Sportmedizin – Gesundheit und Training
 
 
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Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Sportwissenschaft > Redirect Arbeitsbereiche > Arbeitsbereich I > Forschung
  


In diesem Bereich finden Sie Informationen über laufende Forschungsprojekte.

Zur Zeit werden folgende Projekte bearbeitet:


Die Maximale Konstante Herzfrequenz (MKHF) - Bestimmung der Ausdauerleistungsgrenze anhand der Herzfrequenz (Vobejda/Zimmermann)

Die Ausdauerleistungsgrenze als Übergang von der primär aeroben zur anaeroben Energiebereit- stellung spielt nicht nur in den Ausdauersportarten eine zentrale Rolle als Bezugspunkt für die Leistungsdiagnostik und Belastungsdosierung. Die in der Sportmedizin zum Einsatz kommenden Methoden zur Bestimmung dieses markanten Umschlagpunktes des Stoffwechsels basieren auf der Interpretation biochemisch-physiologischer Parameter und stehen somit den meisten Athle- ten, von Spitzensportlern einmal abgesehen, nicht zur Verfügung. Die bisherigen auf der Auswer- tung des Herzfrequenzverhaltens beruhenden und somit auch dem Freizeitsportler zugänglichen Methoden, wie z.B. der Conconi-Test, werden jedoch hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Aussage- kraft sehr kritisch beurteilt. Im Rahmen dieses Projektes konnte gezeigt werden, dass anhand des Verfahrens der Maximalen Konstanten Herzfrequenz (MKHF) die Ausdauerleistungsgrenze beim Laufen und Radfahren präziser bestimmt werden kann als mit einem Laktatstufentest. Das Verfahren bedarf lediglich eines handelsüblichen Pulsmessers und kann somit von jedem motivierten und halbwegs trainierten Sportler problemlos in den Trainingsprozess integriert werden.
Voraussetzung ist aber auch, dass Sie gesund sind ! Da der Test eine hohe Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellt, sollten Sie sich deshalb vorher unbedingt einem gründlichen medizinischen Check unterziehen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie älter als 40 Jahre sind und kardiovaskuläre Risikofaktoren (Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes...) aufweisen !
 

Vobejda C.: Ermittlung der MKHF und Festlegung der Trainingsbereiche für das Laufen.

Lit.: Vobejda C.: Ein einfacher Weg zur perfekten Trainingssteuerung. aktiv laufen 1 (2006, 29)

Lit.: Vobejda C. et al.: Maximal Constant Heart Rate - A Heart Rate Based Method to Estimate Maximal Lactat Steady State in Running. Int J Sports Med 27 (2006) 5,386-372.

Lit.: Vobejda C., Zimmermann E.: Die Maximale Konstante Herzfrequenz - ein neues herzfrequenzbasiertes Verfahren zur Abschätzung der Ausdauerleistungsgrenze beim Radfahren. Leistungssport 2 (2003)



Entwicklung von Somatotyp und motorischer Leistungsfähigkeit im Kindesalter (Danner/Zimmermann)

Die Entwicklung des Körperbaues von Kindern der heutigen Zeit zeigt immer mehr alarmierende Tendenzen. Insb. durch den steigenden Körperfettanteil, bedingt durch ein Missverhältnis von Nahrungsaufnahme und Nahrungsverwertung bei i.a. mangelnder körperliche Aktivität, wird ein steigendes Risiko der betroffenen Kinder bzgl. später zu erwartender kardiovaskuläre Erkran- kungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall etc. produziert. Die fehlende Bewegung erzeugt einen Circulus vitiosus. So bewirken weniger Bewegungserfahrungen wiederum weniger Aktivität und mehr Bewegungsangst, was wiederum mit wenig Muskelwachstum und mehr Fettanlagerung bei eher höherer Energieaufnahme einhergeht. In Kooperationen mit Kindergärten und Schulen werden Zusammenhänge und Ursachen dieser negativen Entwicklungen diagnostiziert, um letztendlich Programme zu entwickeln, die diesen Tendenzen entgegenwirken können. Ein weiterer Schwer- punkt liegt in der Talentsichtung und –förderung. In vielen Sportarten spielt neben dem Beherrschen der sportartspezifischen Techniken und Taktiken auch der Körperbau des ´Talents´ eine gewichtige Rolle. In diesem Zusammenhang wird das Konzept des Somatotyps, in Mittel- europa bislang eher sporadisch angewandt, in den Mittelpunkt der Forschung gesetzt. Fragen nach der alters- und geschlechtsspezifischen Entwicklung des Somatotyps auf unterschiedlichen Könnensstufen in verschiedenen Sportarten sollen hier beantwortet werden, um konkretere Hinweise sowohl für die Talentsichtung als auch für die langfristige Trainingsplanung geben zu können.



