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Forschungsvorhaben (2020)

 

pfeilErfolgsfaktoren heterogener, regionaler Innovationsnetzwerke

Die 2014 durch die Bundesregierung und 22 Spitzenorganisationen der Wirtschaft gemeinsam ins Leben gerufene Initiative Energieeffizienznetzwerke unterstützt Unternehmen dabei, sich branchenübergreifend, branchenintern oder unternehmensintern in Netzwerken über organisatorische und technologische Innovationen zur Steigerung der Energieeffizienz auszutauschen. Angestrebt ist die Gründung von bundesweit  500 Netzwerken von bis zu 15 Unternehmen unterschiedlicher Größe und Aktivitätsschwerpunkten.
Da die Netzwerke nach einheitlichen Standards gegründet wurden und mit dem Ziel der Effizienzsteigerung des Energieeinsatzes ein einheitliches, von branchen-, regionen- und betriebsspezifischen Gegebenheiten unabhängiges Ziel verfolgen, lässt die in diesem Projekt angestrebte systematische vergleichende Untersuchung der Gründungssituationen und der Praxis der Netzwerkarbeit neue Einsichten in die Erfolgsfaktoren der Aktivität von Innovationsnetzwerken erwarten. Ein wesentliches Ziel des Vorhabens ist auch die Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen, insbesondere  für die  Initiative Energieeffizienznetzwerke.

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pfeilWissen und Fachkompetenzen von Ökonomie-Studierenden und die Wissensökonomie

Der Begriff „Wissensökonomie“ bezieht sich auf einen qualitativen und quantitativen Bedeutungsgewinn des Faktors Wissen im Vergleich zu physischen Ressourcen und Arbeit in der Wirtschaft. Da sich Wissen als Wirtschaftsgut in seinen Eigenschaften von Faktoren wie physischen Ressourcen und Arbeit stark unterscheidet, impliziert die „Wissensökonomie“ weiterhin, dass institutionelle und organisatorische Anpassungen notwendig sind, um soziale und ökonomische Ungleichgewichte zu korrigieren und die Produktivität des Faktors Wissen bestmöglich ausschöpfen zu können.
Bildungswissenschaftliche Forschung soll deshalb untersuchen, ob die bestehenden Curricula das Fachwissen vermitteln und jene Kompetenzen stärken, die Initiierung, Implementierung und  Akzeptanz entsprechender Anpassungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft voraussetzen. Das betrifft insbesondere Ausbildungsgänge, die auf Positionen als Entscheidungsträger/innen oder Meinungsbildner/innen in ökonomischen Fragen vorbereiten. Das sind vor allem die Disziplinen VWL sowie BWL. Bislang konzentrierte sich die Bildungsforschung aber auf die Frage, wie die Gesellschaft auf die Erfordernisse lebenslangen Lernens vorbereiten oder meta-kognitive Fähigkeiten stärken soll und kann. Kompetenzen für den Umgang mit Wissen als zunehmend bedeutsamem Wirtschaftsfaktor wurden dabei vernachlässigt – eine Lücke zu deren Schließung das Forschungsvorhaben beitragen soll.

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pfeilLeben und Studieren im Ruhrgebiet:
Der Einfluss außeruniversitärer Lebenswelten auf die Bildung wirtschaftspolitischer Einstellungen bei Politik- und Wirtschaftswissenschaftler/innen

Wiederholt wurde nachgewiesen, dass die Einstellungen der Bevölkerung gegenüber Institutionen des Wirtschaftslebens und der Wirtschaftspolitik einen dauerhaft prägenden Einfluss auf die Gestaltung des Wirtschafts- und Sozialsystems nehmen und dabei unterschiedliche Pfade der Entwicklung einer politischen Ökonomie stabilisieren können. Einige Aspekte der zugrunde liegenden Meinungsbildungsprozesse sind aber bisher kaum beleuchtet worden. Dazu gehört die Rolle der Erfahrung konjunktureller und struktureller Krisen, die nicht nur individuelle Lebensverläufe, sondern auch Milieus oder regionale und nationale Gesellschaften erheblich beeinflussen. Konjunkturkrisen, die in den sogenannten ‚formative years‘, zwischen dem 17. und dem 26. Lebensjahr, erfahren werden, wirken offenbar sehr langfristig. Sie vertiefen die Überzeugung, dass Erfolg mehr von Glück als von der Anstrengung abhänge, stärken Präferenzen für staatliche Umverteilung und schwächen das Vertrauen in öffentliche Institutionen. Die Wirkungen krisenhafter Transformationen der Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen sind nach unserer Kenntnis noch nicht systematisch untersucht worden. Unter anderem ist es unklar, welche Rolle ökonomische Bildung in diesem Zusammenhang spielt.
Aus dieser Perspektive wird die Studie die Bildung wirtschaftspolitischer Überzeugungen bei angehenden Politik- und Wirtschaftswissenschaftler/innen betrachten, die bedingt durch ein Studium an einer Universität im Ruhrgebiet wesentliche Teile Jugend- und jungen Erwachsenenphase oder, bedingt durch ihre Herkunft aus dieser Region, häufig bereits ihre Kindheit in einer Umgebung verbringen, die teilweise durch erhebliche und oft ungelöste ökonomische Strukturprobleme geprägt ist. Insbesondere Wirtschaftswissenschaftler/innen spielen als Meinungsbildner/innen (in Lehrberufen, in der Beratung und in den Medien) und als Entscheidungsträger/innen, auf nationaler und regionaler Ebene eine besondere Rolle für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik auf allen staatlichen Ebenen.

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