Xenosophie und Xenophobie in Deutschland

Untersuchung der impliziten und expliziten Einstellungen, religiösen Schemata, kulturellen und biographischen Prädispositionen und deren Effekte auf die inter-religiösen Beziehungen.

Das Projekt untersucht über Befragungsmethoden sowie mit experimentellen Verfahren religionsvergleichend xenophobische und - deren Gegenteil - xenosophische Einstellungen gegenüber den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Zentral für die Untersuchung sind die psychologischen, soziologischen und biographischen Kontexte der Einstellungen als quantitativ und qualitativ erhobene Korrelate und Prädiktoren, z. B. grundlegende Werthaltungen oder die Zentralität der Religiosität in der eigenen Persönlichkeit. Besonderes Augenmerk liegt ferner auf der Erfassung der Einstellungen zu den verschiedenen religiösen Traditionen als Outcomes; außerdem werden religiöse Schemata als Mediatoren der Einstellungen erfasst. Verschiedene Stichproben nahmen im Rahmen des Projekts an einer online-Untersuchung teil, die aus einem Fragebogen und einer experimentalpsychologischen Aufgabe besteht. Aus dem Gesamtsample wurden 30 Vpn. ausgewählt, um an einem ausführlichen Interview teilzunehmen.

Da der Begriff der ‚Xenosophie‘ in der Religionsphilosophie, Theologie und Religionspädagogik entwickelt wurde, wird diese Untersuchung insbesondere in der praktischen Theologie, in Seelsorge und Beratung und in der Religionspädagogik Früchte tragen. In weiterem Horizont eröffnet insbesondere die Relation von Prädiktoren, Mediatoren und xenophobischen bzw. xenosophischen Einstellungen neue Perspektiven auf das Verhältnis von Religion und Gewaltentstehung sowie auf Intervention in entsprechenden Praxisfeldern.

Dieses Projekt ist finanziert durch Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

 

Team Xenosophie und Xenophobie

 

Projektleiter: Prof. Dr. Heinz Streib; Primary Researcher: Constantin Klein; Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Ramona Bullik

 

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Publikationen

Streib, H. & Klein, C. (2014). Religious Styles Predict Inter-religious Prejudice: A study of German adolescents with the Religious Schema Scale. International Journal for the Psychology of Religion 24(2), 151-163. (PDF)

Streib, Heinz, Ralph W., Jr. Hood, and Constantin Klein. (2010). The Religious Schema Scale: Construction and Initial Validation of a Quantitative Measure for Religious Styles. International Journal for the Psychology of Religion 20(3), 151 - 172. (PDF)

Streib, H. (2006). Strangeness in Inter-Religious Classroom Communication: Research on the 'Gift-to-the-Child' Material. In: Bates, Dennis, Durka, Gloria & Schweitzer, Friedrich (Eds.). Religion, Reconciliation and Inclusion in a Pluralistic World. Essays in Religious Education and Practical Theology in Honour of John M. Hull. (pp. 191-204). London: Routledge (PDF)

Streib,H. (2005). Wie finden interreligiöse Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen statt? Skizze einer xenosophischen Religionsdidaktik. In: Schreiner, Peter, Elsenbast, Volker & Sieg, Ursula (Eds.). Handbuch Interreligiöses Lernen (pp. 230-243). Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus (PDF)

Streib,H. (2001). Inter-Religious Negotiations: Case Studies on Students' Perception of and Dealing with Religious Diversity. In: Heimbrock, Hans-Günter, Scheilke, Christoph Th. & Schreiner, Peter, (Eds.). Towards Religious Competence. Diversity as a Challenge for Education in Europe (pp. 129-149). Münster: Comenius-Institut. (PDF)