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Meet an Entrepreneur – Bericht zum Vortrag von Dr. Ralf Stroop (medgineering GmbH)

16.12.2014

Auch die zweite Veranstaltung der „Meet an Entrepreneur“-Reihe im Wintersemester 2014/2015 am 16.12.2014 wurde von zahlreichen Studierenden wahrgenommen. Die Veranstaltungsreihe wurde durch das Zentrum für Unternehmensgründung (ZUg) in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement der Universität Bielefeld initiiert. Als Referent konnte Dr. Ralf Stroop, Gründer der medgineering GmbH, gewonnen werden.

Wird dem Rettungsdienst eine bewusstlose Person gemeldet, so vergehen in NRW rund acht Minuten, bis die alarmierte Hilfe eintrifft. Diese Hilfsfristzeit hängt stark von der jeweiligen Dichte der Rettungsstellen im Umkreis ab. Doch Dr. Ralf Stroop, Facharzt für Neurochirurgie/Notfallmedizin, weiß, dass gerade in den ersten drei Minuten „Jede Sekunde zählt“. In dieser kritischen Zeit sind die Überlebenschancen bei Reanimation besonders hoch. Allerdings sind nur rund 20% der Deutschen nach eigener Einschätzung in der Lage, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Hilfe leisten zu können.

Eigentlich wollte Herr Dr. Stroop, der seit vielen Jahren im Kreis Gütersloh als Notarzt tätig ist, nie ein Unternehmen gründen – bis er von der Idee angetrieben wurde, die Leitstellen durch ein Netzwerk freiwilliger, qualifizierter Helfer zu unterstützen und so die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu erhöhen. Über 300 Rettungsassistenten, Feuerwehrkräfte, Ärzte, Krankenschwestern, Sanitäter und DLRG-Schwimmer erhielten weiterführende Trainings in einem mehrstufigen Schulungsverfahren und wurden zu Mobilen Rettern ausgebildet. Diese stehen dem Netzwerk in ihrer Freizeit ehrenamtlich zur Verfügung. Wird der Rettungsdienst nun bei einer bewusstlosen Person zur Hilfe gerufen, werden neben den Leitstellen gleichzeitig sich im unmittelbaren Umkreis befindliche Mobile Retter per Smartphone alarmiert. Diese „Notärzte in Freizeit“ treffen aufgrund ihrer per Tracking-Software ermittelten Nähe zum Unfallopfer vor dem Rettungsdienst ein und leiten sofort qualifizierte Wiederbelebungsmaßnahmen ein.

Hinter der Geschäftsidee steht eine komplexe und entwicklungsintensive Software, welche die medgineering GmbH an Entwickler aus der Region geoutsourct hat. Auch wenn Softwareprodukte nicht patentierbar sind, erschuf sich das StartUp durch den frühen Markteintritt im September 2013 eine unique selling proposition, welche den Aufbau des komplett neuen Versorgungssystems in nur neun Monaten ermöglichte.

Dr. Stroop ließ die Studierenden an seiner Gründungsgeschichte teilhaben, berichtete über Chancen und Risiken, Finanzierungsfragen, Meilensteine und Vorbehalte. Rückblickend betrachtet, würde er genau wieder so handeln und die täglichen Anfragen zur Unterstützung der lebensrettenden Idee geben ihm Recht. Auch die Studierenden ermutigte der OWL-Startklar-Preisträger, die eigenen Ideen umzusetzen und kompetente Hilfe und Unterstützung, wie bspw. durch Businessplan Wettbewerbe, zu nutzen.

 

v.l.n.r.: Prof. Dr. C.Stummer, Dr. Ralf Stroop
und J.-Prof. M. Günther

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