Öffentliche Veranstaltung am ZiF - Vortrag und Konzert
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Beethoven: Romantik und Moderne

Termin: 2. Mai 2022, 19:00Uhr
Ort: Foyer des ZiF

Vortrag: Prof. Dr. Manfred Frank (Tübingen/Bielefeld) – „Beethoven in der frühromantischen Konstellation“

Musik: Markus Beul (Violoncello) und Claudia Kohl (Klavier)

Ludwig van Beethoven
Cellosonate, C-Dur, Op. 102,1, für Klavier und Violoncello
und
Cellosonate D-Dur, Op. 102,2, für Klavier und Violoncello

Während Beethoven geistesgeschichtlich dem Kant-Schiller’schen Spektrum, allgemein der ‚Klassik' zugeordnet wird, erfuhr er von dort wenig Gegenliebe. Die Romantiker hingegen (Tieck, die Brentanos, E. T. A. Hoffmann) vereinnahmten seine Musik vorbehaltlos als die ihre. Dabei rüttelte Beethoven gelegentlich an den Grenzen ihres eher konservativen Geschmacks.

In ihrer Musik-Theorie aber ging er ihnen nicht weit genug. Beethoven bleibe der Sonatenform verhaftet, die die "subjektive Reflexion" (die Variation, die Durchführung) an die Kandare des Themas nehme, das in der Reprise identisch wiedererstehe. Die musikalische Arbeit müsse das Thema vielmehr absorbieren und unabsehbar verändern, um als Darstellung der unendlich wandelbaren menschlichen Subjektivität zu taugen („totale Durchführung“).

Diese Beethoven-Kritik, die den Weg in die radikale Moderne weist, ist von Adorno detailliert und sachkundig ausformuliert worden. Er nimmt allerdings das sogenannte ‚Spätwerk' aus, von dem uns an diesem Abend zwei Stücke dargeboten werden.

Prof. Dr. Manfred Frank ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind der deutsche Idealismus und die Philosophie des Geistes. Hier hat er vor allem über Selbstbewusstseins gearbeitet, das er aus philosophiehistorischer und systematischer Perspektive angeht. In der Philosophiegeschichte hat er sich vor allem mit der Frühromantik und dem deutschen Idealismus befasst, insbesondere mit Novalis und Schelling.

Manfred Frank ist Ehrendoktor der Universitäten Pécs (Ungarn), Cluj (Rumänien) und Turku (Finnland), Mitglied der Academia Europaea (London), Officier dans l'Ordre des Palmes Académiques und Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Markus Beul lehrt Violoncello an der Technischen Universität Dortmund.

Nach einem Studium in Essen und München war er von 1989 bis 1991 zweiter Solocellist der Flämischen Oper Antwerpen, bis 1996 erster Solocellist der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und seither bei den Dortmunder Philharmonikern.

Während des Studiums und darüber hinaus besuchte er Meisterkurse bei William Pleeth, Rudolf Metzmacher und Boris Pergamenschikow. Außerdem besuchte er regelmäßig die Meisterkurse des Amadeus-Quartetts in Köln und wurde mit seinem Alma-Streichquartett von der Klingler-Stiftung gefördert mit Kursen bei Mitgliedern des Alban-Berg-Quartetts sowie bei Prof. Feltz und Andras Keller.

Er ist Mitglied im Ensemble Piu/Essen und im Celloquartett Force4Cello.

Mit dem Takeover Ensemble gastiert er in der Alten Oper Frankfurt, der Essener Philharmonie, der Glocke Bremen, der Berliner Philharmonie sowie im Schleswig-Holstein Musik-Festival.

Claudia Kohl ist Konzertpianistin und selbstständige Klavierpädagogin in Bielefeld.

Mit 16 war sie Jungstudentin an der ev. Landeskirchenmusikhochschule in Herford bei Hermann Iseringhausen. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Klavierstudium an der Musikhochschule Köln bei Günther Ludwig und erhielt Kammermusikunterricht u. a. bei H. Schiff, I. Ozim, B. Pergamenschikow und beim Amadeus-Quartett.

Nach der Künstlerischen Reifeprüfung ging sie für zwei Jahre nach Paris, wo sie Unterricht bei Pierre Sancan nahm.

Sie gab zahlreiche Solo-, Kammermusik- und Liederabende, auch in Italien (in Rom, Sacrofano und Calcata) sowie in Griechenland auf Naxos, Samos und Paros.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung im Tagungsbüro erforderlich: zif-conference-office@uni-bielefeld.de

In den Räumlichkeiten des ZiF muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden.


Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des ZiF e. V.