Center for Interdisziplinary Research
 
 

Workshop

Normative Probleme der Plattformregulierung

Leitung: Thomas Dreier (Karlsruhe, GER), Reinold Schmücker (Münster, GER)

Termin: 3. - 4. Dezember 2015

Das Internet ist eine gigantische Kopiermaschine. Durch automatisierte Kopiervorgänge eröffnet es Zugänge zu einer unüberschaubaren Fülle von Informationen, Unterhaltungsangeboten, Kommunikations- und Handlungsmöglichkeiten. Um in den Datenströmen jeweils das zu finden, was sie suchen, und als Akteure ggf. auch von anderen Interessenten gefunden werden zu können, sind Internetnutzer auf Suchmaschinen, Newsportale, digitale Marktplätze, Video- und Musikplattformen, soziale Netzwerke u.v.a.m. angewiesen. Über diese Plattformen werden Möglichkeiten eröffnet, Zugänge vermittelt, aber auch kontrolliert, Auffindbarkeiten organisiert oder unterbunden, Nutzerdaten verwaltet, Persönlichkeitsprofile erstellt und vermarktet. Aufgrund von Skalen-, Netzwerk- und Koordinationseffekten gelingt es bestimmten Plattformen, in relativ kurzer Zeit eine marktbeherrschende Position zu besetzen und sich als strategisches Zentrum der internetbasierten Interaktion in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu etablieren – mit weitreichenden ökonomischen, sozialen und politischen Konsequenzen.

Damit stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit – und ggf. der Möglichkeit – einer rechtlichen Regulierung der Bedingungen, unter denen Internet-Plattformen operieren. Im Hinblick auf die aktuelle Konsultation der EU-Kommission zum Regelungsumfeld für Plattformen, Online-Vermittler, Daten, Cloud Computing und die partizipative Wirtschaft erörtert die Forschungsgruppe Ethik des Kopierens mit auswärtigen Gästen die bei einer Regelung der damit angesprochenen Fragen zu berücksichtigenden rechtlichen, politischen und moralischen Aspekte und ihr spannungsreiches Zusammenspiel.



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