Personalrat der wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigten
 
 
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DokumentMaterialien Fairer Umgang
Erstellt vom Arbeitskreis gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

als Vertretung der wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigten (WPR) begrüßen wir Sie an der Bielefelder Universität  und wünschen Ihnen für Ihre zukünftige Arbeit viel Erfolg. Damit Sie sich in hausinterne Regelungen des Arbeitslebens einfinden können, bieten wir Ihnen hier Informationen zur Orientierung an. Darüber hinaus sind wir selbstverständlich für individuelle Fragen und Beratungen für Sie da.

 

Hauptberuflich wissenschaftliches und künstlerisches Personal nach dem Hochschulrahmengesetz (HRG)

§42 HRG: Das hauptberuflich tätige wissenschaftliche und künstlerische Personal der Hochschule besteht insbesondere aus den Hochschullehrerinnen und Hochschul­lehrern (....), den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Lehrkräften für besondere Aufgaben. Zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen werden Frauen unter Beachtung des Vorrangs von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (Artikel 33 Abs.2 des Grundgesetzes) gefördert. Ziel der Förderung ist vor allem die Erhöhung des Anteils der Frauen in der Wissenschaft.

 

Vertragsverhältnisse

In allen formalen Vertragsangelegenheiten ist als Dienstvorgesetzter der Rektor für Ihre Belange zuständig. Die damit verbundenen Verwaltungsakte werden von den Fakultäten im Dekanat, in den Wissenschaftlichen Einrichtungen von den Verwaltungsleitern vorbereitet und im Personaldezernat (Dez. III) vorgenommen.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Angestellte oder  Beamte befristet oder unbefristet beschäftigt und unterschiedlich finanziert, nämlich aus Haushaltsmitteln oder aus Drittmitteln. Lehrkräfte für besondere Aufgaben, die aus Studiengebühren finanziert werden, dürfen eingesetzt werden um die Lehre zu verbessern.

 

Befristung

Obwohl unter arbeitsrechtlichem Aspekt die Dauerbeschäftigung das angestrebte Arbeitsverhältnis ist, sind durchschnittlich 3/4 der wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigten unserer Hochschule befristet beschäftigt. Für diese Beschäftigten gilt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz WissZeitVG.

Unterschieden werden befristete Verträge bis zur Promotion und befristete Verträge nach der Promotion an einer deutschen Hochschule oder einer deutschen Forschungs­einrichtung. Beide sind auf jeweils maximal sechs Jahre Vertragsdauer festgelegt.

Angerechnet auf die Frist von sechs Jahren bis zur Promotion werden sowohl Zeiten der Beschäftigungen als wissenschaftliche Hilfskraft als auch als wissenschaftliche Beschäftigte.  Hat eine wissenschaftliche Beschäftigte oder ein wissenschaftlicher Beschäftigter nach sechs Jahren befristeter Tätigkeit seine Promotion nicht erfolgreich abgeschlossen, so wird künftig der weitere Abschluss eines befristeten Vertrages nach dem WissZeitVG nicht mehr möglich sein.

Bei einem erfolgreichen Abschluss der Promotion vor Ablauf der 6 Jahre, können die Differenzzeiten als befristete Vertragslaufzeit zu den sechs Jahren nach der Promotion hinzuaddiert werden. Die Gesamtzeit der Befristung auf zwölf Jahre darf jedoch nicht überschritten werden.

Wenn die Befristungszeiten ausgeschöpft sind, ist eine weitere befristete Beschäftigung nur noch nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) möglich. Eine Befristung des Arbeitsvertrages ist nach § 14 des TzBfG nur zulässig, wenn sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist. Ein sachlicher Grund liegt vor, wenn beispielsweise die Eigenart der Arbeitsleistung oder in der Person der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen. Die laufende Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zur Befristung von Arbeitsverträgen erschwert jedoch die Anwendung dieses Gesetzes im Hochschulbereich.

 

Eingruppierung und Einstufung

Hinsichtlich der Eingruppierung wird die Vergütungsordnung des Bundesangestelltentarifvertrages (BAT) angewendet. Die eigentlich vorgesehene Anwendung des §12 TV-L wird im Zusammenhang mit der Festlegung einer Entgeltordnung noch geregelt.

Die Entgelttabelle berücksichtigt 15 Gruppen, wobei die Gruppen 13 bis 15 für wissenschafltliches Personal mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss vorgesehen sind. Innerhalb der einzelnen Gruppen gibt es widerum 6 Stufen.

Das Mitbestimmungsrecht des WPR erstreckt sich nicht nur auf die Eingruppierung in die Entgeltgruppe, sondern ebenso auf die Einstufung. Die Einstufung richtet sich in der Regel nach der Berufserfahrung des Arbeitnehmers.

 

Arbeits- und dienstrechtliche Bestimmungen

Neben den wissenschaftlichen Dienstleistungen in Forschung und Lehre können Sie nach § 44 Hochschulfreiheitsgesetz des Landes NRW (HFG) auch zu anderen Tätigkeiten in der Verwaltung der wissenschaftlichen Einrichtungen oder Betriebseinheiten, in der Studien- und Prüfungsorganisation oder der Studienberatung der Hochschule herangezogen werden.

