Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Bielefeld University > Oberstufen-Kolleg - Startseite > Wissenschaftliche Einrichtung > Projekte
  

"Peer-Kultur am Oberstufen-Kolleg"

AntragstellerInnen:          Benjamin Thierbach, David Marstaller, Jan-Niklas Hausmann,
         Johanna Gold, Johanna Lojewski

 

Status des Projektes

Das Projekt verknüpft Aspekte der Evaluationsforschung und Schulentwicklung. Es wird beabsichtigt, ein theoretisch und empirisch gestütztes Bild der Strukturen innerhalb und zwischen den peer-groups am Oberstufen-Kolleg zu zeichnen sowie, durch die jährliche (Neu-) Erhebung der Datensätze die Veränderung der Gruppen aufzuzeigen. Interessengegenstand des Projektes ist zum Einen die jeweilige 'Momentaufnahme' der Peer-Strukturen und zum Anderen die Darstellung der 'wechselseitigen Sozialisation'  durch die prozesshafte Struktur der Peer-Sozialisation (vgl. Krappmann 1998: 356) und ihres möglichen Einflusses auf die Schulkultur.

 

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt "Peer-Kultur am Oberstufen-Kolleg" will vor dem Hintergrund der besonderen Rahmenbedingungen in der Versuchsschule Oberstufen-Kolleg die Strukturen innerhalb und zwischen den peer-groups und ihre Veränderung untersuchen. Es soll die "Schutz- und Ausgleichsfunktion" (vgl. Ausubel 1971) der entstehenden "Peer-Kulturen" (vgl. 2008) beleuchtet, und deren sozialisatorische Bedeutung als "heimliche Erzieher" (vgl. Wißkirchen 2002)innerhalb des Bezugsrahmens "Schule" hervorgehoben werden. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des "selbstinduzierten Schulbesuchs" wichtig, da dieser als erster Schritt bei der Entwicklung der (neuen) "eigenen" Identität der Kollegiat/innen durch den neuen Bezugsrahmen verstanden werden kann (vgl. Ausubel 2003).

Die in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse über die Gruppenstrukturen und die Kulturen und Einstellungen innerhalb der einzelnen Gruppen können u.a. dazu genutzt werden, die (Förder-)Angebotsstruktur am Oberstufen-Kolleg im Hinblick auf ihre zielgruppenspezifische Anschluss- und Passungsfähigkeit zu überprüfen und ggf. zu modifizieren.

Als eine Besonderheit dieses Projektes ist die Forscherperspektive zu sehen. Die Forschung findet "von innen heraus" statt. Die Projektgruppenmitglieder sind Kollegiaten des Oberstufen-Kollegs, eine Tatsache die in vielfältiger Weise Einfluss auf den Forschungszugang hat.

Die Einbindung von Kollegiat/innen für Forschung- und Entwicklungsplan stellt nicht nur eine neue Form der Schülerpartizipation im Schulkonzept allgemein dar, sondern leistet darüber hinaus wichtige Impulse für Schulentwicklung, indem u.a. neue Möglichkeiten des forschenden Lernens sowohl für Kollegiat/innen als auch für (angehende) Lehrende erschlossen werden (mehr dazu im Abschnitt 3.1).

Learning by doing – Lernen am praktischen Gegenstand, eine Richtung, die das Oberstufen-Kolleg mit der Idee des Forschenden Lernens eingeschlagen hatte, soll (wieder)belebt und verstärkt werden. Hierfür soll innerhalb des FEP eine Plattform geschaffen werden, bei der Versuchsschule und Schulalltag zum Gegenstand von Kollegiat/innen-Forschung werden. Eine feste Institutionalisierung dessen ist daher nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig, um einer reflektierten Schulgemeinschaft als "offenes Beobachtungs- und Experimentalfeld" (von Hentig 2009, S. 149) gerecht zu werden.

 

Die Entscheidung für eine Ausbildung am Oberstufen-Kolleg wird hier als eine bewusste und freiwillige Entscheidung jedes Bewerbers angenommen.