Fakultät für Chemie
 
 
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Die Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld trauert um Prof. Dr. Hans Brockmann, der am 24.12.2019 unerwartet verstorben ist.

Hans Brockmann wurde am 23. August 1936 in Göttingen geboren. Er studierte Chemie an den Universitäten Freiburg und Göttingen und wurde 1963 in Göttingen mit einer Arbeit "Zur Kenntnis der Anthracyclinone" promoviert. Nach einem einjährigen PostDoc-Aufenthalt an der Stanford University (bei Carl Djerassi) wechselte er an die Technische Universität Braunschweig, wo er 1970 mit dem Thema "Zur Stereochemie der Chlorophylle" habilitiert wurde (Mentor: Hans-Herloff Inhoffen).

Nach zwischenzeitlicher Leitung der "Abteilung Niedermolekulare Naturstoffe" bei der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung GBF (Stöckheim/Braunschweig) wurde Hans Brockmann 1975 an die Universität Bielefeld berufen. Er gestaltete den Aufbau der damals noch sehr jungen Fakultät Chemie wesentlich mit und war Mitglied zahlreicher Kommissionen, in der frühen Zeit auch als Dekan. Befasste er sich anfangs in seiner Forschung mit der Isolierung, Strukturaufklärung, Stereochemie und auch mit der Synthese von Naturstoffen, insbesondere von Bacteriochlorophyllen, so wechselte er danach in ganz anderes Arbeitsgebiet und widmete sich in den letzten fünfzehn Jahren intensiv wissenschaftlichen Fragestellungen der Klebstoffchemie.

Seine Forschungsergebnisse publizierte er in hoch angesehenen wissenschaftlichen Journalen und bereits 1996 wurde Prof. Brockmann vom Institut für Organische Chemie und Biochemie der tschechischen Akademie der Wissenschaften die Ehrenplakette "Jan Evangelista Purkyne" verliehen.

In Hans Brockmanns Arbeitsgruppe haben etwa 50 Doktorandinnen und Doktoranden erfolgreich ihre Promotion abgeschlossen und er betreute auch viele Studierende aus anderen Ländern. Stets achtete er darauf, dass die wissenschaftlichen Arbeiten und Ergebnisse seiner Mitarbeiter auch einen Bezug zur Lebenswelt und zur Anwendung haben sollten. Er gab seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern große Freiräume für eigene Ideen und Entfaltungen und setzte sie nie unnötig unter Druck, war aber immer gegenwärtig, wenn sein Rat und seine Unterstützung benötigt wurden. Diese guten Kontakte pflegte er weit über seine Emeritierung im Jahr 2001 hinaus - entweder bei den jährlichen Weihnachtstreffen mit den Ehemaligen oder auch beim regelmäßigen Kaffeetrinken in der NMR-Abteilung.

Lehre war für Hans Brockmann eine Passion, der er mit Begeisterung und hohem Engagement nachging und nicht umsonst besetzte er bei der studentischen Evaluierung oft die höchsten Ränge.

Nach seiner Emeritierung war er noch als Gutachter tätig und bis 2009 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Swiss Bonding Konferenz. Ansonsten widmete er sich seiner großen Familie und unternahm noch zahlreiche Reisen im In- und Ausland.

Hans Brockmann wird jedoch nicht nur als Hochschullehrer und Forscher im Gedächtnis bleiben, sondern auch wegen seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Menschlichkeit und Kollegialität. Wir verlieren mit ihm einen angesehenen Kollegen und Lehrer.


Jochen Mattay

Aus den Arbeitsgruppen 

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How to extract the energy barrier of an individual step in a complex structural transition? In this work, a strategy is presented to disentangle the involved steps by addressing all factors that impact the transition kinetics.
The strategy is illustrated by determining the energy barrier for the dissociation of molecular dimers on a surface.
For mor details see:
[https://doi.org/10.1002/admi.201970128]

Forschungsprofil der Fakultät für Chemie

  1. Molekül-basierte Materialien
    Ghadwal, Glaser, Godt, Hellweg, Hoge, Kohse-Höinghaus, Kühnle, Mitzel
  2. Life Science Chemistry
    Dierks, Fischer v. Mollard, Gröger, Hellweg, Kottke, Lübke, Niemann, Sewald
  3. Gasphasen- und Atmosphären-Chemie
    Brockhinke, Eisfeld, Kohse-Höinghaus, Koop, Manthe, Mitzel
  4. Public Understanding of Science
    Kohse-Höinghaus, Lück, Mitzel

Große aktuelle Themenblöcke im Bereich Molekül-basierte Materialien sind molekulare Magneten, biomimetische Katalysatoren, Cytostatika, fluorierte Verbindungen, Organometallverbindungen, Silane, Spinsonden und Modelle für die EPR-Spektroskopie, Mikrogele und Mikroemulsionen.

Im Bereich von Life Science Chemistry wird Proteinkristallographie betrieben sowie Sulfatasen, lysosomale Hydrolasen und Membrantransport untersucht. Ein Schwerpunkt in diesem Bereich sind bioorganische und biokatalytische Themen in Gruppen der Organischen Chemie, die auch von biochemischen Gruppen in der Fakultät für Chemie bearbeitet werden.

Die Gasphasen- und Atmosphärenchemie befasst sich mit Verbrennungsprozessen, atmosphärischen Aerosolen und Eisbildung. Ein EU-weites Alleinstellungsmerkmal ist das von der DFG geförderte Gerätezentrum „Gas-Elektronenbeugung und Strukturaufklärung von kleinen Molekülen“ (GED@BI, N. Mitzel).

Der Bereich Public Understanding of Science widmet sich schwerpunktmäßig der Forschung zur Vermittlung von Chemie im frühen Kindesalter.

Wie die Universität Bielefeld insgesamt zeichnet sich auch die Fakultät für Chemie durch ausgeprägte Interdisziplinarität aus. Im Schwerpunkt Molekül-basierte Materialien bestehen intensive Kooperationen mit Physikern der Universität Bielefeld.

Der Themenbereich Life Science Chemistry wird gestärkt durch Zusammenarbeiten mit der Fakultät für Biologie, der Technischen Fakultät und dem CeBiTec.
Das „Centrum für Molekulare Materialien“ CM2 (Koordinator B. Hoge), eine wissenschaftliche Einrichtung mit Gruppen aus Chemie und Physik, wurde gegründet, um technisches Know-how industrieller Kooperationspartner mit aktuellen Erkenntnissen universitärer Grundlagenforschung zu verbinden.
Jede Arbeitsgruppe forscht zusätzlich in nationalen und internationalen Kooperationsprojekten.

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