Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Fakultät für Wirtschaftswissenschaften > Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement > Lehre > Exkursionen
  

Bericht Exkursion: BMW und Europäisches Patentamt

21.-23.04.2013

Vom 21. bis 23. April 2013 hatte eine Gruppe von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld die Möglichkeit, im Rahmen einer Exkursion nach München praktische Einblicke in das Innovations- und Technologiemanagement zu gewinnen. Die mehrtägige Exkursion führte in die Produktion von BMW, das Europäische Patentamt, ins Hacker-Pschorr Brauhaus sowie abschließend ins Forschungs- und Innovationszentrum von BMW, in dem mehr als 10.000 Ingenieure an den Innovationen der Zukunft arbeiten.

Für die Exkursion des Sommersemesters 2013 des Innovations- und Technologiemanagements der Universität Bielefeld konnten sich Studierende des Bachelor- und Masterstudiums der Wirtschaftswissenschaften bewerben. Aufgrund der hohen Nachfrage sowie der Teilnehmerbeschränkung seitens der zu besichtigenden Unternehmen konnten letztendlich zwanzig Personen an der Fahrt teilnehmen. Am Sonntagvormittag ging es von der Universität Bielefeld mit einem komfortablen Reisebus Richtung München. Nach rund acht Stunden Fahrt und dem Beziehen des Hostels ging es gemeinsam zur in der Nähe gelegenen Theresienwiese, wo auf dem Frühlingswiesnfest bei einem typisch bayrischen Abendessen ein gegenseitiges Kennenlernen und Gespräche den Ausklang des Anreisetags bildeten.

Am Montag in der Früh ging es dann Richtung BMW Welt, von wo aus ein ehemaliger Ingenieur der BMW Karosserieentwicklung – gespickt mit so einigen Bonmots – durch die Produktion führte. Den Studierenden offenbarte sich insbesondere die Produktion der 3er-Serie vom Stanzen der Karosseriebleche über die Motorenmontage bis hin zur Lackiererei. Dabei wurden viele Besonderheiten der Automobilbranche ersichtlich sowie die Herausforderungen verständlich dargestellt, die eine Produktion an einem platzmäßig beschränkten Standort mit sich bringt.

Der kurze Abstecher zum Viktualienmarkt für ein kurzes Mittagessen im Freien sollte ob des dichten Programms der einzige Sightseeing-Punkt bleiben, ging es am Nachmittag doch weiter zum Europäischen Patentamt (EPA). Dort erwartete die Studierenden – nach einer kurzen Einführung zu den generellen Geschäftsfeldern des EPA sowie Informationen zum neuen, gemeinsamen "Europäischen Patent mit einheitlicher Wirkung" – ein persönlicher Einblick in den Alltag eines Patentprüfers. Dies gewährleistete Herr Dr. Markus Ansorge sehr anschaulich und schilderte unter anderem die verschiedenen Sichtweisen zwischen EPA und Patentanwälten und den von einem Prüfer durchgeführten Rechercheprozessen im Rahmen der Erteilung eines Patents. In der anschließenden Diskussion wurden weitere Themen wie Zwangslizenzen oder der Unterschied zwischen den verschiedenen Patentrechten thematisiert. Den Abschluss des Besuchs beim EPA bildete der Vortrag von Frau Nadja Horn, der sich insbesondere mit den Datenbanken des EPA und der Recherche in diesen befasste.

Nach einem Tag voller Informationen ging es für die Gruppe ins Hacker-Pschorr Brauhaus, wo jedoch vor der Verkostung und dem Abendessen nochmals Informationen warteten. Diese wurden sehr unterhaltsam und anschaulich (sowie mit überprüfenden Zwischenfragen an die Studierenden) durch den Braumeister persönlich vermittelt. Er führte anhand des Produktionsprozesses von den Naturalien über die Maische bis zum fertigen (Weiß-)bier durch die kleine Hausbrauerei. Nach der Besichtigung inklusive der unterhaltsamen Überprüfung der gebrachten Inhalte ging es zur Verkostung der Spezialitäten und wieder einem deftigem Abendessen.

Am nächsten Tag stand ein besonderer Besichtigungspunkt auf dem Programm: das Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) von BMW, in dem 10.000 Ingenieure für den Münchener Automobilhersteller die Fahrzeuge von Morgen entwickeln. Zunächst gab es Informationen zu den im FIZ ausgeführten Tätigkeiten. Es wurde etwa auf die spezielle Architektur des Gebäudes eingegangen, mit dem versucht wird, die Wege zwischen den einzelnen Entwicklern bzw. Abteilungen so kurz wie möglich zu halten und dadurch die Kommunikation und letztendlich die Kreativität zu fördern. In der anschließenden Besichtigung der verschiedenen Teststationen für die Prototypen wurde ein Bereich betreten, der normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Hier konnten die Studierenden sehen, wie Fahrzeuge von Morgen mit neuen Softwareversionen versehen wurden, wie Produktionsteile durch verschiedene Tests auf „Herz und Nieren“ geprüft werden und weshalb sich die stärkste Antenne für Testzwecke der Welt bei BMW in München befindet. Auf dem Weg zwischen den verschiedenen auf engstem Raum angesiedelten Stationen und Werkstätten im Untergeschoss des FIZ konnte zwischendurch durchaus auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden, denn auch der ein oder andere Erlkönig ließ sich blicken – wenn auch durch eine eigens von BMW entwickelte Technologie, die das Design und Details an den wesentlichen Stellen unkenntlich macht. Auf dem Weg durch die sehr unterschiedlichen Stationen erfuhren die Studierenden jede Menge über die Herangehensweise im Entwicklungsprozess von BMW.

Im Anschluss hielt Herr Andreas Metzner, Leiter der Forschungsförderung bei BMW, und Herr Dr.-Ing. Franz Geyer einen Vortrag zur strategischen Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Automobilherstellers. Dabei ging es um Kooperationen mit Universitäten, das Ausmachen von Zukunftstrends, den Einsatz von Kreativitätstechniken in der Praxis, strategische Entscheidungen des Innovations- und Technologiemanagements wie auch um ganz natürlich auftretende Interessenskonflikte im eigenen Unternehmen. So wurde herausgestrichen, dass heutzutage im Entwicklungsprozess weniger technische Hürden als vielmehr die strategischen Entscheidungen, in welche Richtung sich ein Konzern bewegen soll, die große Herausforderung darstellen. Dies wurde insbesondere in Hinblick auf die 2013 auf den Markt kommenden Elektrofahrzeuge i3 und i8 diskutiert. Dieser Einblick bildete sodann den Abschluss der Exkursion nach München und mit dem Bus ging es wieder retour nach Bielefeld, wo die Ankunft pünktlich zum Championsleague Halbfinale (unter Münchner Beteiligung) erfolgte.

Besonderer Dank gilt den Vortragenden für die spannenden Einblicke, die auf dieser Exkursion gewonnen werden konnten. Ebenso ist Herrn Frehe zu danken, der es ermöglichte, dass das FIZ bei BMW besichtigt werden konnte. Aufgrund der finanziellen Unterstützung seitens der Fakultät sowie einer erhaltenen Spende konnten auch die finanziellen Aufwände durch die teilnehmenden Studierenden niedrig gehalten werden. Alles in allem war es eine spannende, lehrreiche aber auch aufgrund der teilnehmenden Gruppe eine sehr angenehme Exkursion nach München!

Logo

Aktuelles

Weitere