Die spezifischen Inhalte Ihrer Tätigkeiten als wissenschaftliche Angestellte oder wissenschaftlicher Angestellter der Universität Bielefeld richten sich nach der Tätigkeitsbeschreibung, die Ihrem Arbeitsvertrag beigefügt werden soll. Beamte und Beamtinnen erhalten eine Einweisungsverfügung mit dem Einstellungsantrag  zur Kenntnis.

Soweit Sie einem Professor oder einer Professorin zugeordnet sind, sind diese Ihnen gegenüber weisungsbefugt. Eine Zuordnung ist durch das HRG nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Über Ihren tatsächlichen Einsatz entscheidet letztlich der Dekan oder die Dekanin, insbesondere in Fragen der Lehre und der sonstigen Dienstleistungen.
 
Bei allen Vertragsangelegenheiten wiederum liegt die letzte Entscheidung beim Rektor als Dienstvorgesetztem der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Lehrdeputate

Wenn Sie nicht aus Drittmitteln finanziert werden, gehört in der Regel zu Ihren Aufgaben die Erfüllung festgelegter Lehrverpflichtungen; diese beträgt bei unbefristet Beschäftigten mit voller Stelle acht Semesterwochenstunden. Für bestimmte Personenkreise, wie für die Gruppe der Lehrkräfte für besondere Aufgaben, gelten weit höhere Deputate. Für befristet Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte werden niedrigere Lehrdeputate veranschlagt. Weiter gehende Informationen erhalten Sie aus der Lehrverpflichtungsverordnung NRW (LVV).

 

Mehrarbeit 

Unter arbeitsrechtlichen Aspekt gehört es  zu den Dienst- und Fürsorgepflichten des Vorgesetzten, insbesondere bei Teilzeitbeschäftigungen, jede Form von Mehrarbeit oder Überstunden förmlich anzuordnen, damit deren Ausgleich geregelt werden kann. In der Praxis ist die förmliche Anordnung für wissenschaftlich Beschäftigte äußerst selten. Vielmehr wird die zusätzlich aufgebrachte Arbeitszeit von den Vorgesetzten oft als selbstverständlich angesehen bzw. als Indikator für das wissenschaftliche Engagement der Beschäftigten gewertet.

 

Erholungsurlaub

Nach § 26 TV-L steht Ihnen in jedem Jahr Erholungsurlaub unter Zahlung der Urlaubsvergütung zu: bis zum 30. Lebensjahr 26 Tage, bis zum 40. Lebensjahr 29 Tage und nach dem 40. Lebensjahr 30 Tage. Der Urlaub muss beim Dekanat bzw. bei der Leitung der Zentralen Einrichtung beantragt werden. Insbesondere wissenschaftlich Beschäftigte mit Lehraufgaben sind daran gebunden, ihren Urlaub in der vorlesungsfreien Zeit zu nehmen.
 

Fort- und Weiterbildung

Auf Initiative des WPR wurde ein regelmäßiges Fortbildungsprogramm für wissenschaftlich und künstlerisch Beschäftigte an unserer Hochschule eingerichtet. Das aktuelle Programm finden Sie als Broschüre in Ihren Einrichtungen oder unter:

PEP für Forschende und Lehrende

Zusätzlich können Sie 5 Tage im Jahr bzw. 10 Tage alle 2 Jahre einen Weiterbildungsurlaub in Anspruch nehmen.

 

Arbeitsunfähigkeit / Krankmeldung

Wenn Sie krank und damit arbeitsunfähig sind, sollten Sie Ihren fachlich Vorgesetzten darüber unmittelbar informieren, auf jeden Fall aber muss der  Dekan oder Leiter der Zentralen Einrichtung noch am selben Tag unterrichtet werden. Sollten Sie während des Urlaubs erkranken, empfiehlt es sich, dies ebenfalls zu melden, denn die Krankheitstage werden nicht auf den Urlaub angerechnet.

 

Persönliche Probleme am Arbeitsplatz

Mehr Informationen und Kontakt unter: Beratung bei Unzufiedenheit, Frust, Mobbing oder kommunikationsstörungen am Arbeitsplatz.

 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis an der Universität Bielefeld beenden wollen, müssen Sie bei ordentlichen Kündigungen tariflich festgelegte Fristen einhalten. Diese richten sich nach der Dauer Ihrer bisherigen Beschäftigung und danach, ob Sie unbefristet oder befristet beschäftigt sind.

Die Fristen kann man mit Hilfe eines Auflösungsvertrages nach § 33 I b TV-L umgehen und damit das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einverständnis beenden.

Wer aus dem Dienst der Universität Bielefeld ausscheidet hat Anspruch auf ein Zeugnis.

 

Datenschutz

Alle Vorgänge die Ihr Arbeitsverhältnis betreffen, werden in der Personalabteilung und ggf. auch in Ihrer Organisationseinheit in einer Personal- und Personalnebenakte dokumentiert. Der Inhalt dieser Eintragungen muss den Tatsachen entsprechen und kann nur von Befugten eingesehen oder verändert werden. Alle Beschäftigten haben jederzeit und ohne Angabe von Gründen das Recht ihre Personalakte einzusehen. Sie können dabei ein Mitglied des WPR hinzuziehen.