein Projekt zum bürgerschaftlichen Engagement für innere Sicherheit, in dem es um die Realisierung, Chancen und Risiken von Ideen kommunaler Kriminalprävention über Sicherheitswachten und Nachbarschaftsinitiativen ging. Schließlich bezog sich Dieter Reicher in seinem Beitrag ebenfalls direkt auf das Kongressthema der Entstaatlichung, wobei hier allerdings nicht der Bezug zum zivilgesellschaftlichen Engagement, sondern zur Kommunalisierung und Privatisierung der Rechtsprechung hergestellt wurde. In einer historischen Analyse zeigte er den Zusammenhang zwischen Entstaatlichung und Punitivität am Beispiel der Entwicklungen in England und Wales auf, wobei allerdings auch die Bezüge zu aktuellen Entwicklungen, insbesondere in den USA, deutlich sichtbar wurden.

Von der Themenstellung einheitlicher war die zweite Sitzung, die sich mit dem Thema der Ethnisierung sozialer Konflikte beschäftigte. Karin Scherschel berichtete über ein Forschungs­projekt zum alltäglichen Rassismus. Dabei hob sie vor dem Hintergrund des theoretischen Ansatzes von Bourdieu die Bedeutung rassistischer Interaktionsmuster und Einstellungen für Gruppenbildungsprozesse und für die Reproduktion sozialer Ungleichheit hervor. Während hier eher Erwachsene der Forschungsgegenstand waren, bezogen sich die weiteren Vorträge auf Jugendliche und ihren Umgang und Erfahrungen mit Prozessen der Ethnisierung. Arnd-Michael Nohl analysierte die Herausbildung von durch Ethnizität geprägten Identitäten und Selbstzuschreibungen bei türkischen Jugendlichen, wobei ganz wesentlich die Rolle der Reaktionen der sozialen Umwelt herausgearbeitet wurde. Schließlich berichtete Jürgen Mansel über erste Ergebnisse aus einem empirischen Projekt zum Anzeigeverhalten von Konflikten unter Jugendlichen bei der Polizei, vor dem Hintergrund unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeiten von Täter und Opfern.

2.      Call for Papers

Globalisierung sozialer Probleme –
Themen, Fragestellungen und Perspektiven

Workshop der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“
 am 11. und 12.Juli 2003 an der Universität Bielefeld

 

„Globalisierung“ gehört seit Jahren zu den stabilen theoretischen Bezugspunkten gesellschaftstheoretischer Analysen und Diagnosen. Dabei wird allerdings immer wieder auf die Unschärfe des Begriffs aufmerksam gemacht, vereinigt er doch sehr unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Bereichen: z.B. die Internationalisierung von Kapitel, Waren und Gütermärkten, die Globalisierung kultureller Infrastrukturen, Medien und Kommunikationstechnologien oder die Auflösung nationalstaatlicher Souveränitäten über die Bildung supranationaler politischer Institutionen. Allein an diesen Aspekten wird bereits unmittelbar einsichtig, dass die Soziologie und Politik sozialer Probleme hiervon nicht unberührt bleiben kann. „Globalisierung“ produziert neue Problemlagen, lässt neue Zusammenhänge sozialer Probleme entstehen, schafft neue Deutungsmuster und Bedingungen für Thematisierungen und Problematisierungen und führt zu neuen Bedingungen nationalstaatlicher Politik sozialer Probleme.

Das Spektrum der Themen zum Zusammenhang zwischen „Globalisierung“ und sozialen Problemen ist weit gespannt. Es reicht von Fragestellungen zum globalisierten Terrorismus als Bedrohungsszenarium innerer Sicherheit, über internationale Korruption und Finanzkriminalität, veränderte Bedingungen der internationalen Diffusion von Politikoptionen und ‑orien­tie­rungen, die Internationalisierung sozialer Bewegungen und Mobilisierungschancen für soziale Probleme, die Globalisierung ökologischer Risiken, die Ethnisierung sozialer Konflikte bis hin zu veränderten Formen und Bedingungen nationalstaatlicher Interventionsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen der Politik sozialer Probleme.

Der Workshop soll einer Sondierung dieser und ähnlicher Fragestellungen dienen sowie einen ersten Überblick über vorhandene Projekte, Ansätze und Erklärungen aus diesem Bereich liefern. Die Fragestellung ist dabei bewusst breit angelegt, um die Möglichkeit für Verbindungen und Vergleiche zwischen verschiedenen Aspekten zu eröffnen, die im Kontext der „Globalisierung“ für die Soziologie und Politik sozialer Probleme bedeutsam sein können. Gefragt sind von daher insbesondere Beiträge, die Zusammenhänge zwischen Entwicklungen sozialer Probleme, ihren Thematisierungsbedingungen oder/und der darauf bezogenen Politik in einer international vergleichenden Perspektive bzw. in supranationalen Kontexten darstellen.

Kollegen und Kolleginnen, die auf diesem Workshop einen Vortrag halten wollen, werden gebeten, bis zum 30. April 2003 einen Themenvorschlag mit einem kurzen Exposé beim Sprecher der Sektion einzureichen.

 

Axel Groenemeyer, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 100 131,
33501 Bielefeld. Telefon: 0521-106 4634, Fax: 0521-106 6479

e-mail: soziale.probleme@uni-bielefeld.de


 

Sicherheit und soziale Kontrolle in Städten

Gemeinsame Tagung der DGS Sektionen „Soziale Probleme und Soziale Kontrolle“ und „Stadt- und Regionalsoziologie“ am 24. und 25.Oktober 2003 in Oldenburg

 

Neue Konzepte und Techniken, die die Sicherheit in Städten erhöhen sollen, sind in beiden Teildisziplinen der Soziologie mit unterschiedlichen Fragestellungen und Perspektiven thematisiert worden. Die Soziologie Sozialer Probleme und Sozialer Kontrolle fragt nach dem Wandel sozialer Kontrolle. Wer definiert neue soziale Probleme und wie werden diese behandelt? Wie wird soziale Ordnung in den Städten konstruiert? Welche Auswirkungen haben veränderte bauliche Strukturen der Stadt oder veränderte situative Bedingungen auf die Entwicklung von Kriminalität und auf Unsicherheitsgefühle?

Die Stadt- und Regionalsoziologie hingegen fragt in diesem Kontext nach dem Wandel des öffentlichen Raums. Welche Auswirkungen haben neue Formen sozialer Kontrolle einerseits und abweichendes Verhalten andererseits auf die Nutzungsqualitäten des öffentlichen Raums und auf die sozialen Strukturen von Nachbarschaften? Wie wirken diese Phänomene auf die sozialräumliche Strukturierung von Stadt? Beeinflussen neue soziale Probleme und neue Ausprägungen sozialer Kontrolle die für die Stadt konstitutive Polarität von Öffentlichkeit und Privatheit?

Die gemeinsame Tagung soll dazu dienen die unterschiedlichen Fragestellungen stärker zusammen zu betrachten. Was kann die eine Sektion von der jeweils anderen lernen? Zur Beantwortung dieser Frage soll die Tagung in drei Blöcke unterteilt werden.

In die Tagung einführen werden zwei Vorträge: zum einen zur Relevanz des Themas aus der Perspektive der Stadtsoziologie und zum anderen aus der Perspektive der Soziologie Sozialer Probleme und Sozialer Kontrolle.

Der Einführung sollen sich zwei empirisch und theoretisch ausgerichtete Themenblöcke anschließen.

1.    Vergesellschaftete soziale Kontrolle: Wie und in welchen Räumen äußern sich neue markt- oder staatsförmig organisierte Formen sozialer Kontrolle? Was bedeutet die Technisierung sozialer Kontrolle für die Anonymität in den Stadtzentren? Wie verändern sich Herrschaftsstrukturen in den Städten durch die Kommodifizierung von Sicherheit? Welche Auswirkung hat Überwachung auf urbane Öffentlichkeit?

2.    Vergemeinschaftete soziale Kontrolle: Welche Entwicklungen zeigen sich hinsichtlich Kommunaler Kriminalprävention oder Neigborhood-Watch-Ansätzen? Welche Bedeutungen haben diese Formen sozialer Kontrolle für Nachbarschaften? Sind neue lokale Organisationsformen sozialer Kontrolle eine neue Form der Vergemeinschaftung? Was bedeutet die Ausweitung formeller sozialer Kontrolle für informelle Formen sozialer Kontrolle? Ist die Betonung von Eigenverantwortung eine Ausprägung neoliberaler Gouvernementalität?

