Perspektiven
Der Doppelauftrag kennzeichnet den pädagogischen Standpunkt,
von dem aus das komplexe Handlungsfeld von Bewegung, Spiel
und Sport in den Blick genommen wird. Von diesem Standpunkt
aus werden hier sechs pädagogische Perspektiven herausgestellt.
Jede pädagogische Perspektive lässt erkennen, inwiefern
sportliche Aktivität pädagogisch wertvoll sein kann,
und bietet damit zugleich eine Antwort auf die Frage, wie
sich im Schulsport die Entwicklung Heranwachsender in einer
Weise fördern lässt, die kein anderes Fach ersetzen
kann. Diese Chancen gilt es möglichst umfassend zu nutzen.
Unter jeder Perspektive lässt sich auch an Sinngebungen
anknüpfen, die im Sport geläufig sind und mit denen
Menschen unserer Zeit begründen, was sie im Sport suchen
und warum sie ihn als Bereicherung ihres Lebens schätzen.
Der Sportunterricht soll auf solche Sinngebungen Bezug nehmen
und damit dazu beitragen, Sportkultur zu erschließen.
Die verbreiteten Sinngebungen des Sports sind schon für
Kinder und Jugendliche zugänglich. Insofern lässt
sich unter jeder Perspektive auch Anschluss an deren Lebenswelt
gewinnen. Aber der Schulsport darf nicht einseitig auf die
Erwartungen bauen, die Schülerinnen und Schüler
bereits mitbringen. Typischerweise werden die Lehrkräfte
von diesen ausgehen, ihnen dann jedoch ihre eigenen, pädagogisch
reflektierten Anliegen gegenüberstellen. Die Reihenfolge,
in der die sechs pädagogischen Perspektiven aufgeführt
werden, drückt keine Gewichtung aus. Prinzipiell sind
alle Perspektiven gleich bedeutsam. Der Auftrag des Schulsports
bleibt unvollständig erfüllt, wenn eine von ihnen
vernachlässigt wird.
Die pädagogischen Perspektiven
(A) Den Körper wahrnehmen
und Bewegungsfähigkeiten ausprägen
(B) Das Spielen entdecken und
Spielräume nutzen
(C) Etwas wagen und verantworten
(D) Das Leisten erfahren, verstehen
und einschätzen
(E) Kooperieren, wettkämpfen und
sich verständigen
(F) Gesundheit fördern, Gesundheitsbewußtsein
entwickeln
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