Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung
 
 
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Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung

 

Willkommen beim Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung!

Das Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF) ist aus dem seit 1985 existierenden Bielefelder „Forschungsschwerpunkt Jugendforschung“ der Fakultät für Erziehungswissenschaft hervorgegangen und wurde formal am 01. September 1990 gegründet. Das Ziel des ZKJF ist die Förderung und Profilierung der interdisziplinären sozial- und erziehungswissenschaftlichen Bielefelder Kindheits- und Jugendforschung. Es versteht sich als selbstorganisiertes Arbeits-, Diskussions- und Publikationsforum und als Ort eines langfristig angelegten inter- und intradisziplinären Austauschs zu theoretischen und empirischen Fragen der Kindheits- und Jugendforschung innerhalb der Universität Bielefeld und darüber hinaus. Das Zentrum hat zum Ziel, die Forschung zu Lebenslagen, Wohlergehen, sozialen Praktiken und Bewältigungsformen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern. Das Zentrum pflegt die Kooperation und den Austausch mit interessierten wirtschaftlichen, staatlichen und kommunalen Akteuren und Institutionen. Dabei sind forschungsbasierte Empfehlungen für Politik und Praxis sowie die Diskussion der Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen auf die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen Ziel des Zentrums. Zur Unterstützung eines internationalen Austauschs mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland organisiert das Zentrum Tagungen und Symposien zu Themen der Kindheits- und Jugendforschung. Eine weitere Aufgabe des Zentrums ist die Förderung von angehenden Kindheits- und Jugendforscherinnen und -forschern.

 

Forschungsschwerpunkte  

Als AG-übergreifende Struktur hat das Zentrum zum Ziel, die vielfältigen Forschungstätigkeiten der Fakultät für Erziehungswissenschaft im Bereich Kindheit und Jugend sichtbar zu machen, zu bündeln, und einen Austausch zwischen unterschiedlichen Forschungszugängen und Traditionen zu befördern. Grundlegend für das Zentrum ist damit ein pluralistisches Verständnis von Kindheits- und Jugendforschung.

Kindheits- und jugendbezogene Forschung kann an der Fakultät für Erziehungswissenschaft auf eine lange und vielfältige Tradition zurückblicken. Die Bandbreite der von Mitgliedern des Zentrums beforschten Themen reicht von Kindern und Jugendlichen als Adressaten von Institutionen des Wohlfahrtstaates und des Bildungssystems, lebenslaufbezogenen Übergängen über Forschung zur Mediennutzung und Sozialisation hin zu Fragen der Normalisierung und Konstruktion von Kindheit im Rahmen von gesellschaftlichen Differenzordnungen. Die dabei verwendeten Forschungsmethoden reichen von quantitativ ausgerichteter Survey-Forschung zu Kindern und ihren Familien über klassische qualitative Interviewstudien hin zu praxistheoretisch inspirierten, ethnographischen und ethnomethodologischen Ansätzen.

 

Aktivitäten des Zentrums

Das Zentrum organisiert in regelmäßigen Abständen Tagungen, Summerschools, Weiterbildungen zu forschungsmethodischen Fragen, Kolloquien und Vorträge zu Themen der Kindheits- und Jugendforschung. Die letzte größere Tagung fand am 7/8.11 2016 zum Thema „Aufwachsen in Zeiten der 'Krise'. Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung“ an der Universität Bielefeld statt. Renommierte externe Kindheits- und Jugendforscher*innen werden in regelmäßigen Einzelvorträgen an die Universität Bielefeld eingeladen. Der fakultätsinterne Austausch über aktuell laufende Forschungsprojekte, Promotionen sowie Forschungsideen im Bereich der Kindheits- und Jugendforschung über Kolloquien wird verstärkt befördert. Diese Aktivitäten adressieren insbesondere auch den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das ZKJF informiert interessierte Personen über die Aktivitäten des ZKJF sowie über aktuelle Veranstaltungen, neue Publikationen von Mitgliedern des Zentrums, Call for Papers, Tagungsankündigungen durch einen vierteljährlichen Newsletter.