Gebeten wird um Vortragsangebote zu den letzten beiden Themenblöcken in Form eines einseitigen Exposés. Bitte senden Sie die Angebote bis zum 30.06.2003 an:

 

Dr. Norbert Gestring                                             HD Dr. Axel Groenemeyer

e-mail: norbert.gestring@uni-oldenburg.de                 e-mail: axel.groenemeyer@uni-bielefeld.de


 

Geschlecht – Gewalt – Gesellschaft. Gegenwartsdiagnosen

Lehrstuhl für Soziologie II, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt am 3.-5. Juli 2003

 

Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewalt steht seit über zwanzig Jahren im Mittelpunkt wissenschaftlicher wie öffentlicher Debatten. Unabhängig davon, wo die Ursachen für Gewalt gesucht werden, ob der immer wieder thematisierte Anstieg der Gewalt in der heutigen Gesellschaft als Tatsache oder als sozial(politisch)e, massenmediale oder pseudowissenschaftliche Konstruktion angesehen wird und ob Lösungen für Gewalt als soziales Problem oder eher für die Relativierung ihrer skandalisierten und skandalisierenden Ausmaße im Bewußtsein der Öffentlichkeit angestrebt werden – ein gegenwärtiger Trend ist ihnen allen gemeinsam: sozial- wie kulturwissenschaftliche, juristische und medizinische Theorien zum gesamtgesellschaftlichen Phänomen Gewalt beziehen immer öfter in ihre Analysen die Kategorie „Geschlecht“ mit ein.

Die Definition von Gewalt als männlich gehört zu den tradierten Stereotypen, die Alltagstheorien zu Gewalt kennzeichnen und die öffentliche und mediale Diskussion nach wie vor prägen. Rückblickend haben zahlreiche wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung der geschlechtsspezifischen Aufteilung in Täter und Opfer, Gewalttätige und Gewaltlose im Laufe der lang anhaltenden Gewaltdebatte einander konfrontiert und/oder abgelöst: von den biologisch-psychologischen Theoriemodellen, die geschlechts­spezifische Unterschiede hinsichtlich gewalttätigen/kriminellen Verhaltens für genetisch bedingt erklärten, über sozialisationstheoretische Überlegungen zur Bedeutung von Geschlechtsrollenerwartungen, bis hin zum Autoaggressionsansatz („weibliche Gewalthandlungen sind nach innen gerichtet“) und konstruktivistischen Erklärungsmodellen feministischer Kriminologie. Erst in den letzten Jahren ist die „männliche“ Form der Gewaltausübung durch Frauen verstärkt zum Gegenstand massenmedialer Berichterstattung und – vorwiegend in den USA – wissenschaftlicher Aufmerksamkeit – speziell mit Blick auf Vorfälle häuslicher Gewalt geworden.

Mit dem breit angelegten Titel „Geschlecht – Gewalt – Gesellschaft. Gegenwartsdiagnosen“ strebt die am Lehrstuhl Soziologie II der KU geplante Tagung eine inter- und transdis­zi­pli­näre, geschlechtsspezifische Herangehensweise an das Gewaltphänomen im Kontext gesamtgesellschaftlichen sozialen Wandels. Was ist die gesellschaftliche Funktion der „traditionellen“ Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer und wie hat sich diese gewandelt? Schafft Emanzipation weibliche Verbrecher? Ist die weibliche Delinquenz mitverantwortlich für den vielfach beklagten Anstieg der (Jugend)-Kriminalität oder ist Gewalttätigkeit nach wie vor ausschließlich männlich besetzt? Soziologen, Kriminologen, Pädagogen, Psychologen, Sozialarbeiter, Juristen (Liste fast beliebig erweiterbar) sollen mit Hilfe eigener Forschungsergebnisse, Theoriemodelle und/oder Erfahrungen aus der Praxis den aktuellen Diskussionstand rund um diese Fragen kritisch würdigen und gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen nachzeichnen.

Anmeldungen an folgende Adresse erbeten:

 

Prof. Dr. Siegfrid Lamnek

Lehrstuhl für Soziologie II, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, D-85071 Eichstätt

Tel: 08421-931412, Fax: 08421-932243

e-mail: siegfried.lamnek@ku-eichstaett.de

 

3.      Zeitschrift Soziale Probleme

Mit dem gerade erschienen Heft 2/2002 ist die Zeitschrift wieder im regulären Zyklus von zwei Heften pro Jahr angekommen. Gegenwärtig wird das Heft 1/2003 vorbereitet. Die Beiträge für den Jahrgang 2002 wurden erstmalig komplett im Peer-Review-Verfahren evaluiert. Hierzu mussten wir noch einige Erfahrungen sammeln, aber mittlerweile ist das Verfahren etabliert, auch wenn wir uns im Einzelfall immer wieder mal an säumigen Gutachtern und Gutachterinnen abarbeiten müssen. Das Peer-Review-Verfahren braucht aber grundsätzlich Zeit, die aber bei uns nach Rücksprache mit anderen soziologischen Fachzeitschriften eher sogar kürzer zu sein scheint. Insgesamt hat sich das Verfahren bewährt und wird anscheinend auch bei den Kollegen und Kolleginnen positiv aufgenommen, was sich auch daran ablesen lässt, dass sich der Manuskripteingang im letzten Jahr deutlich verbessert hat, so dass wir bereits Möglichkeiten für zusätzliche Sonder- oder Themenhefte andiskutiert haben. Wir müssen allerdings abwarten, ob diese günstige Konjunktur anhält und je besser der Manuskripteingang, desto besser wird auch die Zeitschrift.

Diese insgesamt sehr positive Entwicklung der Zeitschrift sollte auch Sie ermutigen, auch einmal einen Beitrag an die Soziale Probleme zu richten (statt an die ZFS). Sprechen Sie bitte Kollegen und Kolleginnen an, falls Sie im Moment selbst gerade nichts haben. Gerade auch ausgearbeitete Vorträge oder Forschungsberichte sind ausgezeichnet geeignet für die Zeitschrift.

Der Verlag hat angekündigt, die bislang noch etwas schwache Vertretung und Reputation der Zeitschrift in der Fachöffentlichkeit durch gezielte und umfangreichere Werbemaßnahmen zu reduzieren.

Darüber hinaus spricht auch nichts mehr dagegen, die Zeitschrift auch selbst zu abonnieren. Für Mitglieder der DGS ist sie mit 19,43 € ausgesprochen günstig. Zudem wäre es auch sehr wünschenswert, wenn Sie darauf achten, dass zumindest Ihre Bibliothek die Zeitschrift abonniert hat.

 

 

 

Mitteilungen Nr. 2/2002

 

Juli 2002

Inhalt

 

1.      Soziologiekongress 2002 in Leipzig

2.      Wahlergebnisse

3.      Zeitschrift Soziale Probleme

4.      Organisation der Sektion

5.      Calls for Papers

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Dieser Rundbrief ist vergleichsweise kurz ausgefallen und soll Sie hauptsächlich über die Veranstaltungen der Sektion auf dem 31. Kongress der DGS vom 7. – 11. Oktober 2002 in Leipzig sowie über den Ausgang der Wahlen zum Vorstand informieren. 

Daneben gibt es (endlich mal) Positives zu vermelden über die Entwicklungen der Zeitschrift Soziale Probleme. 

Schließlich finden Sie in diesem Rundbrief einige Überlegungen zur Reorganisation der Sektion, die bereits im letzten Rundbrief enthalten waren, aber bislang leider keinerlei Resonanz erzeugt hat. Vielleicht bringt ja eine penetrante Wiederholung hierzu einige Reaktionen hervor.

Angehängt ist dann noch ein Call for Papers für ein Kolloquium der Sektion „Geschichte und Kriminologie“ der GIWK.

Letztlich möchte ich, wie immer, noch auf unsere Homepage im Internet hinweisen (http://www.uni-bielefeld.de/sozprob), auf der immer die aktuellsten Informationen verbreitet werden. Dort finden Sie z.B. auch die Inhaltsverzeichnisse und Abstracts der Zeitschrift „Soziale Probleme“.

Darüber hinaus gibt es dort eine Seite mit weiterführenden Links, die für die Sektion von besonderem Interesse sind. Hier finden Sie nicht nur statistische Materialien zu einzelnen sozialen Problemen und offizielle Programmatiken der Politik sozialer Probleme, sondern auch Institute und Links zu vollständigen klassischen und aktuellen Texten, die Sie dort direkt abrufen und einsehen können und die außerordentlich nützlich z.B. für die Lehre sind. 

