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Meet an Entrepreneur – Bericht zum Vortrag von Herbert Vogel (itelligence AG)

16.04.2013

Zum Semesterstart wurde auch die Veranstaltungsreihe „Meet an Entrepreneur“ im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ) fortgesetzt, zu der das Zentum für Unternehmensgründung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement der Universität Bielefeld zum ersten Vortrag des Sommersemesters am 16. April 2013 einlud. Als Vortragender konnte Herbert Vogel, Mitbegründer und derzeitiger CEO der itelligence AG, gewonnen werden. Der Entrepreneur berichtete über die mehr als 20-jährige Firmenentwicklung, die von der zwei Personen umfassenden Gründungsphase bis zum multinationalen, börsennotierten SAP-Dienstleister mit einem Umsatz im dreistelligen Millionenbereich reicht.

Die itelligence AG ist ein 1989 ursprünglich unter dem Namen S&P Consult in Bielefeld gegründetes Unternehmen, das auf SAP-Branchenlösungen für den Mittelstand spezialisiert ist und weltweit derzeit knapp 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäftsbereiche umfassen dabei insbesondere die Beratung und Entwicklung von SAP-Produkten sowie die Lizenzvergabe von SAP-Software.

Herbert Vogel, Mitbegründer und derzeitiger CEO der itelligence AG, berichtete in seinem Vortrag, dass er durch sein Studium der Informatik an der Universität Paderborn sehr früh mit der damals neuartigen Enterprise-Resource-Planning-Software SAP in Kontakt kam. Das erworbene Know-How um die Software sowie die Fähigkeit, Kunden zuzuhören aber auch einmal „mit dem Kopf durch die Wand“ zu wollen, waren hauptverantwortlich für den Entschluss zur Selbstständigkeit und begründete auch den anfänglichen Erfolg, so Vogel. Auf Grund der in der Beratungsbranche üblicher Weise geringeren Investitionskosten, einem Gründungspartner sowie weiteren beteiligten Gesellschaftern, war das Unternehmen von Anfang an unabhängig von Kreditinstituten. Ein wesentlicher Vorteil, auf den Herr Vogel die Gründungsinteressierten besonders hinwies. Dass der hohe Arbeitsaufwand eines Entrepreneurs mitunter Einschnitte im Privatleben bedeuteten, streitet Vogel nicht ab: „Es ist nicht ‚wünsch dir was‘“, aber die vielfältigen Herausforderungen eines eigenen Unternehmens bieten auch viele interessante Aspekte und Möglichkeiten. In den ersten zehn Jahren arbeitete der Unternehmensgründer noch im operativen Beratungsgeschäft mit. Der positive Geschäftsverlauf in diesen Anfangsjahren zeigt sich auch in der jährlich erreichten Verdopplung von Gewinn und Umsatz.

Nicht zuletzt auf Grund dieses Wachstums stand für Herrn Vogel dann jedoch der Wechsel von der operativen auf eine rein strategische Ebene an – eine Herausforderung, wie der Entrepreneur berichtete. Dabei sei es besonders wichtig, so Vogel, jemanden in seinem Umfeld zu haben, der einem immer wieder einen Spiegel vorhält. Gleichzeit muss man jedoch auch zulassen, die erhaltenen Hilfestellungen anzunehmen. Ein weiterer Aspekt, der durch die Unternehmensentwicklung sowie auf Grund einer durchgeführten Fusion mehr und mehr in den Vordergrund trat, war das explizite Auseinandersetzen mit der Unternehmenskultur. Insbesondere der Umgang mit Widerständen im Zuge der Mitarbeiterzusammenführung war eine spannende Herausforderung. Nicht zuletzt deswegen sieht Herr Vogel einen wichtigen Erfolgsfaktor der itelligence AG in der Schaffung und Fortführung einer Unternehmenskultur, die auch bei einer wachsenden Unternehmensgröße Vertrauen untereinander schafft und den MitarbeiterInnen eine Heimat gibt, in der Kreativität und Kritik möglich sind. Besonders interessant gestalteten sich die Anekdoten in Bezug auf die kulturellen Unterschiede und Herausforderungen in den verschiedenen Ländern, die während der internationalen Expansion zu bewältigen waren.

Am Ende seines Vortrags – der mit vielen Parallelen und Analogien aus seiner Freizeitleidenschaft, dem Segelsport, gespickt war – gab Herr Vogel den anwesenden Gründungsinteressierten noch einen persönlichen Rat mit auf den Weg: „nie die Bodenhaftung verlieren“. Auf die abschließende Frage der Diskussion, ob er mit dem heutigen Wissen wieder gründen würde, antwortete der Entrepreneur mit einem eindeutigen „ja“.

 

v.l.n.r.: J.-Prof. Dr. Markus Günther, Herbert Vogel, Prof. Dr. Christian Stummer

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