Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung
 
 
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Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung

Das Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung unter Federführung der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld (ZKJF) besteht seit Anfang der 1990er-Jahre und dient mit etablierten Buchreihen, Tagungen und Kolloquien dem Interesse der Förderung und Profilierung der interdisziplinären sozial- und erziehungswissenschaftlichen Bielefelder Kindheits- und Jugendforschung. Das Zentrum richtet sich zur Zeit neu aus, die kommende Fachtagung wird am 7. und 8. November 2016 stattfinden, das ZKJF in der Neuformierung präsentieren und das Thema Aufwachsen in Zeiten der "Krise" in den Mittelpunkt stellen.

 

Tagung

Aufwachsen in Zeiten der "Krise". Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung

Veranstalter: Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF), Universität Bielefeld
Tagungsort: Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Universität Bielefeld
Zeitraum: 07. - 08. November 2016

Hintergrund und Zielsetzung

Der Begriff der Krise wird in öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussionen häufig bemüht, aber auch sehr unbestimmt verwendet. Eine Diagnose von Krisen der Bildungssysteme, der Familie oder der Wohlfahrtssysteme wird aktuell überlagert durch die Sensibilisierung für eine krisenhafte Instabilität der Finanzmärkte, die als ökonomische Krise seit 2009 die öffentliche Wahrnehmung bestimmt. Inzwischen wird die Krisenrhetorik auch mehr und mehr mit den großen Migrations- und Flüchtlingsbewegungen in Beziehung gesetzt, womit vorrangig die Frage verbunden ist, wie Gesellschaften mit den damit einhergehenden Anforderungen umgehen. In der Kindheits- und Jugendforschung schlug sich bereits die Öl- und Wirtschaftskrise der 1970er Jahre im Konzept der "Krisenkinder" als einer zeittypischen Generationsgestalt nieder. Seit den 1980er und 1990er Jahren standen dann Risikophänomene, Phänomene der Unsicherheit und der sozialen Prekarität im Fokus der Kindheits- und Jugendforschung. Neuerdings tritt der Krisenbegriff als Herausforderung für Theoriebildung und empirische Forschung wieder stärker hervor. Mit dem Begriff der "Krise" werden zumeist gesamtgesellschaftliche Aufgaben assoziiert: Krisenphänomene stellen Phänomene einer gesellschaftlichen Verunsicherung und im Falle der Fiskalkrise der realen Veränderung der ökonomischen und sozialen Bedingungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens dar. Die Reduzierung von Einkommen und Kaufkraft in den "Krisenstaaten" der europäischen Union, mangelnde Perspektiven des Übergangs vom Bildungs- in den Arbeitsmarkt und die zunehmende Diskriminierung von Minderheiten sowie Anforderungen, die sich aus den Migrationsbewegungen ergeben, stellen Konstellationen dar, die für Kinder und Jugendliche eine Einschränkung ihres Wohlergehens und ihrer Lebenschancen bedeuten können.

In den Fokus der Aufmerksamkeit rückt damit mehr und mehr, wie heute Prozesse der Verunsicherung und der Krise bestimmt werden und werden können, welche Methoden zur Beschreibung und Messung eingesetzt werden und welche Möglichkeiten der Reaktion auf Krisenphänomene existieren. Die Konferenz "Aufwachsen in Zeiten der 'Krise'. Perspektiven der Kindheits- und Jugendforschung" nimmt diese Impulse auf und fragt nach den Auswirkungen der Zeitdiagnose "Krise" auf die Prozesse des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen.

Keynotes:

  • Krisendiagnostik in der Kinder- und Jugendhilfe (Prof.in Dr. Bettina Hünersdorf/Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Krise in Griechenland: ein soziologisches Laboratorium zur Analyse aktueller Transformationsprozesse spätkapitalistischer Wachstumsgesellschaften (Prof. Dr. Franz Schultheis / Universität St.Gallen)

 

Verantwortlich für die Durchführung:
Ullrich Bauer, Henrike Friedrichs-Liesenkötter, Helga Kelle, Claudia Machold, Uwe Sander, Friederike Schmidt