Falls Sie selbst eine interessante Internet-Seite entdeckt haben mit Materialien und weiterführenden Informationen aus den Arbeitsbereichen der Sektion, so schicken Sie mir doch bitte eine kurze E-Mail, damit ich dann den entsprechenden Link aufnehmen kann.

Ich wünsche Ihnen allen einen erholsamen Urlaub und hoffe, Sie dann in aller Frische im Oktober in Leipzig auch persönlich begrüßen zu können.

Ihr

Axel Groenemeyer

 

1.      Soziologiekongress 2002 in Leipzig

Der diesjährige Soziologiekongress findet unter dem Thema „Entstaatlichung und soziale Sicherheit“ statt. Auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2001 in Bielefeld hatten wir die Themen für zwei Sitzungen beschlossen. Die Auswahl und Anmeldungen der Vorträge ist mittlerweile erfolgt, so dass ich Ihnen hier das vollständige Programm mitteilen kann:

Globalisierung sozialer Probleme und die Ethnisierung von Alltagskonflikten in modernen Wohlfahrtgesellschaften

Mittwoch, 9. Oktober, 14.oo-17.oo (in Kooperation mit der Sektion Jugendsoziologie)

14.15  Karin Scherschel (Bielefeld): Rassismus als flexible Ressource für die Reproduktion sozialer Gruppen

14.50  Arnd-Michael Nohl (Magdeburg): Milieuspezifische Ethnisierungserfahrungen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

15.25   Pause

15.40   Frank Gesemann (Berlin): Die Polizei in der Wahrnehmung junger Zuwanderer.

16.15   Jürgen Mansel (Bielefeld): Konfliktregulierung bei Straftaten. Variation des Anzeigeverhaltens nach der Ethnie des Täters.

Moderation: Axel Groenemeyer und Jürgen Mansel

 

 Wandel sozialer Kontrolle, neue Konstruktionen sozialer Ordnung und die Herstellung von Sicherheit“ 

Donnerstag, 10. Oktober, 14.oo-17.oo

14.15   Richard Blath (Bonn): Paradigmawechsel in der Strafrechtspolitik? – Innenansichten

14.55  Lars Frers (Berlin):  Normalität und Kontrolle im Raum: Von Sichtbarkeit und Sicherheit

15.35  Pause

15.40  Jens Wurtzbacher (Berlin): Sicherheit als gemeinschaftliches Gut – Bürgerschaftliches Engagement für innere Sicherheit

16.20  Dieter Reicher (Graz): Entstaatlichung des öffentlichen Sicherheitswesens und neue Formen der sozialen Kontrolle 

Moderation: Axel Groenemeyer (Bielefeld)

ab 17.oo Mitgliederversammlung

 

2.      Wahlergebnisse

Im Laufe des Sommersemesters wurde der Vorstand der Sektion neu gewählt werden. Diese Wahl hat folgendes Ergebnis gebracht:

Axel Groenemeyer                                              22 Stimmen

Helge Peters                                                      21 Stimmen

Karl-Heinz Reuband                                            16 Stimmen

Susanne Krasmann                                             15 Stimmen

Thomas Ohlemacher                                           14 Stimmen

Hans-Günther Heiland                                        13 Stimmen

Ich bedanke mich für die rege Wahlbeteiligung und ganz persönlich auch für das mir ausgesprochene Vertrauen.

Der neue Vorstand wird nach dem Soziologiekongress sein Amt antreten.

 

3.      Zeitschrift Soziale Probleme

Wie ich bereits im letzten Rundbrief mitgeteilt habe, ist mit dem Jahrgang 2002 die Geschäftsführung der Redaktion nach Bremen an Hans-Günther Heiland übergegangen. Außerdem werden die Beiträge jetzt nach einem anonymen Begutachtungsverfahren bewertet, so dass wir jetzt eine veritable Peer-Review-Zeitschrift sind. 

Das Heft 1-2/2001 ist in Druck und dürfte in den nächsten Tagen ausgeliefert werden, wenn der Verlag mitspielt. Die Beiträge für das Heft 1/2002 sind ebenfalls fertig und werden nach der Fertigstellung der Druckvorlagen noch vor den Semesterferien an den in den Verlag gehen. Darüber hinaus ist bereits die Planung für Heft 2/2002 in vollem Gang und eine erfreulich große Zahl an Beiträgen im Begutachtungsverfahren, so dass voraussichtlich noch im Herbst mit der Fertigstellung des Heftes zu rechnen ist. Damit haben wir dann die eingetretene Verzögerung aufgeholt und sind wieder in unserem normalen Erscheinungsturnus.

Der Verlag hat angekündigt, die bislang noch etwas schwache Vertretung und Reputation der Zeitschrift in der Fachöffentlichkeit durch gezielte und umfangreichere Werbemaßnahmen zu reduzieren.

Diese insgesamt sehr positive Entwicklung der Zeitschrift sollte auch Sie ermutigen, auch einmal einen Beitrag an die Soziale Probleme zu richten (statt an die ZFS). Sprechen Sie bitte Kollegen und Kolleginnen an, falls Sie im Moment selbst gerade nichts haben. Gerade auch ausgearbeitete Vorträge oder Forschungsberichte sind ausgezeichnet geeignet für die Zeitschrift. 

Darüber hinaus spricht auch nichts mehr dagegen, die Zeitschrift auch selbst zu abonnieren. Für Mitglieder der DGS ist sie mit 19,43 € ausgesprochen günstig. Zudem wäre es auch sehr wünschenswert, wenn Sie darauf achten, dass zumindest Ihre Bibliothek die Zeitschrift abonniert hat.

 

4.      Organisation der Sektion

Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde diskutiert, ob es nicht sinnvoll sein könnte, innerhalb der Sektion themenspezifische Arbeitsgruppen zu installieren, um damit die wichtige Aufgabe der Sektion, die Vernetzung und Kooperation ihrer Mitglieder zu verbessern, besser erfüllen zu können.

Der Hintergrund für diese Überlegungen bildet das uns allen bekannte Problem, dass die Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle sehr heterogen zusammengesetzt ist und ein breites Themenspektrum abdeckt. Dies hat z.B. zur Folge, dass auf Tagungen immer nur die Mitglieder vertreten sind, die mit dem jeweiligen Thema im engeren Sinne etwas zu tun haben, aber ansonsten fehlt es dann an einer Identifikation mit der Sektion und damit auch an Möglichkeiten der Aktivierung von Mitgliedern. 

Konkreter Anlass war eine Anfrage der Gruppe Polizeiforschung, in der einige Mitglieder der Sektion schon seit einigen Jahren mitarbeiten. Die Arbeitsgruppe spielt mit dem Gedanken,  diesen Arbeitszusammenhang unter dem dach der Sektion zu organisieren, was grundsätzlich befürwortet wurde.

So wären aber auch andere Arbeitsgruppen, z.B. zu einzelnen Problemfeldern (z.B. Armut, Kriminalität, Behinderung, Drogen, psychische Störungen) oder zu einzelnen Instanzen sozialer Kontrolle (z.B. Polizei, Psychiatrie, Sozialpolitik) denkbar. Daneben könnte man auch an Arbeitsgruppen für die Theorie oder auch Geschichte sozialer Probleme und sozialer Kontrolle oder für einzelne kollektive Akteure der Problemkonstruktion denken (z.B. soziale Bewegungen, Massenmedien, Politik sozialer Probleme). Diese Arbeitsgruppen könnten dann eigenständig Tagungen oder auch ad hoc-Gruppen für die Kongresse der DGS organisieren und innerhalb der Sektion ein Netzwerk der Zusammenarbeit bilden, wie es z.B. die Gruppe Polizeiforschung schon seit einigen Jahren macht.

Allerdings kann eine solche Organisation nicht von „oben“, d.h. vom Vorstand, zustande kommen, sondern ist auf die Initiative und Aktivitäten der Mitglieder angewiesen. Wir können dafür ein Forum bereitstellen, z.B. dadurch, dass wir das Mitgliederverzeichnis ins Internet stellen und die Aktivitäten der Gruppen unterstützen. 

Diese Überlegungen sind durchaus noch vorläufiger Natur, und ich würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eigene Vorstellungen, Überlegungen und Initiativen mitteilen könnten. 

