Joseph Haydn:
Sinfonie Hob.I:101, D-Dur
Sergei Rachmaninow:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll, op. 18, (1901)
Hochschulorchester Bielefeld
Jan-Christoph Homann, Klavier
Leitung: Michael Hoyer
| Joseph Haydn (1732-1809) |
Sinfonie Hob. I:101 D-Dur "Die Uhr" |
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Adagio - Presto |
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Andante |
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Menuetto. Allegretto |
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Finale. Vivace |
| Sergej Rachmaninoff (1873-1943) |
Konzert für Klavier und Orchester Nr.2 c-moll op. 18 |
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Moderato |
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Adagio sostenuto |
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Allegro scherzando |
Neue Westfälische vom 02.02.2011
Dank an den Therapeuten
UNI/FH: Jan-Christoph Homann und das Hochschulorchester zelebrierten Rachmaninow
VON HEIKE SOMMERKAMP
Bielefeld.
Kann das nüchterne Audimax der Bielefelder Universität mit seinem Betoncharme und seinen quietschenden Holzklappsitzen als Konzertsaal herhalten? Wenn das Hochschulorchester unter Leitung von Michael Hoyer einlädt, heißt die Antwort eindeutig "ja".
Das hoch motivierte Laienensemble überzeugte beim Semesterabschlusskonzert vor 650 Zuhörern mit einer Haydn-Sinfonie - und nach der Pause gemeinsam mit dem Pianisten Jan-Christoph Homann mit Rachmaninows 2. Klavierkonzert.
Joseph Haydns 101. Sinfonie in D-Dur, für die sich der Beiname "Die Uhr" etabliert hat, gestaltete das bestens präparierte Hochschulorchester als mehrheitlich wohlgelungene Symbiose aus kollektiver Präzision und farbstark formulierter Gestaltung.
Mitreißendes Ensemble
Dabei konnten die Musiker ihre Leidenschaft für die lebhafteren Sequenzen nicht verhehlen: Hier strahlte das Ensemble mitreißend auf, während haltetongeprägte, gemäßigtere Passagen ebenfalls grundsolide, aber oft deutlich blasser daherkamen.
Nach der Pause entwickelte das Hochschulorchester einen vitalen Dialog auf Augenhöhe mit dem jungen Pianisten Jan-Christoph Homann - und konnte bei Sergej Rachmaninows c-Moll-Klavierkonzert op. 18 sein beachtliches Niveau noch einmal fühlbar zu steigern.
Homann zelebrierte den Solopart in klar formuliertem, kraftvollem Anschlag und fügte jeden Einzelton in exakter dynamischer Tarierung wohlabgerundet ins facettenreich formulierte Gesamtklangmosaik.
Ahnung von depressiven Selbstzweifeln
Dabei vermittelte er dem fasziniert lauschenden Audimax souverän eine wohlig-dunkle Ahnung der depressiven Selbstzweifel, die sich der Komponist weiland mit diesem Klavierkonzert von der Seele schrieb, das er seinem Therapeuten, dem hypnosekundigen Neurologen Nikolaj Dahl, widmete.
Wohltuend allürenfrei ordnete sich Homann ins Orchestergeschehen ein, strahlte hier hervor, tauchte dort tief auf den Grund des Klangbilds hinab und behielt dabei stets Michael Hoyer, der sein Orchester mit ausholend-hinweisreichem Dirigat zu einem facettenreich erstrahlenden Klangkörper einte, kooperativ im Auge. Einzig das nicht exakt auf Klavierhöhe gestimmte Orchester - besonders die unteren Streicher lagen ein hörbares Quäntchen zu hoch - träufelte einen leisen Wermutstropfen in diesen wunderbaren Hörgenuss.
© 2012 Neue Westfälische, Bielefelder Tageblatt (MW)