Religiöse Kinderbilder
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Publikationen

Wiedmaier, M. (2008). Wenn sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen. Feinanalysen filmisch dokumentierter Malprozesse. Wahrnehmende Theologie. Studien zur Erfahrung und religiösen Lebenswelt, Bd. 3, Münster: Lit Verlag.

Wie sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen-Feinanalysen filmisch dokumentierter religiöser Malprozesse und Dialoge (Kinderbilder II)

Dissertationsprojekt von Manuela Wiedmaier

Betreuung:
Prof. Heinz Streib, Ph.D. / Emory Univ.
Prof. Dr. Klaus-Ove Kahrmann

Manuela Wiedmaier hat im Anschluß an des Pilotprojekt in ihrem Dissertationsprojekt dieses Forschungdesign an einem größeren Sample von Grundschulkindern weiter geführt und weiterentwickelt: Jeweils zwei oder drei Mädchen bzw. Jungen trafen sich mit der teilnehmend beobachtenden Forscherin zum Malen und wurden bei dem zweiten Treffen um ein Bild zum Thema "Wie ich mir Gott vorstelle" gebeten.

So wurden über 25 Gruppenmalprozesse aufgezeichnet. Die miteinander malenden Zweiergruppen waren jeweils geschlechtshomogen; es waren "natürliche Gruppen", die sich regelmäßig außerhalb der Schule trafen und sich zum Zeitpunkt der Maltermine als Freundinnen bzw. Freunde bezeichneten. Die Treffen der Kinder waren freiwillig und fanden während ihrer Freizeit statt.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts standen nicht die Gottes-Bilder als fertige Produkte, sondern ihre mit einer Videokamera dokumentierten Entstehungsprozesse. Dadurch kamen die Entstehungsdynamik der Bilder in den Blick und ein Großteil der prozeduralen Reflexionen der malenden Kinder, die bei einer nur auf fertige Bilder bezogenen Auswertung außen vor bleiben. Detail für Detail wurde (sequenzanalytisch) die Entstehung der Bilder mit allen Veränderungen, Brüchen und Neuanfängen analysiert.

Von besonderem Interesse war die Interaktion der Mädchen und Jungen; denn das Bearbeiten und Aneignen jeweils assoziierter Fragmente religiöser Wissensbestände unterschiedlichster Herkunft und von religiösen Fragen und Erfahrungen der Kinder geschieht nicht isoliert, sondern indem sie aufeinander Bezug nehmen. Dies kann auf unterschiedlichste Weise stattfinden, in einem breiten Feld zwischen Konkurrenz und Inspiration, zwischen Zusammenarbeit und Streit. Vor dem Hintergrund neuerer Theorien zur Selbstsozialisation in Peergroups konnte der Malprozess hinsichtlich seiner Funktion als gemeinsamer Bildungsprozess von befreundeten Mädchen und Jungen analysiert werden.

Das Projekt wurde im Juli 2006 mit der Promotion abgeschlossen. Die Arbeit ist als Buch erschienen:

Wiedmaier, M. (2008). Wenn sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen. Feinanalysen filmisch dokumentierter Malprozesse. Wahrnehmende Theologie. Studien zur Erfahrung und religiösen Lebenswelt, Bd. 3, Münster: Lit Verlag.



 
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