 

5.      Calls for Papers

Das Gefängnis und andere Häuser. Geschichte und Gegenwart des Ein- bzw. Wegschließens von Menschen

Kolloquium der Sektion 'Geschichte und Kriminologie

der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie / GIWK

Köln, 12. – 14. Dezember 2002

Vorbemerkung: In diesem Jahr soll eine Reihe interdisziplinärer Kolloquien von Historikern und Kriminologen, die in den letzten Jahren in unregelmäßiger Reihenfolge stattgefunden haben (Hamburg 1994, Herrenberg 1996, Gelnhausen 1997, Köln 1999, Freiburg 2001), als Veranstaltung der Sektion 'Geschichte und Kriminologie' der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie / GIWK fortgeführt werden. Die Sektion 'Geschichte und Kriminologie' der GIWK hat sich im letzten Jahr konstituiert. Nachfolgend einige Überlegungen zum Thema des Kolloquiums, die als Information und (auch) als 'Merkpunkte' für diejenigen Kol­legInnen gedacht sind, die sich aktiv (mit einem Referat) beteiligen möchten.

Viele BeobachterInnen stellen eine neue – aus ihrer Sicht alarmierende – gesellschafts­politische 'ultima ratio' fest: Die Zurücknahme von Sozialpolitik zugunsten immer häufiger genutzter Strategien des Ein- und Wegschließens von Menschen. Sie glau­ben, diese Strategie an der wachsenden (Über-) Füllung von Gefängnissen und an­derer Häuser des Ein- und Wegschließens von Menschen festmachen zu können.

Folgt man diesen BeobachterInnen, so ist diese 'ratio' ein Korrelat neoliberaler Gesellschafts­poli­tik, die auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gebrauchte Personen 'ohne Kosten' temporär oder auf Dauer anderweitig zu parken versucht, darunter im Gefängnis. Andere dagegen verstehen diese Verschärfung der Politik des Ein- und Weg­schließens von Menschens als Versuch der Politik, den Schutz der Bevölkerung vor vermeintlich 'schädlichen' bzw. gefährlichen Personen zu verbessern (s.a. auch dazu die aktuellen Diskussionen bzw. Initiativen um die Verschärfung der Sicherungs­verwahrung). Viele sehen in diesen 'neuen' Strategien auch eine Antwort der Po­li­tik auf ein vermeintlich wachsendes Bedürfnis der Bevölkerung nach Strafe und Ver­geltung.

Strategien des Ein- und Wegschließens von Menschen vor allem als Mittel zum Schutz der Bevölkerung sind – blickt man zurück – nicht unbedingt neu, scheinen aber lange Zeit keinen der vorderen Plätze auf der kriminalpolitischen Agenda gehabt zu haben. Stattdessen wurden Häuser des Ein- und Wegschließens von Menschen als Einrichtungen verstanden, in denen diese temporär von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, zugleich aber auf eine Reintegration (Resozialisierung) in die Gesellschaft vorbereitet wurden. 

Die unterschiedlichen Thematisierungen von Häusern des Ein- und Wegschließens von Menschen drängen einen interdisziplinären Dialog geradezu auf. Nachfolgend eine (unvollständige) Auflistung von Stichpunkten eines derartigen interdiszplinären Dialogs, die anlässlich des Kolloquiums aufgegriffen werden könnten: 

·        Die "Geburt des Gefängnisses": Die Entwicklung von Häusern des Ein- und Wegschließens von Menschen (Zuchthäuser, Gefängnisse, 'geschlossene' Heime, 'offene' Vollzugs­einrichtungen, 'Abschiebeknäste' usw.)

·        Die Politik des Gefängnisses: Definitionen von Gefährlichkeit und Schädlichkeit, Resozialisierung und/oder Wegschließen, das Gefängnis als repressives Arbeitsmarktinstrument, 'po­litische' Gefängnisse

·        Im Gefängnis I: Die Insassen, Häuser des Ein- und Wegschließens von Menschen und 'gender issues'; Jugendliche und Kinder in Häusern des Ein- und Wegschließens von Menschen, Gefängnis und Menschenrechte

·        Im Gefängnis II: Das Personal, die Subkultur des Gefängnisses, Häuser des Ein- und Wegschließens von Menschen als totale Institutionen

·        Die Architektur des Gefängnisses: Architektur und Funktionalität

Veranstaltungsort des Kolloquiums wird das Tagungshaus St. Georg in der Köln sein. Es han­delt sich dabei um eine vergleichsweise preiswerte Tagungsstätte in der südlichen Kölner Innenstadt. 

Leider können Fahrt- und Übernachtungskosten nicht erstattet werden. Die Kosten im Tagungshaus St. Georg belaufen sich pro Übernachtung/pro Person (Einzelzimmer mit Dusche/WC und Vollpension) auf EUR 50,--.

Anmeldungen/Anfragen sind zu richten an den Sprecher der Sektion 'Geschichte und Kriminologie' der GIWK:

Dr. Herbert Reinke
Niederichstr. 34
50668 Köln

Tel. / Fax: 0221-136976

Email: reinke@uni-wuppertal.de

 

 

 

 

Mitteilungen Nr. 1/2002

Februar 2002

Inhalt

Organisation der Sektion

Wahlen

Termine

Zeitschrift Soziale Probleme

Zur Lage der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle an deutschen Universitäten

Calls for Papers

Wandel sozialer Kontrolle, neue Konstruktionen sozialer Ordnung und die Herstellung von Sicherheit

Globalisierung sozialer Probleme und die Ethnisierung von Alltagskonflikten in modernen 
Wohlfahrtgesellschaften

Wissenssoziologie des Rechts

Ausschreibung des Fritz Sack Preises

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Der 31. Kongress der DGS findet vom 7. – 11. Oktober 2002 in Leipzig unter dem Thema „Entstaatlichung und soziale Sicherheit" statt. Auf der Mitgliederversammlung im Anschluss an den Workshop „Soziale Probleme – Soziale Fragen – Exklusionen. Gesellschaftliche Herausforderungen und soziologische Analysen" im Oktober 2001 in Bielefeld haben wir die Themen für zwei Sitzungen beschlossen: „Wandel sozialer Kontrolle, neue Konstruktionen sozialer Ordnung und die Herstellung von Sicherheit" (Donnerstag, 10. Oktober) und in Kooperation mit der Sektion Jugendsoziologie „Globalisierung sozialer Probleme und die Ethnisierung von Alltagskonflikten in modernen Wohlfahrtgesellschaften" (Mittwoch, 9. Oktober). Die entsprechenden Calls for Paper finden Sie in diesem Rundbrief. Ich hoffe, dass diese Themen auf eine breite Resonanz stoßen und erwarte mit Spannung Ihre Vorschläge für die Vorträge. Weitere Calls for Paper, die nicht direkt die Sektion betreffen, aber für die Sektionsmitglieder von Interesse sein könnten, habe ich ebenfalls beigefügt.)

Daneben finden Sie in diesem Rundbrief einige Überlegungen zur Reorganisation der Sektion, die ebenfalls auf der letzten Mitgliederversammlung begonnen wurden und dem Ziel einer stärkeren Aktivierung und Vernetzung der Mitglieder dienen soll.

Diese Aktivierung ist auch im Hinblick auf professionspolitische Fragestellungen gefragt. Helge Peters hat die Initiative ergriffen und einen Aufruf formuliert, der über die problematische Lage der Soziologie sozialer Probleme an deutschen Universitäten aufmerksam macht. Dieser Aufruf, den Sie im Rundbrief finden, wird auch von der Gesellschaft für interdisziplinäre Kriminologie (GIWK) unterstützt.

Im Laufe des Sommersemesters wird der Vorstand der Sektion neu gewählt werden. Hierfür werden noch dringend Kandidaten und insbesondere Kandidatinnen gesucht.

Letztlich möchte ich noch einmal auf unsere Homepage im Internet hinweisen (http://www.uni-bielefeld.de/sozprob), auf der immer die aktuellsten Informationen verbreitet werden. Dort finden Sie z.B. auch die Inhaltsverzeichnisse und Abstracts der Zeitschrift „Soziale Probleme". Ich habe dort auch eine Seite mit Links zu anderen Angeboten im Internet aufgenommen, die für die Bereiche und Fragestellungen der Sektion von Interesse sind. Auch hier bin ich aber auch auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Wenn Sie eine interessante Internet-Seite entdeckt haben mit Materialien und weiterführenden Informationen aus den Arbeitsbereichen der Sektion, so schicken Sie mir doch bitte eine kurze E-Mail, damit ich dann den entsprechenden Link aufnehmen kann.

