ZiF-Arbeitsgemeinschaft
Plakat

Selbstzerstörung in Systemen mit dezentraler Steuerung: Autoimmunität, Inflation, Signalstörungen

Termin: 2. – 3. August 2021
Leitung: Kay Junge (Bielefeld, GER), Kirill Postoutenko (Bielefeld, GER), Fernao Vistulo de Abreu (Aveiro, POR)

In Natur und Gesellschaft lassen sich immer wieder plötzliche und augenscheinlich sinnlose Zusammenbrüche von bis dahin für relativ stabil gehaltenen Systemen beobachten. Organismen sterben an selbst-induzierten Krankheiten, Reiche fallen auseinander, und Revolutionen beginnen, wie es zuweilen heißt, ihre eigenen Kinder zu fressen. Während gewisse Parallelen zwischen dergleichen Prozessen immer wieder notiert und mindestens auf metaphorischer Ebene ausgespielt wurden, fehlt es an Vorschlägen, die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen genauer zu identifizieren und zueinander ins Verhältnis zu setzten. Wir vermuten, dass die lange übersehene distributive Natur komplexer Systeme einen Schlüssel zum besseren Verständnis solcher Selbstauflösungs- und Selbstzerstörungsprozesse bilden könnte. Der Selbstbezug und die Grenzerhaltung, die zeitliche Dynamik, sowie schließlich die Koppelung verschiedener Subsysteme untereinander bergen jeweils verschiedene Potentiale für spezifische Pathologien und Risiken der Selbstzerstörung, die unter Stichworten wie Autoimmunreaktion, Signalinflation und Signalstörungen behandelt werden. Um die in diesem Themenfeld generierten Beobachtungen genauer zu vergleichen und die sie generierenden Mechanismen genauer zu spezifizieren sollen sich Forschende aus den Feldern Informatik, Geschichtswissenschaft, Psychologie, Anthropologie, Soziologie und Ökonomie, Rechtswissenschaft sowie Literaturwissenschaft und Linguistik zur Kooperation austauschen.

Die Veranstaltung findet als Hybridtagung statt. Zur Zoom-Anmeldung wenden Sie sich bitte an: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de

Organisatorische Fragen beantwortet Marina Hoffmann im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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