ZiF-Arbeitsgemeinschaft
Plakat


Normalisierung der extremen Rechten




Termin: 26. - 27. Juni 2019
Leitung: Paula Diehl (Kiel, GER), Martin Nonhoff (Bremen, GER)

Vom offensichtlichen Fall der Präsidentschaft Donald Trumps und den Erfolgen rechtspopulistischer Parteien in Europa bis zu den Wahlsiegen von Rechtsextremisten und -populisten in Brasilien oder Indien zeigt sich, dass wir es mit einem globalen Trend zu tun haben: dem Versuch, ein einheitliches Volk zu konstruieren um den Preis einer Missachtung – und oft auch der direkten Bedrohung in Wort und Tat – von demokratischen Prinzipien wie Pluralität, Gleichheit und Menschenrechten. Migranten, Muslime, Juden, Homosexuelle, aber z.B. auch Feministinnen, werden zusehends Angriffen ausgesetzt. Zugleich beschneiden viele rechtspopulistische Regierungen Schritt um Schritt liberale Freiheiten wie die Pressefreiheit, ändern Polizei- und Migrationsgesetze und intervenieren in die politische Kultur mit dem Ziel, eine homogene Vorstellung des Volkes zu produzieren, das kollektive Gedächtnis zu manipulieren oder um rassistische, anti-feministische oder anti-homosexuelle Ressentiments zu schüren. Die Gefahr für eine liberale Demokratie, welche Bürgerrechte und insb. Minderheitenrechte ebenso schätzt wie Verfahrenssicherheit und deliberative politische Verfahren, ist offensichtlich und naheliegend. Diese Gefahr beruht auch darauf, dass Rechtsextremismus zunehmend normalisiert wird. Eine solche Normalisierung ist keineswegs nur das Ergebnis des politischen Prozesses allein, sondern es handelt sich um ein multidimensionales Geschehen, das die politische Kommunikation, die mediale Produktion, die politische Kultur, das kollektive Gedächtnis und die damit verbundenen Emotionen und auch die parlamentarischen Prozesse betrifft. Dieser Workshop will die zunehmende Zirkulation antidemokratischen Denkens und seine Normalisierung untersuchen. Dabei spielt der vergleichende Blick auf die Rechtspopulismen und die mit ihnen einhergehende Normalisierung in sehr unterschiedlichen Ländern eine wichtige Rolle.

Tagungsprogramm
download
Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Aydin Bayad (Bielefeld, GER), Lynn Berg (Düsseldorf, GER), Giorgia Bulli (Florenz, ITA), Gabriele Dietze (Berlin, GER), Walter Erhart (Bielefeld, GER), Matthias Falter (Wien, AUT), Ingo Gall (Mönchengladbach, GER), Merve GenÇ (Kiel, GER), Ece Göztepe (Ankara, TUR), Anton Jäger (Cambridge, GBR), Roy Karadag (Bremen, GER), Nadine Klopf (Kiel, GER), Kerstin Kock (Hamburg, GER), Beate Küpper (Mönchengladbach, GER), Mojca Pajnik (Ljubljana, SLO), Julia Roth (Bielefeld, GER), Vladimir Safatle (São Paulo, BRA), Anne Sanders (Bielefeld, GER), Birgit Sauer (Wien, AUT), Yannis Stavrakakis (Thessaloniki, GRE), Verena Stern (Bielefeld, GER), Miklós Takács (Debrecen, HUN), Balázs Trencsényi (Budapest, HUN), Andreas Zick (Bielefeld, GER)

Organisatorische Fragen beantwortet Trixi Valentin im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


Tel: +49 521 106-2769
Fax: +49 521 106-152769
E-Mail: trixi.valentin@uni-bielefeld.de