Auf der Internetseite der Sektion finden Sie auch das Inhaltsverzeichnis des Handbuchs Soziale Probleme. Eine korrigierte 2. Auflage des Handbuchs liegt seit Juni 2001 beim Westdeutschen Verlag und ist auch im Verlagsprospekt angekündigt. Aber mittlerweile hat sich der Verlag anders entschieden und will auf die Veröffentlichung verzichten. Das ist umso bedauerlicher als mittlerweile die 1. Auflage vergriffen ist und das Handbuch somit im Moment nicht mehr lieferbar ist. Wir sind aber noch in der Diskussion mit dem Verlag und werden Sie gegebenenfalls über Neuigkeiten informieren. Auf alle Fälle sind wir dabei, eine vollständig überarbeitete Neuauflage zu planen, die dann im Laufe des Jahres 2003 auf dem Markt sein soll. Ob es dann noch der Westdeutsche Verlag sein wird, machen wir vom Verlauf der weiteren Verhandlungen abhängig.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Axel Groenemeyer

 

  1. Organisation der Sektion

Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde diskutiert, ob es nicht sinnvoll sein könnte, innerhalb der Sektion themenspezifische Arbeitsgruppen zu installieren, um damit die wichtige Aufgabe der Sektion, die Vernetzung und Kooperation ihrer Mitglieder zu verbessern, besser erfüllen zu können.

Der Hintergrund für diese Überlegungen bildet das uns allen bekannte Problem, dass die Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle sehr heterogen zusammengesetzt ist und ein breites Themenspektrum abdeckt. Dies hat z.B. zur Folge, dass auf Tagungen immer nur die Mitglieder vertreten sind, die mit dem jeweiligen Thema im engeren Sinne etwas zu tun haben, aber ansonsten fehlt es dann an einer Identifikation mit der Sektion und damit auch an Möglichkeiten der Aktivierung von Mitgliedern.

Konkreter Anlass war eine Anfrage der Gruppe Polizeiforschung, in der einige Mitglieder der Sektion schon seit einigen Jahren mitarbeiten. Die Arbeitsgruppe spielt mit dem Gedanken, diesen Arbeitszusammenhang unter dem dach der Sektion zu organisieren, was grundsätzlich befürwortet wurde.

So wären aber auch andere Arbeitsgruppen, z.B. zu einzelnen Problemfeldern (z.B. Armut, Kriminalität, Behinderung, Drogen, psychische Störungen) oder zu einzelnen Instanzen sozialer Kontrolle (z.B. Polizei, Psychiatrie, Sozialpolitik) denkbar. Daneben könnte man auch an Arbeitsgruppen für die Theorie oder auch Geschichte sozialer Probleme und sozialer Kontrolle oder für einzelne kollektive Akteure der Problemkonstruktion denken (z.B. soziale Bewegungen, Massenmedien, Politik sozialer Probleme). Diese Arbeitsgruppen könnten dann eigenständig Tagungen oder auch ad hoc-Gruppen für die Kongresse der DGS organisieren und innerhalb der Sektion ein Netzwerk der Zusammenarbeit bilden, wie es z.B. die Gruppe Polizeiforschung schon seit einigen Jahren macht.

Allerdings kann eine solche Organisation nicht von „oben", d.h. vom Vorstand, zustande kommen, sondern ist auf die Initiative und Aktivitäten der Mitglieder angewiesen. Wir können dafür ein Forum bereitstellen, z.B. dadurch, dass wir das Mitgliederverzeichnis ins Internet stellen und die Aktivitäten der Gruppen unterstützen.

Diese Überlegungen sind durchaus noch vorläufiger Natur, und ich würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eigene Vorstellungen, Überlegungen und Initiativen mitteilen könnten.

 

  1. Wahlen

Im Laufe des Sommersemesters werden Neuwahlen zum Vorstand der Sektion stattfinden, der dann nach dem Kongress in Leipzig seine Arbeit aufnehmen wird. Hierzu werden noch dringend Kandidatinnen und Kandidaten gesucht. Ich möchte Sie also bitten, mir hierfür Vorschläge zu machen. Falls Sie selbst nicht kandidieren können oder wollen, wäre ich auch für Vorschläge von Personen dankbar, die ich für eine Kandidatur direkt ansprechen sollte.

Wir haben schon seit einigen Jahren das Problem, dass sich keine Frauen zur Wahl gestellt haben oder nicht zu einer Kandidatur überredet werden konnten und in diesem Sinne jegliche Idee einer Quotierung ins Leere lief. Ich möchte also dringend um Vorschläge für Kandidatinnen bitten.

  1. Termine

Der Kongress der DGS zum Thema „Entstaatlichung und soziale Sicherheit" findet vom 7.-11. Oktober in Leipzig statt. Vorschläge für Vorträge im Rahmen der Sektionsveranstaltungen müssen bis spätestens Anfang April bei mir eingegangen sein, da wir sie bis zum 15. 4. der DGS melden müssen. Bis zum 1.7. müssen dann die Abstracts der Vorträge eingesandt werden.

 

 

  1. Zeitschrift Soziale Probleme

Die Reputation der Zeitschrift hat sicher durch die eingetretenen Verzögerungen gelitten, aber wir sind dabei, die noch fehlenden Hefte für 2001 zusammen zu stellen, und ich gehe davon aus, dass Sie in den nächsten Wochen fertig werden und in Druck gehen. Das Heft 2000 ist seit Anfang Dezember in Druck und dürfte Ihnen in den nächsten Tagen zugehen.

Ab dem Jahrgang 2002 übernimmt Hans-Günther Heiland aus Bremen geschäftsführend die Redaktion. Außerdem haben wir beschlossen, die Auswahl der Artikel einem echten Peer-Review-Verfahren zu unterziehen. Die eingehenden Manuskripte werden also jetzt in anonymisierter Form von zwei Kolleginnen oder Kollegen begutachtet. Davon versprechen wir uns eine Steigerung der Reputation und hoffen damit auch auf einen verstärkten Eingang von Manuskripten, da ja zunehmend z.B. bei Bewerbungen oder Berufungen auf die Art der Veröffentlichung geachtet wird.

Dies möchte ich gleichzeitig mit der dringenden Bitte verbinden, der Redaktion Manuskripte zu schicken (soziale.probleme@uni-bielefeld.de). Sprechen Sie bitte Kollegen und Kolleginnen an, falls Sie im Moment selbst gerade nichts haben. Gerade auch ausgearbeitete Vorträge oder Forschungsberichte sind ausgezeichnet geeignet für die Zeitschrift. Es wäre auch wünschenswert, wenn Sie darauf achten, dass zumindest Ihre Bibliothek die Zeitschrift abonniert hat.

 

  1. Zur Lage der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle an deutschen Universitäten

 

Die Lage der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle an deutschen Universitäten hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert und droht, sich weiter zu verschlechtern.

Die Stellen von drei Professuren, deren Inhaber sich vorwiegend mit der genannten Thematik befassten – Fritz Sack, Universität Hamburg, Rüdiger Lautmann und Stephan Quensel, beide Universität Bremen – wurden nach der Emeritierung / Pensionierung der Inhaber gestrichen bzw. umgewidmet. Von den gegenwärtig noch vorhandenen fünf Professuren, deren Inhaber vor allem Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle betreiben (Günter Albrecht, Universität Bielefeld; Manfred Brusten, Universität/GHS Wuppertal; Helge Peters, Universität Oldenburg; Sebastian Scheerer, Universität Hamburg; Heinz Steinert, Universität Frankfurt), soll eine gestrichen werden (Brusten). Der Fortbestand zweier weiterer Stellen ist zweifelhaft.

Eingerichtet wurden die Stellen für die Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle zu Beginn der 70er Jahre. Bis dahin wurde die genannte Thematik im Wesentlichen von strafrechtswissenschaftlich orientierten Kriminologen bearbeitet. Abweichendes Verhalten wurde vor allem als Kriminalität thematisiert – und zwar unter rechtlichen Gesichtspunkten. Mit der Einrichtung von Stellen für Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle wurde – jedenfalls auch – der Versuch unternommen, die nur kriminologisch-juristische Sicht der Problem- und Devianzthematik zu relativieren. Soziologisches Denken sollte auch in diesem Bereich zur Geltung kommen.

Damit wurde der Anschluss an die internationale, insbesondere die britische und die amerikanische Verortung des Fachgebiets hergestellt. An den Hochschulen im United Kingdom und den USA gehören die Themenbereiche „Abweichendes Verhalten", „Soziale Kontrolle" und „Criminal Justice" zum Stoffkanon der Sozialwissenschaften in Colleges und Universitäten. Die Fortschritte in diesen Themenbereichen sind weitgehend durch Rückbindung an sozialwissenschaftliche Theorieansätze erreicht worden.