Stellenwert der Belastungsdosierung und ausgesuchter Lungenfunktionsparameter für die Diagnostik des Belastungsasthmas (EIA) (Trümper/Zimmermann)

Sportliche Anstrengungen können für die Atemwege eine erhebliche Belastung darstellen. Bei Asthmatiker ist dieser Zusammenhang seit langer Zeit bekannt und wird als Anstrengungs- induziertes Asthma (Exercise Induced Asthma = EIA) bezeichnet. Für vergleichbare Symptome von Gesunden unter extremer Belastung hat sich in den letzten Jahren der Begriff Anstrengungs- induzierte Bronchokonstriktion (Exercise Induced Bronchokonstriction = EIB) etabliert. Zugrunde liegt eine bronchiale Hyperreaktivität der Atemwege. Mit einer Prävalenz von 12% - 15% in der Gesamtbevölkerung, sowie 10% - 50% bei Leistungs- und Spitzensportlern zählt das Belastungs- asthma zu den häufigsten Problemerkrankungen in der internistischen Sportmedizin. Um das Vorliegen eines EIA/EIB diagnostizieren zu können, bedient man sich in der Pneumologie unterschiedlicher Testverfahren. Als Mittel der Wahl für die Diagnose eines Belastungsasthmas ist der Belastungs-Provokationstest anzusehen, bei dem mittels einer gesteuerten ergometri- schen Belastung eine EIA-Symptomatik ausgelöst und das Ausmaß der pulmonalen Limitierung über die spirometrische Erfassung respiratorischer Messgrößen dokumentiert wird. Zum gegen- wärtigen Zeitpunkt sind in der Fachliteratur jedoch Unklarheiten bezüglich der Standardisierung diagnostischer Belastungsprotokolle zu finden. Dieser Tatbestand birgt die Gefahr, dass es einerseits zu einer Fehleinschätzung der Belastbarkeit von Breiten- und Leistungssportlern kommt und das andererseits die Ausprägung einer unerkannten pulmonalen Limitation im Laufe des Lebens zunimmt. Ziel der Forschung ist die Entwicklung präventivmedizinischer / sportwissen- schaftlicher Untersuchungstechniken zur Erhebung diagnostisch bedeutsamer Parameter. Das Forschungsvorhaben besteht darin, die Belastungsdosierung für die Diagnostik des Belastungs- asthmas bezüglich eines sensitiven Belastungsschemas zu präzisieren und zur Aufklärung der effizientesten Lungenfunktionsparameter für das Erkennen der oben beschriebenen respirato- rischen Einschränkung beizutragen.


Neue Therapieform bei Übergewicht, Adipositas und dem metabolischen Syndrom. (Mäueler/Zimmermann)

Das metabolische Syndrom (dazu zählen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Adipositas, Fettstoffwechselstörungen u.v.m.) ist in den letzten Jahren zu einer Massenerkran- kung der westlichen Industrieländer geworden. Studien schätzen, dass in Deutschland jeder 4. ein metabolisches Syndrom aufweist. Übergewicht und Adipositas sind die Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms und seinen Folgekrankheiten wie Diabetes, Herzin- farkt und Schlaganfall. Für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas spielen bestimmte Stoffe, so genannte Adipozytokine, die im Fettgewebe gebildet werden, eine wesentliche Rolle. Die Entwicklung von nichtmedikamentösen Therapieformen zur positiven Beeinflussung dieser Stoffe steht momentan stark im Interesse der Wissenschaft. Lebensstiländerungen hin zu mehr Bewegung und adäquater Ernährung sind in der Therapie immer noch das Mittel der Wahl. In einer wissenschaftlichen Studie, wird der Einfluss zweier Trainingsformen, Krafttraining und Ausdauer- training, auf die Risikoparameter des Fettgewebes, die Leistungsfähigkeit und das Hormonprofil ohne medikamentöse Einwirkung erforscht. Die Untersuchungen umfassen Bestimmungen der Körperzusammensetzung (MRT), Hormonprofile des Fettgewebes, Stresshormonprofile, Bestim- mungen des Cholesterinspiegels und weiterer Blutfette.


Auswirkung des therapeutischen Reitens auf hyperaktive Kinder in Bezug auf das Stresshormonprofil, die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Koordination (Riedel/Zimmermann)