Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle

 

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Soziale Probleme 

und soziale Kontrolle

 

 

Tagungsankündigungen /
Call for Papers

 

Call for Papers: Soziale Probleme und soziologische Theorien

Workshop der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“ 
am 9./10. Juli 2004 in Bielefeld

 

Call for Papers: Sicherheit und soziale Kontrolle in Städten

Veranstaltung der Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle auf dem 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie “Soziale Ungleichheit und kulturelle Unterschiede” 
vom 4. bis 8. Oktober 2004 in München

 

 

Call for Papers

Workshop der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“ 
am 9./10. Juli 2004 in Bielefeld

Soziale Probleme und soziologische Theorien

Soziale Probleme standen als soziale Frage am Anfang der Entwicklung der Soziologie als Disziplin, und wesentliche Beiträge zur Entwicklung allgemeinerer theoretischer Perspektiven gingen immer auch auf die Beschäftigung mit sozialen Problemen zurück. So ist es fast banal darauf hinzuweisen, dass sich soziologische Theorien auch daran bewähren müssen, dass sie einen Beitrag zur Analyse und zum Verständnis aktueller sozialer Probleme leisten. Ebenso selbstverständlich ist es aber auch, dass die Soziologie sozialer Probleme zumindest implizit auch immer auf grundlegende soziologische Perspektiven aufbaut. Beide Richtungen der Beziehung zwischen sozialen Problemen und soziologischer Theorie werden allerdings nur noch selten explizit gemacht, was auch damit zusammenhängen mag, dass die Behandlung sozialer Probleme innerhalb der Soziologie mittlerweile häufig eher an den Rand anwendungsorientierter Forschung angesiedelt wird. Ziel des Workshops soll es u.a. sein, die wechselseitigen Bezüge zwischen soziologischer Theoriebildung und der Analyse sozialer Probleme wieder zu verstärken.

Nachdem in einem ersten Workshop eher methodologische und erkenntnistheoretische Fragen über „Realismus“ und „Konstruktivismus“ in der Soziologie sozialer Probleme diskutiert wurden, sollen auf diesem Workshop Fragen der Theorie im Vordergrund stehen. Dabei geht es nicht darum, elaborierte theoretische Entwürfe einer Soziologie sozialer Probleme zu entwickeln, sondern zunächst einmal eher um eine Bestandsaufnahme und kritischen Prüfung vorliegender soziologischer Grundlagenperspektiven im Hinblick auf ihre Verwendung und Verwendbarkeit zur Analyse aktueller sozialer Probleme und ihrer Thematisierung.

Das Thema ist für diesen Workshop wiederum bewusst weit zu fassen und soll auch Fragestellungen und Aspekte aus anderen Bereichen beinhalten, die aber für eine Analyse der Entstehung und Thematisierung sozialer Probleme von Bedeutung sind (z.B. Entwicklungen in der Soziologie sozialer Bewegungen, Framing, Globalisierungsprozesse). Dazu gehört ebenso die Beschäftigung mit Perspektiven und Ansätzen, die mit Konzepten operieren, die häufig analog zu sozialen Problemen verwendet werden oder zumindest ähnliche empirische Phänomene zur Grundlage haben (z.B. Risiko, Exklusion, soziale Vulnerabilität, Desintegration).

Gefragt sind also Beiträge, die entweder als kritische Überblicke oder als Fallstudie konzipiert sind und als Grundlage für Diskussionen über den Zusammenhang von sozialen Problemen und soziologischer Theorieentwicklung dienen, z.B. über:

·         gesellschafts- und kulturtheoretische Entwürfe der Konstitution und Thematisierung sozialer Probleme (z.B. über Globalisierung, Internationalisierung, sozialer Wandel).

·         Perspektiven der Analyse der Funktionsweisen von Organisationen und Institutionen der Konstruktion sozialer Probleme (z.B. über soziale Bewegungen, Massenmedien, Interessenverbände, Professionen, Staat und Verwaltung)

·         Mikrosoziologische Perspektiven der Konstruktion und Anwendung von Problemkategorien in Organisationen, Institutionen und im Alltag (z.B. über common sense Konzeptionen von Devianz, Interaktionstrukturen der Problembearbeitung.