Zwei Implikationen soziologischen Denkens hatten besonderen Einfluss auf die kriminologisch-juristische Sicht der Problem- und Devianzthematik:

(1) Die Prämisse der Willensfreiheit wurde in Frage gestellt.

(2) Die Sachverhalte wurden entdinglicht.

(Zu 1:) Von der Anomietheorie Robert K. Mertons, dem Klassiker der Soziologie abweichenden Verhaltens, über subkulturtheoretische Ansätze bis hin zu handlungstheoretischen Erklärungen waren sozialwissenschaftliche Erklärungen geeignet, die Verantwortlichkeitsbehauptung des Strafrechts zu relativieren.

(Zu 2:) Vor allem der etikettierungstheoretische Ansatz „raubte" dem sozial problematisierten Verhalten seine Dinglichkeit: Die „Ursachen" des Problems wurden nicht mehr beim Akteur gesehen. Die dem Labeling Ansatz zugrunde liegenden Vorstellung, dass Wirklichkeit „an sich" qualitätslos ist, impliziert die Annahme, dass Probleme und Devianz das Ergebnis kontextorientierter Zuschreibungen sind.

Beide Implikationen soziologischen Denkens widersprechen verbreiteten Vorstellungen herkömmlicher Kriminologie. Dieser Widerspruch begründet ein Spannungsverhältnis, das zu durchaus fruchtbaren Auseinandersetzungen über den Umgang mit Devianz geführt hat. Eine Schwächung der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle würde diese Auseinandersetzung erschweren und am Ende unter der Dominanz der herkömmlichen Kriminologie zum Erliegen kommen lassen. Dies umso mehr, als auch die (seltenen) Stellen von mit Sozialwissenschaftlern besetzten Professuren für Kriminologie in rechtswissenschaftlichen Fakultäten (Lieselotte Pongratz, Universität Hamburg, Karl F. Schumann, Universität Bremen) Streichungskandidaten sind. Wenn sie nicht wegfallen, werden bei Neubesetzungen nur mehr Strafrechtler berufen, weil diese an Prüfungen des Ersten Staatsexamens und bei der Bewertung von Klausuren und Hausarbeiten im Strafrecht entlastend mitwirken können.

Insgesamt wird durch die genannten Tendenzen das Fachgebiet „Soziale Probleme, abweichendes Verhalten und soziale Kontrolle" auf die Rahmenbedingungen der 60er Jahre zurückgeworfen, in denen der gesellschaftliche Umgang mit abweichendem Verhalten allein von Kriminologen der rechtswissenschaftlichen Fakultäten thematisiert wurde. Die aus jener Zeit noch erinnerliche wissenschaftliche Sterilität ließe das Fachgebiet im internationalen Kontext künftig wieder in Zweitrangigkeit zurückfallen.

Neben diesen interdisziplinären Folgen der skizzierten Entwicklung wird aber auch der Beitrag der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle für die Entwicklung der Soziologie fraglich. Das beachtliche Gewicht etwa, das Symbolischer Interaktionismus und Ethnomethodologie für die soziologische Forschungs- und Theorieentwicklung gehabt haben, ergibt sich auch aus dem Umstand, dass sich vor allem Soziologen sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle an diesen theoretischen Ansätzen orientiert haben. Die Abweichungsthematik disponiert offenbar dazu, sozialwissenschaftliche Ansätze zu erproben und fortzuentwickeln, deren gemeinsame Kapazität darin besteht, das Ungewöhnliche als strukturell, subkulturell und subjektiv normal begreifen zu können und damit zu entdinglichen. Diese Fähigkeit der gesamten Soziologie wird im Objektbereich der Soziologie sozialer Probleme gewissermaßen einem Härtetest unterzogen. Mit der Schwächung der Soziologie sozialer Probleme, abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrolle verlöre die Soziologie dann auch eine Chance, diese Fähigkeit ernsthaft zu erproben.

Wo immer die skizzierte und befürchtete Entwicklung erkennbar ist, sollte die soziologische Disziplin ihr entgegenwirken.

 

  1. Calls for Papers

Wandel sozialer Kontrolle, neue Konstruktionen sozialer Ordnung und die Herstellung von Sicherheit

Tagung der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle" auf dem 31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, am 10. Oktober 2002 in Leipzig

 

Seit einigen Jahren mehren sich sozialwissenschaftliche Diagnosen, die von einem „Epochenbruch" oder „Paradigmenwechsel" der sozialen Kontrolle und der Politik sozialer Probleme ausgehen. Der seit mehr als hundert Jahre die Politik sozialer Probleme bestimmende Diskurs sozialer Kontrolle eine Reintegration und Resozialisierung scheint viel von seiner Überzeugungskraft eingebüßt zu haben. So erleben wir z.B. in der Kriminalpolitik einerseits eine stärkere Reorientierung der Diskurse an Strafe („prison works") und einer Rückkehr zu Ideen einer expressiven Punitivität, andererseits aber auch Formen einer Entkriminalisierung und Normalisierung vormals abweichenden Verhaltens, insbesondere bei Delikten ohne Opfer. Eine Remoralisierung abweichenden Verhaltens scheint einher zu gehen mit Prozessen einer Entmoralisierung, die sich eher an rational kalkulierten Risiken orientiert und nicht mehr auf Moral und Normen als Fixpunkt der Konstruktion sozialer Ordnung und Sicherheit bezieht.

Damit verbunden sind auch in anderen Bereichen der Politik sozialer Probleme Prozesse der „Entstaatlichung" und der Mobilisierung gemeinschaftlich oder marktförmig organisierter Problembewältigung und sozialer Kontrolle. Privatisierung oder Vermarktung sozialer Kontrolle, aktivierende Sozialarbeit, gemeindeorientierte kommunale Kriminalprävention, neue Managementkonzepte im Bereich sozialer Dienste, Zielvereinbarungen und eine Reorientierung der Sozialpolitik auf familiale Unterstützung und Privatversicherung werden in diesem Kontext immer wieder als Indikatoren für eine Entstaatlichung genannt. Es ist allerdings zu fragen, ob es sich hierbei tatsächlich um einen Rückzug staatlicher Interventionen handelt, möglicherweise haben wir es eher mit einen Wandel staatlicher Regulation zu tun.

So widersprüchlich diese allgemeinen Diagnosen auch scheinen, ihr gemeinsamer Nenner besteht darin, dass sich die bislang als selbstverständlich angenommenen Vorstellungen über die Produktion von Sicherheit und sozialer Ordnung verändern, auch wenn durchaus noch unklar ist, in welche Richtung dieser Wandel geht.

Mit diesen wenigen Stichworten ist ein durchaus weites Feld abgesteckt, in dem sich die gegenwärtigen Diskussionen um einen Wandel sozialer Kontrolle bewegen. Auf der Sektionstagung sollen aber nicht nur theoretische Diskussionen über diesen Wandel thematisiert, sondern eher Fallstudien aus unterschiedlichen Bereichen referiert werden, die den theoretischen Debatten um einen Paradigmenwechsel sozialer Kontrolle, um „Risikokriminologie" oder einen Formwandel von Staatlichkeit eine bessere empirische Basis geben können.

Vorstellbar und wünschenswert wären hierzu zum Beispiel Beiträge zu folgenden Fragestellungen und Stichworten:

Untersuchungen und Erklärungen zur Privatisierung und Vermarktung sozialer und innerer Sicherheit;

Modelle, Projekte und Probleme der Mobilisierung von Gemeinschaften zur Problembearbeitung und sozialen Kontrolle (z.B. kommunale Kriminalprävention, gemeindeorientierte Sozialarbeit, Haushaltproduktion sozialer Sicherheit);

Modelle und Folgen der Entkriminalisierung bzw. Entmoralisierung oder Rekriminalisierung bzw. Remoralisierung abweichenden Verhaltens und der Deinstitutionalisierung und Informalisierung sozialer Kontrolle (z.B. in den Bereichen Drogenkonsum, Sexualität, Gesundheit);

Untersuchungen zum Wandel sozialer Integration und sozialer Ordnung (z.B. ethnisch-kulturelle Gemeinschaftsbildung, „gated communities", virtuelle Gemeinschaften, städtische Segregation).

 

Kollegen und Kolleginnen, die auf dieser Tagung einen Vortrag halten wollen, werden gebeten, bis zum 1. April 2002 einen Themenvorschlag mit einem kurzen Exposé beim Sprecher der Sektion einzureichen.

