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ZiF-Forschungsgruppe

Emotionen als bio-kulturelle Prozesse

Die Arbeit der Forschungsgruppe im ersten Quartal

Im ersten Quartal des Forschungsjahres am ZiF hat sich die Forschungsgruppe zunächst intensiv mit den disziplinären Unterschieden in der Emotionsforschung auseinander gesetzt. Die Basis dazu bildete in Abänderung der ursprünglichen Planungen der entwicklungspsychologische Beitrag von Manfred Holodynski auf der Eröffnungskonferenz, der bereits eine Reihe von interdisziplinären Anknüpfungspunkten enthielt, die in den anschließenden Arbeitssitzungen von den Fellows diskutiert und weiter entwickelt wurden. Relativ schnell zeigte sich in der Gruppe eine zentrale Schwierigkeit von interdisziplinärer Arbeit: die heterogenen Begrifflichkeiten und 'Fachsprachen' der einzelnen Disziplinen. Als extrem problematisch erwiesen sich vor allem solche Begrifflichkeiten, die zwar von allen Disziplinen verwendet werden, jedoch jeweils unterschiedlich konnotiert sind.
Durch ausgiebige und z.T. kontroverse Diskussionen innerhalb der Gruppe konnte jedoch für die zentralen Begriffe Einigkeit hergestellt werden, die dann in ein erstes grobes Schema bio-kultureller Emotionsprozesse einflossen. Die Ausformulierung dieser konzeptuellen Aspekte wurde, speziell im Hinblick auf die Präsentation von Zwischenergebnissen auf einem ersten größeren Workshop vom 1. - 2. Juli, durch eine Kleingruppe von Fellows geleistet. Das Schema wird in der weiteren Arbeit der Forschungsgruppe kontinuierlich weiter entwickelt werden.
Nach der Phase des 'interdisziplinären Kennenlernens' wand sich die Gruppe konkret den 'sozialen Emotionen' Scham und Stolz zu, die als Beispiele für sehr komplexe und stark kulturell überformte Emotionen untersucht wurden. Auch zu diesem Aspekt wurde im Vorfeld des Workshops eine Arbeitsgruppe gebildet. Ein weiterer Aspekt, der auf dem Workshop zur Diskussion gestellt und von einer Kleingruppe ausgearbeitet wurde, ist die Funktion von Emotionen als intra- und interpersonalen Kommunikatoren sowie die damit verbundenen Fragen der Habitualisierung von Emotionen und des Erwerbs emotionaler Kompetenz.
Eine besondere Arbeitsphase war darüber hinaus der einwöchige interne Workshop mit Bradd Shore im Juni, bei dem die Fellows auf Basis von Prof. Shores Standardwerk "Culture in Mind" erarbeiteten, wie sich kulturelle Faktoren in Geist, Körper und Emotionalität des Menschen einschreiben.



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