Vorschläge für Beiträge mit einem kurzen Exposé bitte bis Ende April an den Sprecher der Sektion: 

Axel Groenemeyer, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 100 131,
33501 Bielefeld. Telefon: 0521-106 4634, Fax: 0521-106 6479

E-mail: soziale.probleme@uni-bielefeld.de

Call for Papers

Veranstaltung der Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle auf dem 
32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 
“Soziale Ungleichheit und kulturelle Unterschiede” 
vom 4. bis 8. Oktober 2004 in München.

„Kontrollkulturen“ – Soziale Ungleichheiten und kulturelle Unterschiede normativer Ordnungsbildungen

Alle sozialen Gebilde, seien es nun Gruppen, Gemeinschaften, Kollektive oder Organisationen, bilden jeweils spezifische Muster und Mechanismen des Umgangs mit abweichendem Verhalten heraus. Selbst Kontrollformen, die mit einem Universalitätsanspruch auftreten wie z.B. das Recht, entwickeln in ihrer praktischen Anwendung spezifische Kulturen, die z.B als regionale und lokale Unterschiede bei Gerichtsentscheidungen deutlich werden. „Expertenkulturen“ wie z.B. die Psychiatrie, Sozialarbeit oder die Polizei, die mit abweichendem Verhalten zu tun haben, lassen sich u.a. danach unterscheiden, in welchem professionellen Wissenshorizont sie abweichendes Verhalten definieren und welche Mittel und Praktiken seiner Kontrolle als angemessen gelten. 

Auf einer allgemeineren Ebene schlagen sich aber auch gesellschaftliche Entwicklungen in Veränderungen vorherrschender Deutungen und Interpretationen abweichenden Verhaltens und ihrer Kontrolle nieder. Verschiebungen in der Sozialstruktur und veränderte Muster der Produktion sozialer Ungleichheit sowie die Entwicklung neuer Technologien verändern auch die Kulturen und Praktiken sozialer Kontrolle (so gewinnen z.b. in der Kriminalpolitik verschiedene Konzepte der Prävention an Bedeutung und mit ihnen Formen technischer oder räumlicher Kontrolle; zugleich verschieben sich die Prinzipien der Reaktionsformen, zum Beispiel von der Idee der Rehabilitation von Straftätern zum Gesellschaftsschutz). Umgekehrt folgen aus diesen verschiedenen Arten von Kontrollkulturen bestimmte Deutungen über soziale Ungleichheit, wenn z.B. der Sozialhilfebezug oder Arbeitslosigkeit auf individuelles Versagen und nicht auf Wirtschaftsentwicklung zurückgeführt wird oder wenn kulturell bedingte Selektivitäten der Kontrolle abweichenden Verhaltens zu Diskriminierungen und Benachteiligungen führen und Auswirkungen für andere Bereiche der Lebensführung haben.

Das Thema der Sitzung spannt also einen weiten Bogen, um die gemeinsamen Entwicklungen unterschiedlicher Kontroll- bzw. Expertenkulturen im Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen sowie die verschiedenen Ausdifferenzierungen dieser Kulturen, ihre normativen und institutionellen Funktionsweisen und Mechanismen, die sie kennzeichnen, herauszuarbeiten. Ein Ziel soll es auch sein, die sozialen Konsequenzen der unterschiedlichen Kontrollkulturen zu beleuchten und auf diese Weise auszuloten, inwieweit eine kulturelle Analyse der Produktion sozialer Ungleichheiten trägt.

Hierzu sind insbesondere empirische Beiträge gefragt, die als Fallstudien konzipiert sind, und als Grundlage für Diskussionen über kulturelle und soziale Ungleichheit der sozialen Kontrolle dienen, z.B. über:

·         Deutungsmuster und Wissen über abweichendes Verhalten in professionellen Kontexten (z.B. Polizei, Soziale Arbeit, Gerichte, Psychiatrie), 

·         soziale und kulturelle Selektionsmuster der Instanzen sozialer Kontrolle (z.B. regionale Disparitäten, soziale Unterschiede der Behandlung, Ethnizität und soziale Kontrolle),

·         kulturvergleichende und historisch orientierte Analysen von Entwicklungen der Reaktion auf abweichendes Verhalten und der Politik sozialer Probleme.

Vorschläge für Beiträge bitte bis spätestens 15. April 2004 an den Sprecher der Sektion Axel Groenemeyer, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 100131, 33501 Bielefeld. 

E-Mail: axel.groenemeyer@uni-bielefeld.de

Kontakt:  soziale.probleme@uni-bielefeld.de
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Letzte Änderungen: 1. März 2004

Axel Groenemeyer