Das Abschlusskonzert des Sommersemesters 2012 fand am 02.07.2012 um
20:15 Uhr im Auditorium Maximum der Universität Bielefeld statt.
Fernand Desprez: "Triptique pour 3 trombones"
W.A. Mozart:
Ouvertüre und Ausschnitte aus der
Zauberflöte
Ludwig van Beethoven:
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Julia Parusch, Violine
Posaunenensemble "Slide-o-Five"
Hochschulorchester Bielefeld
Leitung: Michael Hoyer
Westfalen-Blatt vom 04. Juli 2012
Werbung für die "Zauberflöte" - Das Hochschulorchester überzeugt
VON ARMIN KANTSTEINER
B i e l e f e l d (WB). Ein abwechslungsreiches
Programm auf abwechslungsreichem Niveau bot das Hochschulorchester
Bielefeld unter der Leitung von Michael Hoyer am Ende
des Semesters. Zugleich warb es mit Ausschnitten aus Mozarts
»Zauberflöte« um Mitwirkende und Publikum für
eine komplette szenische Aufführung dieser Oper am 2.
Dezember im Audimax.
Eingeleitet wurde der Abend jedoch durch die Herren Marc
Weber, Matthias Krüger und Sven Kappler von dem Posaunenensemble »Slide-o-five«. Sie amüsierten
das Publikum mit dem »Triptique pour 3 trombones« des 1935 geborenen Fernand Desprez. Die drei
Sätze »Fox«, »Valse lente« und »Marche« orientieren sich zwar formal an klassischen Vorbildern,
in Tongebung und Artikulation verlangen sie aber von den Interpreten ein Höchstmaß an Spielwitz,
wie es von den Brass-Ensembles erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurde. Die Künstler
wurden dem Anspruch vollauf gerecht.
Welch anstrengende Arbeit dem Hochschulorchester noch bevorsteht,
damit die konzertante Aufführung der »Zauberflöte« auf gleich hohem Niveau gelingen
kann wie die Wiedergabe von Beethovens Violinkonzert am Ende dieses Konzertabends, ließen die
Kostproben aus der Oper ahnen. Immerhin ermutigen solche Momentaufnahmen aus dem Beginn
der Probenzeit den einen oder anderen Laien, bei dem Projekt mitzuwirken. Der Dank gilt in
erster Linie den Gesangssolisten: Volker Perret, der dem Papageno gesangstechnisch und mimisch ein
überzeugendes Profil gab, Marie Lunkenheimer, Laura Kriese und Beate Terschluse, die mit Stilbewusstsein
und sauberer Intonation die drei Knaben darstellten, und noch einmal Laura Kriese, die mit
Heldenmut in zwei Arien für die erkrankte Magdalena Kapka einsprang: »Ach ich fühls, es ist
entschwunden« und »Bei Männern, welche Liebe fühlen«.
Dass nach der Pause trotz vorgerückter
Stunde die Aufführung des Violinkonzerts von Beethoven ein wahrer Genuss wurde, lag nicht
allein an dem großartigen Werk. Julia Parusch, Studentin an der Musikhochschule Detmold, nahm
sich für die Ausgestaltung der vielen offenen, erst recht aber der versteckten Schönheiten ihres
Parts genügend Zeit. So wurde dem Zuhörer manches Geheimnis vielleicht erst jetzt so ganz bewusst.
Die Solistin konnte sich diese Freiheit umso mehr leisten, als ihre schon weit fortgeschrittene
Spieltechnik sie befähigt, sowohl den Kantilenen Glanz, als auch den Arabesken und Girlanden Leichtigkeit
und Farbigkeit zu geben. Dass hier das Orchester unter der Leitung von Michael Hoyer mit der
eindrucksvollen Einleitung des 1. Satzes den Grundstein gelegt hatte
und auch weiterhin im besten konzertanten Stil das filigrane Stimmengewebe erkennen ließ,
zeigt, welchen Lohn eine sorgfältige Probenarbeit einbringt.
Der Abend schloss nach Riesenapplaus
ganz intim mit einem perfekt vorgetragenen Satz aus einer Solosonate für Geige von Johann Sebastian Bach.
© 2012 Westfalen-Blatt
Neue Westfälische vom 05. Juli 2012
Mit lyrischer Leidenschaft - Hochschulorchester und Solistin Julia Parusch
VON FIONA SCHMIDT
Bielefeld. Dieses Semester hat das Hochschulorchester Beethovens Violinkonzert D-Dur einstudiertundbeim
Abschlusskonzert im gut besuchten Audimax der Universität präsentiert. Unter
Leitung von Michael Hoyer begab sich die gemischte Schar ausStudierenden, Uni-Mitarbeitern
und anderweitig Berufstätigen, aus Amateuren und Profis, frisch ans Werk.
Den Solopart übernahm die
erst 20-jährige Julia Parusch, die bereits als Jungstudentin (mit 15 Jahren) an der Hochschule für
Musik in Detmold angenommen wurde und inzwischen auch ihr reguläres Studium dort weiterführt.Mit ihrer Verpflichtung
hat das Orchester einen absoluten Glücksgriff getan. Während des gesamten dreiviertelstündigen
Konzertes am Montag zog sie die Zuhörer mit ihrem lyrischen, ausdrucksvollen Spiel in den Bann. Traumwandlerisch
nahm sie im Allegro die flinken Tonläufe, völlig schwindelfrei in höchste Lagen aufsteigend.
Das Orchester ließ sich vom virtuosen Spiel der Solistin anstecken und steigerte sich
nach der noch ausbaufähigen ersten Konzerthälfte (Mozart) in Klang und dynamischer Spannung
deutlich. Hochkonzentriert folgten die Musiker den Vorgaben ihres Dirigenten und begleiteten Julia Parusch mit einem
soliden rhythmischen und klanglichen Fundament. Nach dem ausgedehnten, variantenreichen Allegro
zelebrierte die Solistin ein leidenschaftlich-zartes Larghetto, beidem man fast vergaß weiterzuatmen.
Am Ende begeisterter Applaus, für den sich Julia Parusch mit einer Sarabande von
Bach bedankte.
Den Konzertabend eröffnete das Posaunenensemble Slide-o-Five mit dem Stück ?Triptique
pour 3 trombones? von Fernand Desprez. Die drei Bläser Matthias Krüger, Marc Weber und Sven Kappler ? im Orchester
bilden sie die Posaunenabteilung ? demonstrierten, wie man mit ihrem Instrument beschwingten
?Fox?, schwermütigen ?Valse? und zünftigen ?Marche? spielen kann.
Mit einigen Solosängern (Volker Perret, Laura Kriese, Marie Lunkenheimer, Beate Terschluse) vermittelte das Orchester
einen Vorgeschmack auf das Konzert am 2. Dezember: Mozarts ?Zauberflöte? als komplette szenische Aufführung.
Falls noch jemand mitmachen möchte: Mitwirkende sind in allen Bereichen willkommen.
© 2012 Neue Westfälische