 

Organisatorisches

Die Mitglieder des Zentrums gehören verschiedenen Fakultäten und Forschungseinrichtungen an der Universität Bielefeld und anderen Universitäten an. Insgesamt vereinigt das Zentrum zurzeit ca. 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Statusgruppen. Die assoziierte Mitgliedschaft am Zentrum steht auch Angehörigen anderer Universitäten und Forschungseinrichtungen offen. Der jeweils für zwei Jahre gewählte Vorstand besteht aus vier am Zentrum mitwirkenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (zurzeit Helga Kelle, Uwe Sander, Friederike Schmidt und Bettina Ritter), einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter aus Technik und Verwaltung (Ulrike Niermann) und einer/einem Studierenden (Mira Püschel). Aus der Mitte des Vorstands werden zwei Sprecherinnen gewählt, welche die operative Leitung des Zentrums sowie die Vertretung des Zentrums innerhalb der Fakultät, gegenüber anderen universitären Einrichtungen sowie nach außen übernehmen.

 

 

Tagung

Aufwachsen in Zeiten der "Krise". Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung

Veranstalter: Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF), Universität Bielefeld
Tagungsort: Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Universität Bielefeld
Zeitraum: 07. - 08. November 2016

Hintergrund und Zielsetzung

Der Begriff der Krise wird in öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussionen häufig bemüht, aber auch sehr unbestimmt verwendet. Eine Diagnose von Krisen der Bildungssysteme, der Familie oder der Wohlfahrtssysteme wird aktuell überlagert durch die Sensibilisierung für eine krisenhafte Instabilität der Finanzmärkte, die als ökonomische Krise seit 2009 die öffentliche Wahrnehmung bestimmt. Inzwischen wird die Krisenrhetorik auch mehr und mehr mit den großen Migrations- und Flüchtlingsbewegungen in Beziehung gesetzt, womit vorrangig die Frage verbunden ist, wie Gesellschaften mit den damit einhergehenden Anforderungen umgehen. In der Kindheits- und Jugendforschung schlug sich bereits die Öl- und Wirtschaftskrise der 1970er Jahre im Konzept der "Krisenkinder" als einer zeittypischen Generationsgestalt nieder. Seit den 1980er und 1990er Jahren standen dann Risikophänomene, Phänomene der Unsicherheit und der sozialen Prekarität im Fokus der Kindheits- und Jugendforschung. Neuerdings tritt der Krisenbegriff als Herausforderung für Theoriebildung und empirische Forschung wieder stärker hervor. Mit dem Begriff der "Krise" werden zumeist gesamtgesellschaftliche Aufgaben assoziiert: Krisenphänomene stellen Phänomene einer gesellschaftlichen Verunsicherung und im Falle der Fiskalkrise der realen Veränderung der ökonomischen und sozialen Bedingungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens dar. Die Reduzierung von Einkommen und Kaufkraft in den "Krisenstaaten" der europäischen Union, mangelnde Perspektiven des Übergangs vom Bildungs- in den Arbeitsmarkt und die zunehmende Diskriminierung von Minderheiten sowie Anforderungen, die sich aus den Migrationsbewegungen ergeben, stellen Konstellationen dar, die für Kinder und Jugendliche eine Einschränkung ihres Wohlergehens und ihrer Lebenschancen bedeuten können.

In den Fokus der Aufmerksamkeit rückt damit mehr und mehr, wie heute Prozesse der Verunsicherung und der Krise bestimmt werden und werden können, welche Methoden zur Beschreibung und Messung eingesetzt werden und welche Möglichkeiten der Reaktion auf Krisenphänomene existieren. Die Konferenz "Aufwachsen in Zeiten der 'Krise'. Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung" nimmt diese Impulse auf und fragt nach den Auswirkungen der Zeitdiagnose "Krise" auf die Prozesse des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen.

Keynotes:

  • Krisendiagnostik in der Kinder- und Jugendhilfe
    (Prof.in Dr. Bettina Hünersdorf/Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Krise in Griechenland: ein soziologisches Laboratorium zur Analyse aktueller Transformationsprozesse spätkapitalistischer Wachstumsgesellschaften (Prof. Dr. Franz Schultheis / Universität St.Gallen)

 

Verantwortlich für die Durchführung:
Ullrich Bauer, Henrike Friedrichs-Liesenkötter, Helga Kelle, Claudia Machold,
Uwe Sander, Friederike Schmidt

Info:

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Tagungsunterlagen