Axel Groenemeyer, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 100 131,
33501 Bielefeld. Telefon: 0521-106 4634, Fax: 0521-106 5844

E-mail: soziale.probleme@uni-bielefeld.de

Call for Papers

Globalisierung sozialer Probleme und die Ethnisierung von Alltagskonflikten in modernen Wohlfahrtgesellschaften

Gemeinsame Tagung der Sektionen „Soziale Probleme und soziale Kontrolle" und „Jugendsoziologie" auf dem 31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, am 9. Oktober 2002 in Leipzig

 

Ein zentraler Bezugspunkt des Kongressthemas „Entstaatlichung und soziale Sicherheit" stellt das Konzept der Globalisierung dar. Allerdings handelt es sich hierbei nur um einen allgemeinen Oberbegriff, mit dem sehr viele verschiedene Bedeutungen verbunden werden und unterschiedliche Dimensionen und Aspekte gemeint sind. Als eines der bedeutendsten und im Alltagsleben direkt erfahrbaren Aspekte der Globalisierung kann die verstärkte Konfrontation mit „Fremden" angesehen werden.

Internationale Migration und ihre Auswirkungen auf die Einwanderungsländer gehört zu den „klassischen" Themen der Soziologie sozialer Probleme, und ihre öffentliche Thematisierung als „sozialer Desorganisation" in der Stadt bildete eine der zentralen Antriebsenergien für die Etablierung einer Soziologie sozialer Probleme im Rahmen der Chicagoer Schule. Nach einer langen Zeit, in der Migration kaum thematisiert worden war, erleben wir seit etwa zwanzig Jahren eine Wiederentdeckung und erneute Problematisierung dieses Themas sowohl in der öffentlichen und politischen Diskussion als auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Allerdings findet diese Thematisierung heute im Rahmen einer zweiten Globalisierung unter anderen gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Rahmenbedingungen statt. So trifft die Migration z.B. jetzt nicht mehr auf Gesellschaften mit einer prosperierenden Wirtschaft und einem im Ausbau befindlichen System wohlfahrtsstaatlicher Leistungen, so dass Inklusions- oder Integrationschancen von Migranten und Migrantinnen zumindest über den Arbeitsmarkt deutlich reduziert sind. Gleichzeitig und möglicherweise als eine Folge davon finden wir sowohl auf Seiten der Migranten und Migrantinnen als auch auf Seiten der Einwanderungsgesellschaft eine Neudefinition oder Neukonstruktion von Ethnizität und neue ethnisch definierte Gemeinschaftsbildungen.

Hieraus ergeben sie zwei Fragenkomplexe, die auf der Tagung im Vordergrund stehen sollen: Erstens werden in der öffentlichen und politischen Diskussion eine ganze Reihe verschiedener sozialer Probleme in Zusammenhang mit Ethnizität und ethnisch oder kulturell definierter Zugehörigkeit thematisiert (z.B. „Ausländerkriminalität", organisierte Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Desorganisation/Desintegration). Migranten und Migrantinnen werden in diesem Kontext zu einer Bedrohung der sozialen und inneren Sicherheit und manchmal zu einer neuen „dangerous class" stilisiert. Zweitens werden damit auch Konflikte im Alltag über diese ethnischen oder kulturellen Zuschreibungen (re)-definiert, was sich nicht nur in rassistisch oder rechtsradikal motivierten Gewaltakten ausdrückt, sondern z.B. auch im Anzeigeverhalten oder in mehr alltäglichen jugendlichen Gruppenkonflikten.

Auch wenn dieser Aspekt nicht auf Jugendliche und Heranwachsende beschränkt ist, so zeigen sich die Auswirkungen in diesen Altersgruppen doch am deutlichsten. Die Konstruktion der ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit ist nicht nur zu einem neuen Fixpunkt der Selbstdefinition und Identitätsbeschreibung, sondern häufig auch zu einem zentralen Abgrenzungskriterium im Alltag geworden. Von daher soll diese Tagung sich im wesentlichen mit der Ethnisierung von Konflikten im Jugendalter beschäftigen.

Diese beiden Komplexe und ihre Verbindungen stellen den Fokus dar, auf den sich die Beiträge der Tagung konzentrieren sollen. Vorstellbar und wünschenswert wären hierzu zum Beispiel Beiträge zu folgenden Fragestellungen und Stichworten:

Untersuchungen und Erklärungen zur „Ethnisierung sozialer Probleme" in Politik, Wissenschaft und Alltag;

Prozesse der Bildung ethnischer Identitäten und Gruppen, insbesondere auch bei Jugendlichen und Heranwachsenden;

Prozesse ethnisch-kultureller bzw. religiöser Gemeinschaftsbildung, „ethnische Konflikte" und rassistische Gewalt;

Modelle und Probleme der Multikulturalität im Alltag, alternative Konzepte der Integration.

 

Kollegen und Kolleginnen, die auf dieser Tagung einen Vortrag halten wollen, werden gebeten, bis zum 1. April 2002 einen Themenvorschlag mit einem kurzen Exposé bei den Sprechern der Sektionen einzureichen.

Axel Groenemeyer, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 100 131,
33501 Bielefeld. Telefon: 0521-106 4634, Fax: 0521-106 5844

E-mail: soziale.probleme@uni-bielefeld.de

Jürgen Mansel, Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, Postfach 100 131,
33501 Bielefeld. Telefon: 0521-106 3166, Fax: 0521-106 6415

E-mail: juergen.mansel@uni-bielefeld.de

Call for Papers

Wissenssoziologie des Rechts

Veranstaltung der Sektion Rechtssoziologie auf dem Soziologiekongress in Leipzig 2002

 

Die Sektionsveranstaltung „Wissenssoziologie des Rechts" ist der Frage gewidmet, ob und inwiefern eine wissensorientierte Soziologie einen theoretisch relevanten Beitrag zur Rechtssoziologie leisten kann. Dabei steht die Rolle des Rechts in der Wissensgesellschaft im Zentrum des Interesses. Mit dieser thematischen Orientierung werden verschiedene Diskussionen der letzten Jahre fortgeführt und theoretisch gebündelt, die beispielsweise auf methodologischer Ebene und allgemein auf dem Gebiet der Rechtstheorie, in der Professionalisierungsforschung, auf dem Feld der Risikoregulierung, aber auch in der Verwaltungsforschung der Kategorie des „Wissens" verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet haben. Wenn man überprüfen will, ob und in welcher Weise eine wissenssoziologische Perspektive die soziologische Beobachtung des Rechts inspirieren kann und soll, stellen sich folgende Fragen, die im Rahmen der Sektionsveranstaltung diskutiert werden:

Welches sind die Bedingungen und Formen der Produktion und Reproduktion rechtlichen Wissens? Unterscheidet sich rechtliches Wissen von anderen Wissensformen, beispielsweise derjenigen des Wissenschaftssystems? In welcher Weise wird das Recht von Leistungsbeziehungen zu anderen spezialisierten Formen der Wissensproduktion und -akkumulation (Recht und Wissenschaft: Sachverständige, Zeugen, „Wahrheit") beeinflußt? In welcher Form, unter welchen Bedingungen bilden sich beispielsweise in Organisationen - in Justiz und öffentlicher Verwaltung, aber auch in privaten Organisationen - spezifische Formen von rechtlichem Wissen aus und wie benutzen Organisationen dieses Wissen? Welche Aufgabe kommt rechtlichen Professionen bei der Produktion und Reproduktion rechtlichen Wissens zu? Welche Rolle spielt rechtliches Wissen in Interaktionen?

Diese Fragen sollen in fünf Themenblöcken diskutiert werden:

"Wissen" als Beobachtungsperspektive einer Soziologie des Rechts

Recht in der Wissenschaftsgesellschaft: rechtliches und wissenschaftliches Wissen

Anpassung und Lernen: Das rechtliche Wissen von Organisationen

Der rechte Umgang mit Wissen: Rechtsprofessionen

Rechtswissen in Interaktionen

Wir laden zur Einreichung von Referatvorschlägen ein, die bezogen auf einen dieser Themenblöcke den Stellenwert einer Wissenssoziologie des Rechts für die rechtssoziologische Analyse reflektieren.

