Ziele und Aufgaben

Frei von den Verpflichtungen des akademischen Alltags haben Wissenschaftler am ZiF die Möglichkeit, mit internationalen Kollegen ein interdisziplinäres Projekt zu realisieren. Dazu vergibt das ZiF Fellowships und Stipendien, bietet seinen Gästen optimale Arbeitsbedingungen und stellt seine professionelle Infrastruktur zur Verfügung.

Der interdisziplinäre Austausch ist ein zentraler Motor des wissenschaftlichen Fortschritts: diese Überzeugung Helmut Schelskys, des Gründervaters des ZiF, hat sich in 50 Jahren Erfahrung mit interdisziplinärer Forschung immer wieder bestätigt. Der unbefangene Blick von KollegInnen anderer Disziplinen macht Methodengrenzen explizit, eröffnet neue Zugriffe auf den gemeinsamen Forschungsgegenstand und lässt manchmal - auch das zeigt die Geschichte des ZiF - ganz neue Forschungsfelder entstehen.

Das ZiF lädt daher nicht Einzelwissenschaftler, sondern Forschungsgruppen ein, sich einem fächerübergreifenden Thema zu widmen. Das ZiF versteht Interdisziplinarität als einen Prozess, der immer wieder neu bestimmt werden muss, und ermutigt daher die Forschungsgruppen, den Begriff und die Praxis von Interdisziplinarität für sich zu konkretisieren und weiter zu entwickeln.

Damit will das ZiF der "großen Interdisziplinarität" zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ebenso gerecht werden, wie der zunehmenden Differenzierung innerhalb der Disziplinen. Es versteht sich dabei als Anreger, Mittler und Gastgeber des nicht immer einfachen interdisziplinären Miteinanders.


"[...] systematische und regelmäßige Erörterungen und Kolloquien, Kritik und Zustimmung einer Gruppe von Gelehrten, die an gleichen Sachgebieten, wenn auch vielleicht von verschiedenen wissenschaftlichen und fachlichen Gesichtspunkten her interessiert sind, gehört zum Förderlichsten, das einer eigenen Forschungstätigkeit widerfahren kann".
Helmut Schelsky (1964)