Dies ist eine Zusammenfassung der Bibelarbeit der Bielefelder Campusgruppe vom 15.10.96:
Besprechung von Johannes 1, 29-34: "Des Taeufers Zeugnis vom Lamm".
Johannes der Taeufer war ein Mann, der in der Wueste lebte, den Menschen das
Kommen des Reiches Gottes und des Messias predigte und zu Busse und Umkehr
aufrief. Zum Zeichen der Bussfertigkeit (Reue) liessen sich die Zuhoerer von
Johannes im Jordan taufen, nachdem sie ihm ihre Suenden gebeichtet hatten
(s. auch Markus 1,1-8). Johannes d. T. ist der Wegbereiter von Jesus Christus.
Er betont dieses, als er sagte, dass er nur mit Wasser tauft, Jesus Christus
aber mit dem Heiligen Geist. Diese Bestaetigung erhaelt Johannes d. T., als er
Jesus tauft. Er sieht den Heiligen Geist wie eine Taube vom Himmel auf Jesus
herabfahren. Gleichzeitig erhaelt Jesus die Bestaetigung von Gott, dass er
Gottes Sohn ist (s. Markus 1, 11). Dazu sei angemerkt, dass der Heilige Geist
in Gestalt einer Taube nur zur Veranschaulichung dient. Gott in seiner Dreieinigkeit ist allmaechtig und bildlich nicht fassbar. Er benutzt nur Bilder,
um sich uns zu erkennen zu geben. "Ich werde sein, der ich sein werde."(2. Mose 3, 14) besagt, dass er sich so zu erkennen geben wird, wie er es gerade meint
zu muessen. Gott ist Geist und somit unsichtbar, aber allgegenwaertig, und er
offenbart sich in verschiedenen Gestalten, gerade so wie wir es brauchen, um
ihn und seine Absichten zu verstehen. Die wichtigste Getalt Gottes war Jesus
Christus in Menschengestalt, also suendig. Das Wichtigste an dieser Sache ist,
dass Jesus als Gottes Sohn zwar in suendiger Menschengestalt erschien, aber
ohne Suende war. Dieses wird bestaetigt in der Versuchung durch Satan (s. Matthaeus 4, 1-11) und von Gott selber ("Du bist mein lieber Sohn...").
Darum konnte und musste Jesus auch am Kreuz von Golgatha fuer unsere Suenden
sein Leben lassen, damit wir als Suender durch Gottes Gnade vor Gott gerecht
werden koennen und somit das ewige Leben erwerben koennen.
Jesus ist das Lamm Gottes, das der Welt Suenden traegt (s. Johannes 1, 29).
Mit dem Tode Jesu am Kreuz wird bestaetigt, was Jesaja in seinem 53. Kapitel
schon Jahrhunderte vorher prophezeit hatte: Er (Jesus) trug unsere Schuld! (Die
Schuld aller Menschen, auch der heutigen.)
Das Bild des Lammes kann verschiedene Bedeutungen haben:
1.) Schon von Anfang an berichtet die Bibel von Opfern verschiedenster Art
(Tier- und unblutige Opfer; nie Menschenopfer). Alle Opfer hatten eines
gemeinsam: Sie wurden an bestimmten Staetten dargebracht (Altar und Tempel);
sie waren stets mit Gebet, mit Anrufung des Gottesnamens verbunden und
dienten dazu, Gott zu danken und zu huldigen, um seine Hilfe zu erbitten,
um Schuld zu suehnen.
Viele Opfer, besonders Brandopfer, waren reine Tiere (Rinder, Kaelber,
Schafe, Ziegen und Tauben). Man liess erst das Blut aus dem Opfertier und
brachte es dann dar.
Jesus war das erste unblutige "Menschenopfer", aber er war auch das letzte
Opfer ueberhaupt, da durch ihn der Zugang zu Gott geschaffen wurde und wir
ueber ihn zu Gott kommen koennen. Gott nimmt keine Suehneopfer mehr an, da
sein Sohn fuer die Schulden der ganzen Welt gestorben ist. Sagen wir doch
unserem auferstandenem Herrn und Heiland Jesus Christus all unsere Suenden
im Gebet und lassen uns reinigen durch ihn, durch sein Blut.
Gott vergibt uns durch Jesus.
2.) In 2. Mose 12 wird die Einsetzung des Passafestes beschrieben:
Gott hatte dem Pharao fuer Aegypten die 10. Plage angekuendigt durch Mose,
wobei alle erstgeborenen Menschen und Tiere in Aegypten durch einen Engel
getoetet werden sollten (s. 2. Mose 11). Nur die Israeliten sollten verschont werden. Dem Engel sollte ein Zeichen gegeben werden, damit er an den
israelitischen Haeusern vorbeiging. Pro Haus sollte ein einjaehriges fehlerloses maennliches Lamm (egal ob Schaf oder Ziege) geschlachtet werden und
mit seinem Blut die beiden Tuerpfosten und die obere Schwelle bestrichen
werden, dem Racheengel zum Zeichen. Die Strafe Gottes ueber Aegypten wurde
vollzogen und in jedem Haus wo kein Blutzeichen war, starben die Erstgeborenen.
Gottes Gericht gilt auch fuer uns heute noch. Er, der ohne Suende ist und
sie hasst, muss uns fuer unsere Suenden richten, denn er ist gerecht. Doch
durch den Tod Jesu Christi koennen wir ihm unsere Schuld bekennen und von
ihm Vergebung erbitten und auch erfahren. Dadurch koennen wir durch Tod
und Gericht hindurch zum ewigen Leben, zur ewigen Herrlichkeit bei Gott
gelangen. Gott ist gnaedig, er liebt seine ihm ebenbildlichen Geschoepfe,
darum sandte er Jesus Christus, um uns Heil und Rettung zu schenken.
Nehmen wir seine Liebe und Gnade an?
"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater (Gott) denn durch mich!" Lasst uns diesem Weg folgen.