Angebote werden bis 31. Mai 2002 erbeten an: 

Prof. Dr. Alfons Bora, Universität Bielefeld, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Postfach 100131, 33501 Bielefeld, Tel. 0521.106.4673, Fax 0521.106.6463

E-mail: bora@iwt.uni-bielefeld.de

 

Ausschreibung des Fritz Sack Preises für Kriminologie

Mit dem Fritz Sack Preis für Kriminologie sollen alle zwei Jahre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die sich mit einer hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit in besonderer Weise um die Entwicklung oder Förderung der interdisziplinären wissenschaftlichen Kriminologie verdient gemacht haben.

Der Preis wird von der Gesellschaft für wissenschaftliche interdisziplinäre Kriminologie verliehen.

Preissumme

Die Preissumme beträgt 1500.- Euro. Sie wird einem Preisträger oder einer Preisträgerin oder einem Autoren-/Autorinnen-Team verliehen. Dem Vorstand der Gesellschaft bleibt das Recht vorbehalten, aus finanziellen Gründen die Preissumme neu festzusetzen oder die Ausschreibung des Preises auszusetzen.

Preisvergabe

Mit dem Preis werden ein Autor/eine Autorin oder ein Autoren-/Autorinnen-Team für bereits veröffentlichte Arbeiten - dies können eine oder mehrere wissenschaftliche Aufsätze oder Monographien sein - ausgezeichnet, die nicht länger als zwei Jahre vor Ablauf der Nominierungsfrist publiziert wurden.

Über die Preisverleihung entscheidet eine - von der Mitgliederversammlung der Gesellschaft gewählte - unabhängige Fachjury auf der Grundlage der eingegangenen Nominierungen mit der einfachen Mehrheit ihrer Mitglieder. Die Entscheidung ist endgültig und unanfechtbar. An Mitglieder der Jury und des Vorstands der Gesellschaft kann der Preis nicht verliehen werden.

Nominierungen

Nominierungen sind bis zum 30. August 2002 mit einer Begründung, die zwei Seiten nicht überschreiten soll, an die Fachjury (c/o Geschäftsstelle der GIWK) einzureichen.

Zusammensetzung der Jury

Die Fachjury besteht zur Zeit aus Prof. Dr. Susanne Karstedt (Keele/GB), Prof. Dr. Rüdiger Lautmann (Bremen), PD Dr. Gabi Löschper (Hamburg),Prof. Dr. Wolfgang Naucke (Frankfurt/M.), Prof. Dr. Gerlinda Smaus (Saarbrücken) .

Anschrift

Geschäftsstelle der GIWK

PD Dr. G. Löschper

Universität Hamburg

Troplowitzstr. 7

D 22529 Hamburg

Januar 2000

Mitteilungen Nr. 1/2000

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Zum 1. Dezember 1999 hat Helge Peters das Amt des Sektionssprechers an mich weitergegeben. Ihm sei auch auf diesem Weg herzlichst für seine jahrelange Organisations- und Leitungsarbeit der Sektion gedankt. Er bleibt aber nach wie vor dem Vorstand der Sektion erhalten und wird sich somit auch weiterhin engagieren und die Sektionsarbeit mitgestalten.

Eine der nächsten zentralen Aufgaben der Sektion wird zunächst die Organisierung der Sektionstagung auf dem Soziologiekongress vom 26.-29. September 2000 in Köln sein. Traditionsgemäß werden die Tagungen der Sektion vermutlich am Donnerstag, den 28.9. von 1430-1830 stattfinden. Der Kongress hat sich diesmal das Rahmenthema „Gute Gesellschaft? Zur Konstruktion sozialer Ordnungen" gesetzt.

In Abstimmung mit dem Vorstand der Sektion habe ich für unsere Tagung das Thema „Bringing Sociaty Back in?! Die Bearbeitung und Kontrolle sozialer Probleme in der Zivilgesellschaft" eingereicht. Ich hoffe, dass mit diesem Thema möglichst viele Kollegen und Kolleginnen angesprochen werden, nicht nur als ReferentInnen, sondern dann auch als TeilnehmerInnen. Wir müssen bis spätestens zum 15. April das fertige Programm der Tagung bei der DGS eingereicht haben. Deshalb sollten bei mir bis spätenstens Mitte März Vorschläge für Beiträge in Form eines kurzen Exposés eingereicht werden. Diese Vorschläge sind dann die Grundlage für die Auswahl der Vorträge durch den Vorstand. Den entsprechenden Call for Papers finden Sie auf den folgenden Seiten.

Eines meiner selbst gesteckten Ziele für die Arbeit als Sektionssprecher besteht u.a. darin, den Informationsfluß zwischen den Mitgliedern der Sektion und zwischen Vorstand und Mitglieder zu verbessern. Deshalb lesen Sie jetzt auch diesen Rundbrief, den ich regelmäßig unregelmäßig an alle Mitglieder und InteressentInnen der Sektion verschicken werde. Dabei bin ich aber auch auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Sie sollten mir möglichst häufig alle möglichen Informationen schicken, die für die Sektion von Interesse sein könnten (z.B. Call for Papers, Tagungsankündigungen etc.). Ich könnte mir z.B. auch gut vorstellen, eine Rubrik über Neuerscheinungen von Mitgliedern der Sektion aufzunehmen und für weitere Anregungen wäre ich sehr dankbar.

Dazu ist es allerdings auch notwendig, unsere Adressenkartei wieder mal auf den neuesten Stand zu bringen. Ich habe ein entsprechendes Formblatt vorbereitet, auf dem sie möglichst auch Ihre E-mail-Adresse eintragen sollten, was z.B. die Versendung von Informationen für mich sehr vereinfachen würde. Zudem habe ich geplant, ein Mitgliederverzeichnis ins Internet zu stellen, was natürlich ihrer persönlichen Zustimmung bedarf. (Natürlich haben wir auch gar nichts gegen die Werbung neuer Mitlieder).

In diesem Zusammenhang hinaus möchte ich auch auf unsere Homepage im Internet hinweisen (http://www.uni-bielefeld.de/sozprob), auf der immer die aktuellsten Informationen verbreitet werden. Dort finden Sie z.B. auch die Inhaltsverzeichnisse und Abstracts der Zeitschrift „Soziale Probleme", die (demnächst hoffentlich wieder regelmäßiger) von der Sektion herausgegeben wird und das Inhaltsverzeichnis des Handbuchs Soziale Probleme, das mittlerweile ebenfalls erschienen ist.

Die Zeitschrift Soziale Probleme macht uns im Moment (d.h. eigentlich schon seit einiger Zeit) große Sorgen. Wir hatten große Probleme mit dem Verlag, der im letzten Jahr Vergleich angemeldet hatte und drei noch ausstehende Hefte nicht veröffentlicht hat. Mittlerweile gibt es einen neuen Besitzer und es ist nun angekündigt die noch ausstehenden Hefte 1998 und 1999 noch im Januar auszuliefern. Allerdings haben diese unsäglichen Verzögerungen verständlicherweise auch Konsequenzen für die Motivation von Autoren und Autorinnen, in der Zeitschrift zu veröffentlichen. Ich gehe aber davon aus, dass das Verlagsproblem inzwischen soweit gelöst ist, dass erst mal keine weiteren Verzögerungen auftreten. Im Vorstand diskutieren wir aber weiterhin die Möglichkeiten eines Verlagswechsels. Auf alle Fälle brauchen wir jetzt wieder verstärkt Manuskripte zur Veröffentlichung und ich möchte Sie bitten, sich hier zu engagieren und entweder selbst etwas einzureichen oder zumindest für die Zeitschrift zu werben.

Im Hinblick auf unsere weitere Planung möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich jedem Mitglied nicht nur freisteht, interessante Tagungen im Rahmen der Sektion zu organisieren, sondern dies geradezu erwünscht ist. Wenn Sie also ein interessantes Thema haben und eine Tagung oder einen Workshop organisieren möchten, lassen Sie es mich wissen.

Vielleicht noch etwas fern, aber doch schon in meinem Kopf, ist das Jahr 2001. Vielleicht erinnern sich noch einige ältere Mitglieder daran, dass die Sektion 1976 auf dem Soziologentag (so hieß das damals noch) in Bielefeld gegründet worden ist; aus diesem Anlass habe ich vor, im Herbst 2001 in Bielefeld eine große 25 Jahrestagung zu veranstalten, die als Bilanz- und Perspektivtagung über die Soziologie sozialer Probleme konzipiert sein soll.

Ich freue mich auf eine rege und engagierte Zusammenarbeit und erwarte Ihre Reaktionen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Axel Groenemeyer

Kontakt:  soziale.probleme@uni-bielefeld.de
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Letzte Änderungen: 14. April 2003

Axel Groenemeyer